5 Anzeichen, dass deine Vergangenheit deine Gegenwart vergiftet

Gegenwart-vergiften

Gegenwärtigkeit ist alles, was wir im Leben haben. Sind wir nicht gegenwärtig, leben wir nicht im Hier und Jetzt, verpassen Chancen, verpassen das Leben. Vor allem die Vergangenheit kann uns aber einen gehörigen Strich durch die Rechnung machen, wenn es darum geht, gegenwärtig zu sein. Denn die Vergangenheit entscheidet nicht nur darüber, wie wir uns heute fühlen, sondern kann sich auch als großer Schatten über unser Leben legen. Höchste Zeit, die Vergangenheit Vergangenheit sein zu lassen und ganz neu durchzustarten – im Hier und Jetzt.

In diesem Blogartikel findest du 5 Anzeichen, dass deine Vergangenheit deine Gegenwart vergiftet:

1. Du vergibst nicht
Lange sah ich es als meine größte Schwäche an, nicht nachtragend zu sein. Heute sehe ich das vollkommen anders. Nicht zu vergeben, bringt niemandem etwas – am allerwenigsten dir selbst. Du trägst Groll mit dir herum, der dich lähmt und hemmt, aber nicht vorwärts bringt.

Ja, es ist scheiße, wenn jemand Mist genaut oder dich verletzt hat. Keiner mag dieses Gefühl. Aber wie sehr magst du das Gefühl, jemandem etwas nachzutragen? Ist auch nicht prickelnd, oder?

Es bedeutet nicht, dass du dir alles gefallen lassen musst. Aber dir sollte klar sein, dass du keinen inneren Frieden findest, solange du nachtragend bist. Niemals. Solange du nicht vergibst, verharrst du in der Vergangenheit. Du wirst zu ihrem Opfer.

Sobald du aber vergibst, klärst du damit deinen Geist und deine Gegenwart. Ob du den Menschen weiterhin in deinem Leben willkommen heißt, ist dabei erstmal gar nicht so wichtig. Wichtig ist das Verzeihen, denn dadurch lässt du wieder mehr Liebe in dein Leben.

Manche Menschen bringen sehr viel negative Energie in unser Leben, indem sie uns immer wieder vor den Kopf stoßen. Wenn du ihnen immer wieder verzeihst, gestattest du ihnen, dich wieder und wieder so zu behandeln. Das ist nicht Sinn der Sache. Lass diese Menschen aus deinem Leben gehen. Vergib ihnen und verabschiede dich. Es ist dein Leben und du hast das Recht, zu entscheiden, wen du willkommen heißt.

Mach dir bewusst: Die Vergebung an sich ist vor allem ein Geschenk an dich selbst und weniger an andere Menschen. Durch die Vergebung nimmst du die Last der Vergangenheit von deinen Schultern und kannst dich wieder vollkommen auf die Gegenwart konzentieren.

2. Du denkst, früher war alles besser
Früher warst du fitter, hattest mehr Spaß oder einen besseren Job? Schön! Allerdings bringt dir das heute recht wenig. Du hast jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder du akzeptierst, wie es heute ist oder (und diese Variante macht viel mehr Spaß) du fängst an, dein Leben besser zu machen.

Es ist immer deine Entscheidung, wie du mit deinem Leben umgehst. Du kannst jeden Tag aufs Neue entscheiden, wieder fitter zu werden, dir neue Hobbys oder Freunde zu suchen, den Job zu wechseln. Du kannst dir wieder Freude in dein Leben holen.

Allerdings gibt es etwas, das du nicht vergessen solltest: Heute ist heute und gestern ist gestern. Früher waren deine Umstände andere als jetzt. Heute ist nicht mehr mit gestern zu vergleichen. Du hast dich entwickelt, hast andere Möglichkeiten, dein Außen hat sich verändert. Nichts ist mehr so wie vor 10 Jahren. Das bedeutet, dass auch dein Leben nicht mehr werden kann wie vor 10 Jahren.

Mach also ein Häkchen hinter die Vergangenheit, erinnere dich an die schöne Zeit, aber vergleiche sie nicht mit heute. Denn so wirst du heute nie so glücklich sein wie damals. Weil es anders ist. Nicht so wie früher.

Aber muss es das denn überhaupt?

3. Du bist bist oft enttäuscht
Enttäuschung ist ein unglaublich ermüdendes Gefühl. Sicher weißt du, wie es runterziehen und die Laune verderben kann. Dabei hat eine Enttäuschung weniger mit der tatsächlichen Sache an sich zu tun als viel mehr mit dir selbst.

Wenn du enttäuscht bist, hast du dir vorher ein Szenario vorgestellt und so bestimmte Erwartungen in deinem Kopf verankert. Kommt es nicht so wie du es dir dachtest, bist du enttäuscht. Ich spreche hier übrigens nicht von Versprechungen anderer Menschen, die sie dann doch gebrochen haben (damit sind wir wieder bei Punkt 1).

Ich spreche von Vorstellungen in deinem Kopf wie eine bestimmte Sache abläuft. Dein Geburtstag. Der Urlaub. Der Heiratsantrag. Whatever.

Du siehst vor deinem inneren Augen ganz genau vor dir, wie es läuft (nicht selten mit einer rosaroten Brille) und wenn doch alles anders kommt – bist du enttäuscht. Das kann so weit gehen, dass du die entsprechende Aktivität oder Feier nicht richtig genießen kannst, weil sie überschattet wird von deiner Enttäuschung.

Dabei kannst du durch deine Enttäuschung grundsätzlich ja erstmal nichts ändern. Die Situation ist eben nun eine völlig andere als in deinem Kopf ausgemalt. Entweder du nimmst die Situation an, wie sie gerade ist oder nicht. Wenn du sie nicht annimmst, bedeutet das, dich gegen die Gegenwart zu wehren und in der Vergangenheit festzuhängen.

