3 Fehler beim Essen, die du vermeiden solltest

Essen ist leicht. Mund auf, Essen rein, kauen, schlucken. Das lernen wir schon als kleine Kinder und meistern es mit Bravour (auch wenn der Löffel schon mal im Auge landen kann). Trotzdem können sich im Laufe unseres Lebens Fehler einschleichen, die wir zu allem Übel auch noch verinnerlichen. Aber wie jede Gewohnheit, können auch diese verändert werden. Schau dir die Fehler im Folgenden an und hol dir neue Gewohnheiten – für Gesundheit und mehr Lebensfreude.

Fehler 1: Essen um satt zu werden
Natürlich essen wir (oder sollten es zumindest) aus Hunger. Essen soll satt machen. Allerdings ist das nicht alles. Essen ist Genuss. Essen sollte die Sinne ansprechen. Sehen, riechen, schmecken, fühlen, ja sogar hören. Wie knackt die Möhre beim Reinbeißen? Welchen Geruch hat das Essen? Schmeckt es so wie es riecht oder doch ganz anders? Wie fühlt es sich an, wenn ich ins Sandwich beiße? Durchs weiche Brot, den knackigen Salat, die saftige Tomate? Welche Farben hat mein Essen? Harmonieren sie miteinander?

Essen ist ein Erlebnis. Wir haben das Glück, eine solch große Auswahl an Essen zu haben, tagtäglich. Schon allein die Stärkebeilagen könnten den ganzen Küchenschrank sprengen. Es gibt Nudeln, Reis, Quinoa, Kartoffeln, Bulgur, Hirse, Polenta, Couscous, … und unzählige Variationsmöglichkeiten mit verschiedensten Gemüsesorten und Eiweißquellen sowie Gewürzen und Kräutern.

Wir könnten bis an unser Lebensende jeden Tag ein anderes Gericht kochen und hätten trotzdem nur einen Bruchteil ausprobiert. Essen besitzt die Fähigkeit, uns an andere Orte zu bringen. In unsere Kindheit, in den letzten Urlaub, in fremde Kulturen und geheimnisvolle Plätze. Allerdings nur, wenn wir es auch zulassen. Wenn wir das Essen genießen.

Genuss bedeutet, sich Zeit zu lassen mit dem Essen. Gründlich zu kauen. Nicht, alles so schnell es geht in den Mund zu schieben und fast ungekaut zu schlucken. Wer in fünf Minuten ein halbes Pfund Nudeln isst, macht etwas falsch. Auch das schnelle Teilchen, das halb laufend auf dem Weg zur Arbeit gegessen wird, hat nichts mit Genuss zu tun, sondern dient einzig und allein der Nahrungsaufnahme.

Lass dich nicht vom Essen ablenken. Tu in diesem Moment nichts außer essen. Nimm alles ganz genau wahr. Iss mit allen Sinnen. Toller Nebeneffekt: Du enttarnst Essen, das gar nicht so toll schmeckt. Etwa eine Tiefkühlpizza. Die ist in den meisten Fällen gar nicht so toll, dass man sie ohne Ablenkung ertragen könnte. Es gibt keine Geschmacksexplosionen im Mund. Vielleicht ein höllisches Durstgefühl, ausgelöst durch viel zu viel Salz. Und selbst das bekommen wir oftmals nicht mit, wenn wir nebenbei surfen, fernsehen oder chatten.

Je öfter du bewusst isst, desto mehr wirst du Wert auf gesundes und abwechslungsreiches Essen legen. Denn wer hat schon Lust, jeden Tag, bewusst das Gleiche zu essen? Davon profitiert dein Körper ungemein. Gleichzeitig merkst du auch noch, wann du satt bist und isst nicht darüber hinaus, weil du ganz auf das Essen und deinen Körper konzentriert bist.

Fehler 2: Essen nur als Genussmittel sehen
Dass Essen ein Genussmittel ist, habe ich nun lang und breit erläutert. Allerdings ist Essen noch mehr. Essen ist Medizin. Das wussten schon die Chinesen vor tausenden von Jahren. Alles, was wir essen, hat eine unmittelbare Wirkung auf unseres Körper. Kleine Ausnahmen verzeit der Körper bereitwillig, grobe Vernachlässigung nicht. Falsche und schlechte Ernährung ist für eine Vielzahl von Krankheiten verantwortlich. Gleichzeitig können die richtigen Nahrungsmittel den Körper pflegen und lange Zeit intakt halten.

Das Gute ist, dass wir es in der Hand haben. Wir können entscheiden, was wir essen. Es ist allein unsere Entscheidung, wenn wir uns täglich kiloweise Zucker, Fett und Salz in den Bauch schieben. In vielen Fällen beeinflussen wir mit unserer Ernährung unserer Gesundheitszustand, vor allem je älter wir werden. Besonders, wenn bestimmte Krankheiten in den Genen liegen (könnten), ist ein gesunder Lebensstil wichtig.

Und dabei ist gesund leben so einfach und macht sogar Spaß. Es bedarf vermutlich einiger Änderungen in deinem bisherigen Lebensstil, aber die sind garantiert keine Einschränkung, sondern ein Gewinn in jeder Hinsicht.

Fehler 3: Essen verteufeln
Es gibt gesunde und weniger gesunde Lebensmittel. Es ist wichtig, dass wir unserem Körper überwiegend gesunde Nahrung zuführen. Es ist aber nicht nötig, auf alles Ungesunde zu verzichten. Wenn ich Lust auf etwas nicht so Gesundes habe, esse ich es. Warum? Weil von einem Stück Kuchen oder einer Portion fettiger Pommes nicht die Welt untergeht. Der Körper verkraftet kleine Ausnahmen gut, wenn die Ernährung ansonsten stimmt. Außerdem kann die Lebensqualität enorm leiden, wenn wir uns zwingen, gesund zu essen.

Ich halte auch nicht viel von religiösen Ausdrücken wie Ernährungssünden. Eine Sünde ist laut Duden eine “Handlung der Unvernunft, die nicht zu verantworten ist”. Synonyme sind auch Vergehen, Missetat oder Fehltritt. Wollen wir das Essen eines Donuts wirklich so bezeichnen? Die Folge ist schlechtes Gewissen und Buße in Form von Selbstvorwürfen und manchmal sogar drei Tage Crash-Diät, weil es doch ein Stück Schokokuchen mehr wurde als geplant. Dieses völlig falsche (und übertriebene) Verhältnis zum Essen kann sowohl Körper als auch Geist in hohem Maße schaden.

Was also tun? Wenn du dich gesund ernährst, macht ein Stück Vier-Käse-Pizza gar nichts. Du wirst davon weder sofort zunehmen, noch gesundheitlich beeinträchtigt. Ausnahmen in der Ernährung sind völlig okay. Wenn du also das nächste Mal etwas isst, das nicht ganz so gesund ist, genieße es. Andernfalls musst es auch nicht essen, denn so ist die ungesunde Abwechslung unnötig. Sieh es nicht als Schwäche oder Rückschlag an, sondern als natürlichen Teil eines genussvollen Lebens. Setz dich nicht auf Dauer-Diät, selbst wenn du abnehmen willst. Das macht schon anderen Leuten allein beim Zugucken keinen Spaß und dir selbst noch weniger.

Du siehst: Ein paar Veränderungen in den Ernährungs-Gewohnheiten können für ein völlig neues Lebensgefühl sorgen. Es lohnt sich also absolut.

Welchen dieser Fehler begehst du selbst immer wieder?

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