Meine 3 größten Fehler auf dem Weg zu mehr Selbstbewusstsein (und was du von ihnen lernen kannst)

Selbstbewusstsein

Selbstbewusstsein. Selbstbewusstsein ist entweder das Sich-selbst-bewusst-sein oder, wenn wir von der philosophischen Betrachtungsweise abrücken, das Überzeugtsein seiner eigenen Fähigkeiten und dem Wert als Person. Selbstbewusstsein ist also eng mit dem Selbstwert verknüpft – und je niedriger wir unseren eigenen Wert bestimmen, desto weniger Selbstbewusstsein haben wir. Mein Selbstwert, und damit auch mein Selbstbewusstsein waren früher niedrig. Sehr niedrig. Ich konnte nichts Positives an mir finden – weder an meinem Charakter, noch an meinem Körper, noch an meinem Leben. Alle anderen waren schöner, witziger, erfolgreicher, liebenswerter oder hatten ein spannenderes Leben. Oder eine spannendere Lebensgeschichte. Oder alles zusammen. So oder so waren andere stets besser.

Natürlich ist solch eine Betrachtungsweise auf sich selbst scheiße. Hat es mein Leben besser gemacht? Nein! Bin ich dadurch besser geworden? Nein! Ich versank immer mehr in einem Sumpf aus Selbsthass und dem Wunsch, einfach jemand anders zu sein.

Ich versuchte, an meinem Selbstbewusstsein zu arbeiten. Allerdings schlug ich dafür völlig falsche Wege ein. Sie haben mir nicht geholfen, sondern alles noch viel schlimmer gemacht. Meine 3 größten Fehler teile ich mit dir, damit du nicht den gleichen Weg gehst und endlich erkennst, wie großartig du bist:

1. Ich orientierte mich an Zahlen und Maßen
Vor vielen Jahren, als ich gerade mit meinem Freund zusammen gekommen war und wir fröhlich alles verspeisten, was uns unter die Nase kam, hatte ich ein paar Kilo zugelegt. Das machte mich tief unglücklich und ich fing an, wieder auf mein Ursprungsgewicht hinzuarbeiten, was ich schließlich auch erreichte. Künftig kontrollierte ich mein Gewicht fast täglich, damit mir das nicht noch einmal passierte. Wiegte ich mal zwei Kilo mehr, fühlte ich mich schlecht, aß ich in den nächsten Tage weniger und – tadaaa – ich wog wieder “richtig”.

Vielleicht geht es dir ähnlich, weswegen ich dir nicht sagen muss, wie anstrengend das war.

Irgendwann verfluchte ich die Waage, denn ich erfuhr, dass es auch andere Ursachen für Gewichtsschwankungen gab als Fett.

Yeah, ich war frei von der Waage – und stolperte gleich darauf vom Regen in die Traufe. Denn, pfiffig wie ich war, griff ich zu einem anderen Mittel, um meine “Schönheit” zu kontrollieren: Einem Maßband. Viel aussagekräftiger als das Gewicht waren schließlich die perfekten Maße (habe ich gedacht).

Das Maßband machte mich glücklich, denn meine Maße waren einfach top! Zwar bekam ich die Krise, wenn mein Taillenumfang mal um 2 Zentimeter wuchs, aber zum Glück wusste ich ja, wie ich dieses “Problem” beheben konnte: Einfach die nächsten Tage weniger essen.

Es war sooo anstrengend. Ich habe durch das Verfluchen der Waage und der Entdeckung des Maßbandes nichts gewonnen.

In beiden Fällen hing mein Selbstbewusstsein von einer Zahl ab. Ob ich mich in meiner Haut wohlfühlte, entschied am Morgen diese eine Zahl. Sie bestimmte, ob ich eine weite Tunika oder ein enges Top anzog. Ob ich mich im Bikini zeigte oder “keine Lust zum Schwimmen” hatte.

Ich war völlig abhängig.

Und ganz und gar nicht selbstbewusst.

Denn wäre ich selbstbewusst gewesen, bräuchte ich keine Kontrolle, kein Messen, keine Zahlen.

Woher ich das weiß?

Weil ich genau heute so lebe. Ich wiege mich nicht, ich vermesse mich nicht. Ich esse, was ich will und wann ich es will. Ich fühle mich nach zwei Stücken Kuchen genauso wohl wie nach einem Salat.

Was du daraus lernen kannst:
Selbstbewusstsein hat nichts damit zu tun, wie du aussiehst. Einzig und allein, wie du dich fühlst, bestimmt darüber, ob du selbstbewusst bist oder nicht. Das erkennst du schon allein daran, dass ich mich wegen 2 Kilos oder 2 Zentimetern völlig verrückt machte.

