Die 3 häufigsten Ausreden zu Lasten der Gesundheit

Irgendwie schwirrt in unseren Köpfen ständig ein Wesen rum, das uns die tollsten Sachen erzählen will. Warum wir gerade kein Sport machen können. Warum es jetzt unbedingt eine Tiefkühlpizza sein muss. Warum morgen ein besserer Zeitpunkt als heute ist, um gesünder zu leben. Mit allen Mitteln und den absurdesten Ideen, hält uns dieses Wesen davon ab, unserer Gesundheit Gutes zu tun. Und wir geben ihm meistens auch noch Recht. Warum? Weil es das andere, das vernünftige Wesen in uns K.O. geschlagen hat. Im besten Fall vernehmen wir von ihm noch ein leises Flüstern, aber viel zu leise als dass es uns beeindrucken könnte. Nun aber bekommt das vernünftige Wesen Unterstützung – von außen. Hier sind die häufigsten Ausreden und warum sie ab heute nicht mehr zählen.

1. Ich kann das nicht
Laufen? Kann ich nicht, ich habe nicht genug Ausdauer.
Yoga? Kann ich nicht, ich kann mich nicht so verbiegen.
Zumba? Kann ich nicht, ich kann gar nicht so schnell tanzen.

Ach, wie praktisch, nach diesem Prinzip scheidet zum Glück alles aus. Also bleibt mir doch gar nichts anderes übrig, als gar keinen Sport zu machen, richtig? Falsch! Du kannst die Auswahl deines Sports einfach nicht von deinem Können abhängig machen. Natürlich hast du keine Ausdauer, wenn du mit dem Laufen anfängt. Woher auch? Du sollst ja auch nicht gleich einen Halbmarathon laufen. Du fängst natürlich langsam an. Die Steigerung kommt von ganz alleine. Und was glaubst du, wie gut sich das anfühlt, wenn du dich steigerst und plötzlich Dinge schaffst, die du nie für möglich gehalten hättest?

Denk dabei immer daran, dass du den Sport für dich ausübst! Damit du dich besser fühlst. Vergleiche mit anderen sind da kontraproduktiv und auch völlig unnötig. Jeder hat eine andere Ausgangslage, sei es von den persönlichen Zielen für die Sportart oder der Anatomie. Vielleicht wirst du nach 20 Jahren Training nie das erreichen, was andere schon nach 5 Jahren schaffen. Na und? Konzentrier dich auf dich selbst.

Und probiere ruhig rum. Sag nicht von vornherein Ich kann das nicht und auch nicht Das macht mir eh keinen Spaß. Bevor du es nicht gemacht hast, kannst du dir kein Urteil darüber erlauben und solltest es auch nicht. Vielleicht entgeht dir ja sonst etwas richtig Tolles, wer weiß?

2. Dafür habe ich kein Geld
Dann frage ich mal andersrum: Wofür hast du denn Geld? Was ist dir wichtiger als deine Gesundheit? Warum? Und warum denkst du, dass du nicht beides haben kannst? Was denkst du denn überhaupt, wieviel Geld ein gesunder Lebensstil kostet? Auch wenn die Webung uns (mal wieder) etwas anderers vorgaukeln will: Gesund zu leben muss nicht viel kosten. Es ist kein lustiger Zeitvertreib für die Superreichen.

Klar kannst du viel Geld für alles Mögliche ausgeben. Nach oben sind da keine Grenzen gesetzt. Aber du musst nicht. Du brauchst kein Fitnessstudio, keine teuren Superfoods, keinen Personaltrainer, kein Profiequipment. Du kannst dich auch gut mit saisonalen einheimischen Produkten versorgen, mit deinem eigenen Körpergewicht trainieren oder dein Baby zum Gewichtheben neben. Okay, wenn du laufen gehen willst, brauchst du Laufschuhe, wenn du biken gehst ein Rad. Vollkorn kostet mehr als Weißmehl und so weiter.