Es bedeutet, nicht zu schätzen, welche Mühe sich deine Freunde mit deiner Geburtstagsparty gegeben haben. Nicht zu erkennen, dass es weniger um das Wie des Heiratsantrags geht, sondern um die Botschaft (ich meine, da will jemand den Rest des Lebens mit dir verbringen – ist es da nicht völlig unwichtig, ob er dafür ein Schloss und 15 Artisten mietet oder dich bei LIDL im Süßigkeitengang fragt?).

Wann immer du enttäuscht bist, fokussierst du dich darauf, was fehlt. Was nicht so ist wie in deiner Vorstellung. Der Schlüssel ist hier (wie so oft): Dankbarkeit. Sei dankbar für das, was genau jetzt ist. Konzentrier dich auf das Gute – wovon es reichlich gibt, auch wenn es ganz anders ist als in deiner Vorstellung. Und: Mach das Beste draus. Nur dann wird es dir in guter Erinnerung bleiben. Und genau das ist doch das Ziel des Lebens, oder?

So viele gute Erinnerungen sammeln wie möglich.

4. Du ärgerst dich
… vor allem über dich selbst. Du ärgerst dich, weil du etwas gesagt hast, was der andere krumm genommen haben könnte. Du ärgerst dich, weil du nicht die Leistung erbracht hast, die du hättest erbringen können. Du ärgerst dich, weil dir deine Lieblingstasse heruntergefallen ist.

Klar, das ist eine Möglichkeit.

Du könntest aber auch ganz anders an die Sache rangehen: Anstatt dir einen Kopf um den anderen zu machen, suchst du so schnell wie möglich das Gespräch und klärst die Sache (oder gehst davon aus, dass der andere den Vorfall schon längst vergessen hat, was ebenfalls sehr wahrscheinlich ist). Anstatt dich für deine schlechte Leistung zu rügen, analysierst du, woran es lag und machst es das nächste Mal besser (lerne aus Fehlern!). Anstatt deine kaputte Tasse zu betrauern, machst du dir bewusst, dass das nicht die einzige schöne Tasse auf dem Planeten ist und eine mindestens genauso tolle Tasse bereits auf dich wartet (das erkennst du allerdings nur, wenn du die Vergangenheit akzeptierst und aufhörst, sie mit der Gegenwart zu vergleichen).

Ärger kann dich auffressen und dir so viel Energie ziehen, dass deine Lebensfreude dabei flöten geht. Du kannst einfach nicht unbeschwert sein, wenn du dich über dich selbst ärgerst. Passiert ist passiert. Du kannst nicht zurückreisen und dein Verhalten ändern. Du änderst dein Verhalten auch nicht nachträglich durch Grübeln und Selbstgeißelung.

Alles, was du ändern kannst, befindet sich in der Gegenwart. Du kannst Lösungen finden und/oder deine Einstellung ändern. Wut ist einfach nur ein Gefühl, aber du bist nicht dieses Gefühl. Die Identifizierung mit deinen (negativen) Gefühlen macht dich zu etwas, was du nicht bist.

Einen ausführlichen Artikel zum Thema Wut und wie du richtig mit ihr umgehst, findest du übrigens hier.

5. Du identifizierst dich mit deiner Vergangenheit
Ohne Frage: Deine Vergangenheit hat einen großen Anteil daran, wer du heute bist. Aber (und das ist ganz besonders wichtig!): Du bist nicht deine Vergangenheit. Du hast eine Vergangenheit.

Es macht einen großen Unterschied, ob ich sage, ich habe einen Schuh oder ich bin ein Schuh.

Deine Vergangenheit ist vergangen. Heute kannst du entscheiden, jemand ganz anders zu sein. Jeden Tag aufs Neue stehst du vor der Wahl: Machst du weiter wie bisher oder änderst du dein Leben?

Nur weil du gestern etwas nicht konntest, heißt nicht, dass du es heute nicht kannst. Andernfalls könntest du weder gehen, noch Rad fahren oder schwimmen.

Du denkst, das wäre etwas anderes? Ist es nicht.

Wir können immerzu lernen und wachsen. Würde ich mich mit meiner Vergangenheit identifizieren, wäre ich nicht dort, wo ich heute bin. Ich war ein absoluter Bewegungsmuffel, hatte so wenig Selbstbewusstsein, dass ich stets dachte, ich müsste mich verstellen und schwamm lieber mit dem Strom als anders zu sein.

Und heute? Heute halte ich es nicht einen Tag ohne Bewegung aus, stelle mich mit meiner Meinung und meiner ganz eigenen Art in die Öffentlichkeit, schreibe Artikel, nehme Podcasts auf, drehe Videos. Ich habe mein Studium abgebrochen, um Frauen zu mehr Lebensfreude zu verhelfen. Mein Leben und auch mein Mindset haben sich um 180° gedreht.

Es war meine Entscheidung. Ich habe ein neues Leben gewählt.

Hätte ich das nicht, würdest du nicht diese Zeilen lesen. Mein Blog würde nicht existieren, weil ich noch immer denken würde, die Welt interessiere sich nicht für das, was ich von mir gebe.

Doch das tut sie.

Du allein erschaffst dir deine Realität.

Entweder ist dir deine Vergangenheit ein Wegweiser und Lehrer oder ein Gefängniswärter. Entweder erkennst du deine Freiheit, überall hinzugehen, wo du willst oder du kauerst dich in die Ecke deiner Zelle und hoffst darauf, irgendwann freigelassen zu werden.

Doch das wird nicht passieren, solange du bloß wartest.

Wähle jetzt dein neues Leben.


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