Was dein Hass auf den Montag über dich verrät

Hass auf Montag

Gehörst du auch zu denen, die sich schon montags aufs Wochenende freuen und Sonntagabend mit Blick auf den nächsten Morgen schlechte Laune bekommen? Hechtest du von Urlaub zu Urlaub und freust dich über jeden Tag, an dem du krankgeschrieben bist? Dabei bist du nicht alleine. Rund 90 Prozent der Deutschen hassen ihren Job. Auch ich höre andere immer wieder fluchen, wenn sie an die Arbeit denken. Oder vom Lottogewinn träumen, mit dem sie endlich genug Geld haben um zu kündigen und das zu tun, was ihnen wirklich Spaß macht. Oder die Rente herbei sehnen, in der endlich alles besser wird.

Das macht mich betroffen.

Ein solches Leben orientiert sich ausschließlich in der Zukunft. Vorfreude auf Urlaub und Wochenende. Im Urlaub und am Wochenende Sorge und Unlust bei dem Gedanken an die Arbeit. Und so schön Vorfreue auch sein kann, ist sie nichts im Vergleich zur tagtäglichen Freude über das Leben im Hier und Jetzt. Wer sich nur an die Zukunft klammert, verpasst das Leben. Plötzlich wird jeder Tag zum Kampf. Fühlt sich schwer an. Zieht runter. Es ist kein lebenswertes Leben.

Oftmals aber haben wir die Fäden selbst in der Hand. Es liegt an uns, ob wir den Montag hassen oder lieben.

Warum hasst du den Montag?
Werd dir zuallererst klar darüber, warum du den Montag hasst. Und auch, ob du den Montag wirklich hasst oder dich nur von anderen Nörglern anstecken lässt.

Bei einigen Menschen hängt der Hass auf den Montag gar nicht unbedingt mit dem Job zusammen. Viel eher liegt es an der Freizeitgestaltung. Die Woche wird in Arbeits- und Freizeit unterteilt. Montag bis Freitag ist Arbeitszeit, Freitagabend bis Sonntag Freizeit. Kommt dir das bekannt vor? Dementsprechend werden Aktivitäten geplant. Unter der Woche fernsehen, am Wochenende Unternehmungen. Auch ich plante meine Woche zwischen Uni und Arbeit so. Dienstagabend etwas unternehmen? Quatsch, ich muss doch früh raus. Ich bleibe zu Hause und entspanne mich (etwa beim Fernsehen). Irrsinnigerweise hat mir diese “Entspannung” mehr Kraft geraubt als gebracht.

Vielleicht kennst du das auch. Unter der Woche bist du müde, während du am Wochenende richtig aufdrehst und fit bist (obwohl du nur vier Stunden geschlafen hast). Das liegt nicht an deiner Arbeit, sondern an deiner Freizeitgestaltung. Daher mein Rat an dich: Trenne das Wochenende nicht länger vom Rest der Woche. Fasse die ganze Woche unter einem Begriff zusammen: Leben.

Lass dein Leben nicht nur am Wochenende stattfinden. Spüre das Leben jeden Tag. Du bist dafür verantwortlich, dass dein Leben großartig ist. Es ist eine Entscheidung, die du triffst. Mit dieser Einstellung, die Woche und Wochenende nicht trennt, kannst du dem Montag den Schrecken nehmen. Indem du nicht in Wochentagen denkst, kannst du dein Leben und dein Lebensgefühl nachhaltig verändern.

Wenn der Job das Problem ist
Nicht immer können wir über die Freizeitgestaltung unser Lebensgefühl heben. Wenn der Gedanke an die Arbeit Bauchschmerzen bereitet, bringt die schönste Freizeitgestaltung nichts. In diesem Fall solltest du tiefer graben und die Ursache für deinen Unmut finden.

Was genau bereitet dir Bauchschmerzen? Das schlechte Arbeitsklima? Der cholerische Chef? Deine Aufgaben? Das zu erkennen, verrät dir eine ganze Menge über dich und deine Sehnsüchte. Frag dich gleichzeitig, was dir richtig gut gefällt. Der Austausch mit den Kollegen? Die Selbstbestimmung?

Ich habe mir diese Fragen gegen Ende meines Studiums in Hinblick auf die eventuell anstehende Arbeit gestellt. Und auch ich hatte Bauchschmerzen. Bei dem Gedanken daran, täglich stundenlang im Büro zu sitzen und Aufgaben zu verrichten, denen ich vielleicht nicht uneingeschränkt zustimmen würde. Bei dem Gedanken daran, geregelte Arbeitszeiten und sechs Wochen Urlaub im Jahr zu haben. Bei dem Gedanken, wahrscheinlich niemals genug Zeit und Geld zu haben, um mich so intensiv für soziale Projekte einzusetzen, wie ich es mir wünschen würde.