Aber ist dir das deine Gesundheit nicht wert? Bist du dir das nicht wert? Und warum ist dir der Kostenfaktor egal, wenn du Sprit verbrätst für eine Strecke, die du auch locker mit dem Rad oder zu Fuß zurücklegen könntest?

Und was ist mit den Kosten für die vielen Medikamente und Behandlungen, die ein ungesunder Lebensstil ganz automatisch mit sich bringt? Vielleicht jetzt noch nicht, aber vielleicht schon in 5 Jahren.

3. Ich habe keine Zeit
Der Klassiker. Keine Zeit. Ob zum Sport oder zum Kochen. Das Leben lässt keinen Raum für solch einen Luxus… Wirklich? Was in deinem Leben beansprucht denn so viel Zeit? Vermutlich die Arbeit. Vielleicht aber auch die Familie. Das schafft dich, natürlich, ist ja auch anstrengend. Dazu kommen ja auch noch andere Pflichten wie einkaufen und der Haushalt. Zur Entspannung geht es dann nach getaner Arbeit aufs Sofa, einen Film gucken, oder zwei. Dann ab ins Bett und morgens geht das ganze Spiel wieder von vorne los. Wo soll da also noch Zeit für Sport oder Kochen bleiben?

Erkennst du dich wieder? Dann ist es höchste Zeit, etwas zu ändern. Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass der erste Reflex nach einem anstrengenden Tag das Sofa ist. Auch ich freue mich regelmäßig auf einen gemütlichen Serienabend. Allerdings haben die meisten Menschen eine 5-Tage-Woche und wenn jeder einzelne Tag vor der Glotze endet, ist das weder förderlich für die Gesundheit noch fürs Wohlbefinden.

Warum? Zum einen macht Fernsehen uns träge und faul. Noch dazu nimmt uns gerade unkontrolliertes Fernsehen und planloses Rumgezappe wertvolle Lebenszeit. In zweierlei Hinsicht. Denn auf der einen Seite verplempern wir auf diese Weise Zeit mit Dingen, die uns gar nicht richtig interessieren und verpassen so viele wichtige Augenblicke des Lebens. Augenblicke, an die wir uns auch noch mit 80 freudig erinnern, die unser Leben bereichern und es viel länger erscheinen lassen als das alltägliche Absacken auf dem Sofa.

Auf der anderen Seite nehmen wir uns viele, viele Lebensjahre. Denn inzwischen ist durch zahlreiche Studien belegt, dass Couchpotatoes in Bezug auf verschiedenste Krankheiten so gefährlich leben wie Raucher. Ein gesunder Lebensstil hingegen schenkt uns einige Jahre mehr auf dieser Erde. Lebenswerte Jahre, denn wer fit und gesund ist, kann das Leben auch mehr genießen.

Also Hand aufs Herz: Womit verbringst du tatsächlich deine Zeit, wenn du sagst, du hättest keine? Wieso denkst du, dass diese Tätigkeit wichtiger ist als Bewegung und Fitness? Oder gesund kochen und essen?

Inzwischen ist das Intervalltraining ganz groß in Mode. Zu Recht, denn mit geringem Zeitaufwand (3x/Woche je 20-30 Minuten) erreicht man sehr gute Ergebnisse. Die Fettverbennung wird angeregt, die Ausdauer verbessert und Muskeln aufgebaut. Gerade der Muskelaufbau ist enorm wichtig für einen fitten und gesunden Körper. Kannst du diese 60 bis 90 Minuten Fitness pro Woche wirklich nicht in deinem Terminkalender unterbringen? Du musst nicht jeden Tag eine Stunde joggen gehen. Viel wichtiger ist ohnehin, dich im Alltag viel zu bewegen.

Auch gesunde Ernährung muss nicht viel Zeit kosten. Ein leckeres und gesundes Essen ist in 20-30 Minuten zubereitet. Wie lange braucht eine Tiefkühlpizza oder Fertiglasagne? Oder Fix-Tüten? Du denkst, du sparst Zeit, aber das ist oftmals ein Trugschluss. Weil es so einfach wirkt. Gleichzeitig verpasst du eine riesige Vielfalt an unterschiedlichsten Lebensmitteln, Gewürzen und Aromen. Du verpasst, was die Natur zu bieten hat, indem du deine Geschmacksnerven mit Aromen, Geschmacksverstärkern und viel zu viel Salz manipulierst.