Kein Mensch hätte mich wegen dieser “erhöhten” Zahl plötzlich für dick gehalten, denn erstens wäre es höchstwahrscheinlich niemandem aufgefallen und zweitens machen diese 2 Zentimeter oder Kilos nicht DEN riesigen Unterschied.

Wenn du selbstbewusster werden möchtest, solltest du nicht mit einer Diät anfangen, sondern dich intensiv mit dir selbst beschäftigen. Lernen, auf deinen Körper zu hören. Herausfinden, warum du Schwierigkeiten hast, dich selbst zu akzeptieren. Deinen Körper kennenlernen, ihn regelmäßig betrachten und anfassen und dir ins Gedächtnis rufen, was für ein Wunder er ist. Selbstliebe praktizieren. Deinen Körper pflegen und wie einen guten Freund behandeln.

Abnehmen allein macht dich nicht glücklich. Die innere Arbeit ist viel entscheidender. Wenn sie nicht erfolgt, kannst du noch so viel abnehmen – du wirst dich nie richtig wohl fühlen, nie richtig selbstbewusst werden, nie schätzen zu wissen, was du hast.

2. Ich versuchte, mir Selbstbewusstsein zu kaufen
Hier ein paar Schuhe, dort ein Rock – ich häufte Kleidung und Schuhe an als ginge es um mein Leben. Ich war der festen Überzeugung, dass “Kleider Leute machen” und handelte ungeniert nach diesem Motto. Ich dachte, je mehr Kleidung ich hatte, desto mehr “Person” wurde ich. Klingt völlig logisch, oder?

Naja. Um dich nicht länger auf die Folter zu spannen: Die Rechnung ging nicht auf. Ich wurde nicht selbstbewusster. Nein, sogar das Gegenteil war der Fall. Ich fühlte mich in “alten” Kleidungsstücken super unwohl. Was sollen die Leute bloß denken, wenn ich ständig das Gleiche trug?

Also shoppte, shoppte, shoppte ich fröhlich und wurde dabei immer unglücklicher und unzufriedener.

Tja. Schöne Kleidung ist toll. Aber sie ist kein magisches Werkzeug, um uns Selbstbewusstsein zu schenken.

Was du daraus lernen kannst:
Selbstbewusstsein durch Kleidung? Vergiss es! Bei mir ist nichts passiert, außer dass ich immer wie ein aufgescheuchtes Huhn zum Sale gelaufen bin, um für weniger Geld mehr Kleidung kaufen zu können. Besser hätte ich mein Geld nicht rausschmeißen können.

Es ist vollkommen egal, wie viel du hast: Es ändert nichts. Du wirst kein besserer Mensch. Du wirst nicht plötzlich erfolgreicher, schöner oder beliebter. Klar, oberflächliche Menschen werden dich für deinen vollen Kleiderschrank vielleicht feiern. Aber glücklich macht dich das trotzdem nicht.

Meine Empfehlung an dich: Kauf dir erst wieder Kleidung, wenn du innerlich so weit gefestigt bist, dass du sagen kannst: Ich bin großartig – egal ob ich 2 oder 20 Pullis im Schrank habe.

3. Ich versuchte, zu sein wie andere
Ich habe früher viele Menschen bewundert. Echte Menschen. Fiktive Figuren. Und so wie ich sie bewunderte, war mir völlig klar, dass sie auch von anderen geliebt wurden. Für ihre Schlagfertigkeit. Ihren Humor. Ihre Coolness. Oder ihre geheimnisvolle Art.

Was liegt da näher als zu werden, wie diese Personen? Genauso cool. Genauso schlagfertig. Genauso witzig. Genauso geheimnisvoll.

Wenn du das selbst schon einmal versucht hast, weißt du, dass dieser Schuss direkt nach hinten losgeht. Andere Menschen finden dich nicht schlagfertig, witzig, cool oder geheimnisvoll, sondern komisch.

Punkt.

Ich habe eine Ewigkeit gebraucht, um das zu erkennen. Wie könnten sie mich auch nicht komisch finden, wenn ich mir eine Charaktereigenschaft aneignete, die einfach nicht ich bin? Wenn ich Dinge sagte, die nicht so recht zu mir passen wollten? Wenn ich Sprüche klopfte, die bei anderen extrem lustig rüberkommen, bei mir aber einfach nur platt und geschmacklos wirkten?

Du kannst dir meine Enttäuschung sicher vorstellen: Ich fühlte mich genauso keck und geheimnisvoll wie Phoebe Halliwell, aber die Leute mochten mich trotzdem nicht besonders.

Und so schrumpfte mein Selbstbewusstsein immer mehr.

Was du daraus lernen kannst:
Solange du dich selbst nicht genau so akzeptierst, wie du bist, wirst du auch nicht von anderen akzeptiert. Wenn du versuchst, jemand anders zu sein, merken das die anderen und distanzieren sich. Menschen wollen Echtheit, Authentizität und auch Macken. Das ist es, was einen Menschen ausmacht.