Wie auch jeder andere Mensch, habe ich bestimmte Werte und Vorstellungen vom Leben. Ich kann mich gegen sie stellen. Doch sich gegen diese Werte zu entscheiden bedeutet auch, zu leiden. Ich möchte nicht leiden. Ich möchte nicht montagmorgens auf meinen Wecker schielen und mir wüschen, es wäre Sonntag. Ich möchte so leben, wie es meiner individuellen Natur entspricht.

Wofür würdest du gerne aufstehen? Was sind deine Werte?
Wie soll dein Arbeitstag aussehen? Morgens ganz früh aufstehen und einer der ersten Kollegen im Büro sein? Dann ist Schichtarbeit offensichtlich nichts für dich. Nicht genau zu wissen, was auf dich zukommt und Abenteuer zu erleben? Was machst du dann in der Bank? Wenn du für einen minimalistischen Lebensstil und gegen unnötigen Besitz bist, wirst du dich nur schwer für deinen Job als Türvertreter erwärmen können.

Kreiere dir deinen perfekten Montag, an dem alles möglich ist. Schreib ihn in allen Einzelheiten auf. Gleiche ihn mit deinem jetzigen Leben ab. Wo gibt es Überschneidungen? Wo sind Unterschiede? Kannst du deinen jetzigen Job mehr an deine Wünsche anpassen? Was musst du tun, um der Idee vom perfekten Montag näher zu kommen? Vielleicht reicht schon der Wechsel von einem großen zu einem mittelständischen Unternehmen. Vielleicht gibst du den Ehrgeiz auf, den Chefsessel zu erreichen, weil das eigentlich nichts ist, was du wirklich willst. Vielleicht ist die ganze Branche nichts für dich.

Schluss mit Ausreden und Schönrederei
“Kann man nichts machen.” – “Jeder muss da durch.” – “Das geht doch so nicht.” – Alles Sätze, die ich mir auch lange versuchte, einzureden. Jeder leidet, also muss ich auch leiden.

Nein! Das ist Blödsinn!

Ich muss nicht leiden und du musst auch nicht leiden. Der Montag muss kein Schreckgespenst sein. Jeder, der versucht, dir das einzureden hat entweder selbst nicht den Mut zur Veränderung (und will auch nicht, dass du was veränderst) oder hat sich und sein Leben schon aufgegeben.

Ja, vermutlich erreichen die Wenigsten ihren idealen Montag. Darum geht es auch gar nicht. Es geht darum, seine Wünsche und Werte zu erkennen und sich nicht weiter gegen sie zu stellen. So zu leben, wie es uns entspricht. Nur so können wir montagmorgens aus dem Bett springen und es gar nicht abwarten, mit der Arbeit zu beginnen.

Warte nicht auf morgen
Du kannst nicht mit Sicherheit sagen, ob du morgen aufwachst. Tatsächlich weißt du nichtmal, ob du das heutige Abendessen noch erleben wirst. Oder noch viel schlimmer: Vielleicht buckelst du die nächsten Jahr(zenht)e in einem Job, der dich leiden lässt, nur um irgendwann festzustellen, dass du dein ganzes Leben verplempert hast und es keine Möglichkeit gibt, diese Zeit nachzuholen.

Was fürchtet Ihr

Lass es nicht soweit kommen. Vollbringe deine großen Taten jetzt. Deine Werte, Talente und Wünsche hast du nicht umsonst. Sie können dich zu einem einzigartigem Leben führen, das ganz und gar zu dir passt. Wirst du diesen Weg gehen?

Was hält dich jetzt noch ab?
Du weißt, warum du den Montag hasst und was du ändern müsstest, um den Montag zu lieben? Warum sitzt du dann noch hier? Leg los! Jede Veränderung beginnt mit dem ersten Schritt. Er mag der schwerste sein, ist aber auch der wichtigste. Ohne den ersten Schritt kann eben nichts anders werden. Ohne den ersten Schritt weißt du nicht, welche Kraft in dir steckt. Lebe nicht einfach dein Leben so weiter mit Hoffnung auf eine schönere Zukunft und ewigem Hass auf den Montag. Das hat weder der Montag, noch du verdient. Nein, du verdienst ein fantastisches, leichtes, buntes Leben. Warte nicht darauf, dass es von allein zu dir kommt (das wird es nämlich nicht). Schaffe dir selbst eine schönere Gegenwart.

Wie stehst du dem Montag gegenüber? Lebst du deinen perfekten Montag schon oder würdest du montagmorgens am liebsten gar nicht aus dem Bett steigen?


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