Du verpasst den Genuss, mit dem du dein eigenes Essen verspeist. Fertiggerichte schmecken immer gleich, aber Selbstgekoches ist jedes Mal ein bisschen anders. Und dadurch, dass du Arbeit hinein gesteckt hast, isst du gerade Neues viel bewusster. Nicht zuletzt verpasst du das unglaublich beflügelnde Gefühl eines gesunden und gut funktionierenden Körpers.

Pffft, schön und gut, höre ich jetzt einige sagen. Wenn ich mal Zeit für Fernsehen hätte. Ich arbeite viel zu viel als dass ich gesund leben könnte. Wenn das dein Grund ist, lass mich dich eine Sache fragen: Wofür arbeitest du so viel? Für deine Familie? Glaubst du tatsächlich, dass sie mehr von ein paar Euro haben als von Zeit mit dir? Glaubst du, ihnen ist das Geld so wichtig, dass sie in Kauf nehmen, dich nicht alt werden zu sehen, weil du vorher einen Herzinfarkt bekommst?

Arbeitest du so viel, damit du einen schönen Ruhestand erleben kannst? Wer sagt dir, dass du das Rentenalter erreichst? Oder, dass du den Ruhestand genießen kannst? Eine ungesunde Lebensweise macht das nicht besondern wahrscheinlich.

Überlege dir genau, womit du deine Zeit verbringst und verwende den Satz Ich habe keine Zeit in Zukunft nicht mehr so leichtfertig. Die Zeit ist kostbar, deine Uhr tickt und du kannst sie langsamer ticken lassen. Ist das nicht ein guter Grund?

Schiebe deine Gesundheit nicht vor dir her. Viele handeln erst, wenn es schon zu spät ist und sie tatsächlich krank werden. Natürlich kannst du damit auch noch das Ruder herumreißen, spät anzufangen ist immer noch besser als nie. Aber findest du es nicht schöner, deine Gesundheit aktiv bis zum Lebensende zu erhalten und in Würde zu altern?

2 thoughts on “Die 3 häufigsten Ausreden zu Lasten der Gesundheit

  1. Hi Maike,

    wie witzig: wieder einmal schreibst du mir aus der Seele!
    Von Nicht-Können und Kein-Geld als Denkmuster bin ich mittlerweile schon ganz gut weggekommen, aber gerade das (Zeit-)Verhältnis von viel Arbeit (wofür eigentlich?) und dem "Rest" des Lebens, beschäftigt mich ja auch immer wieder!
    Vor allem: einerseits bin ich traurig, weil ich so wenig lese oder meine Allgemeinbildung immer schlechter wird, andererseits habe ich im letzten Monat 4 Staffeln Desperate Housewives geguckt ;) wohlgemerkt auch neben dem Abwasch oder beim Bügeln, aber trotzdem…
    Man wird kaum auf dem Sterbebett sagen "Mann, hätte ich doch mal mehr ferngesehen" oder "Schade, dass ich nicht immer 6 statt 5 Tage pro Woche im Büro war"…
    Interessanter Post genau dazu übrigens und auch ein schöner Blog: http://www.healthyhabits.de/20-absurde-letzte-worte-die-du-garantiert-nicht-sagen-wirst/

    VG Katrin

  2. Hey Katrin,

    haha, diese Liste habe ich auch gelesen und finde sie wirklich super, genau wie den Blog auch.
    Ich glaube, die Zeit-Ausrede höre ich auch am meisten. Es ist ja auch leicht gesagt, vor allem wenn man davon überzeugt ist, tatsächlich keine Zeit zu haben. Das ging mir ja nicht anders. Erst als ich darüber nachdachte, warum ich eigentlich keine Zeit habe und womit ich überhaupt meine Zeit verbringe, fing ich langsam an, Prioritäten zu setzen.

    Viele Grüße!

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