Menschen wollen nichts vorgespielt bekommen oder an der Nase herum geführt werden. Nein, Menschen wollen DICH sehen und dann entscheiden, ob sie dich mögen oder nicht.

Was bringt es dir, wenn Menschen dich für etwas mögen, was du nicht bist? Wenn du eine ewige Rolle spielst, die du nicht wirklich ablegen kannst, aus Angst, nicht mehr gemocht zu werden?

Ist es nicht viel besser, zu sagen: That’s me! Entweder du magst es oder eben nicht!

Ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass es unheimlich befreiend ist, einfach du selbst zu sein. Du ziehst dadurch auch Menschen in dein Leben, die genau zu dir passen. Nicht zu der Rolle, die du spielst.

Menschen, die sind wie du. Dich verstehen. Dich unterstützen. Dich lieben für das, was du bist.

Und die anderen? Die mögen dich vielleicht nicht. Aber warum möchtest du ihnen denn überhaupt gefallen? Warum möchtest du lieber ihnen gefallen als Menschen, die eigentlich genauso sind wie du?

Lass dir das mal durch den Kopf gehen!

Wie du selbstbewusster wirst
Selbstbewusstsein aufzubauen ist möglich. Ich bin dafür ein gutes Beispiel. Aber wie wurde ich überhaupt selbstbewusst? Indem ich mir meiner selbst bewusst wurde:

Lerne dich selbst kennen
Zu erkennen, wer du selbst bist, hilft erheblich. Manchmal haben wir so lange eine Rolle oder nach den Werten anderer gelebt, dass wir gar nicht mehr wirklich wissen, wer wir eigentlich sind. In dieser Podcast-Episode verrate ich dir, wie du dich selbst besser kennenlernst.

Wenn du dich selbst kennst, kannst du nicht nur voll und ganz zu dir selbst stehen, sondern auch dein Leben nach deinen Wünschen und Bedürfnissen ausrichten. Du kannst für das einstehen, was dir wichtig ist. Du lebst auch entspannter, weil du niemandem etwas beweisen musst. Du kannst ganz einfach du sein und fühlst dich wundervoll dabei.

Lerne deinen Körper kennen
… und zwar innerlich wie äußerlich. Ich kenne Frauen, die sich über Monate oder sogar Jahre nicht komplett im Spiegel anschauen, weil sie fürchten, was sie sehen werden. Aber leider fühlen wir uns durch diese Vermeidungstaktik nicht besser oder schöner. Ganz im Gegenteil. Es hat ja einen Grund, warum wir uns nicht anschauen wollen. Und je länger wir diesen Blick vermeiden, desto ungewohnter wird er, desto mehr entfremden wir uns von uns selbst.

Dabei ist Vertrautheit ein wesentlicher Faktor für mehr Selbstbewusstsein. Der ungenierte, tägliche (!) Blick in den Spiegel mag dich anfangs vielleicht Überwindung kosten. Nach einiger Zeit aber ist es ganz normal und gar nicht mehr so furchterregend. Denn du erblickst täglich etwas Vertrautes.

Auch innerlich solltest du deinen Körper kennen lernen. Er ist so verdammt intelligent, aber durch andauernde Ablenkung, haben viele Menschen verlernt, dieser Intelligenz zu folgen. Körper und Geist scheinen getrennt voneinander zu sein. Dabei gehören sie zusammen.

Sobald du Körper und Geist wieder vereint hast, sobald du auch bloß einen Hauch Körperbewusstsein fühlst, ändert sich alles. Die ganze Sicht auf das Leben, deinen Körper, dein Selbstbild ändern sich augenblicklich – was wunderschön ist.

Denn du fühlst dich freier. Und je enger Körper und Geist zusammenrücken, desto selbstbewusster wirst du. Denn es geht dir nicht mehr einfach um Äußerlichkeiten. Es geht dir darum, dich gut zu fühlen. Und dieses gute Gefühl entsteht nicht im Außen, sondern im Innern.

Wie du deinen Körper besser kennenlernst? Durch Sport, Yoga, Meditation. Es gibt einige Wege, bei deinen dein Körper ganz im Fokus deiner Aufmerksamkeit steht.

Tritt regelmäßig aus deiner Komfortzone
Wenn du immer nur das machst, was sich vertraut anfühlt, wirst du nie erkennen, zu was du fähig bist. Mit jedem Schritt aus der Komfortzone, wächst dein Selbstvertrauen und damit auch dein Selbstbewusstsein.

Ob alleine verreisen, dem unfreundlichen Kunden die Meinung sagen oder bloß zum ersten Mal alleine ein Café zu besuchen. Mit jedem Schritt aus der Komfortzone wächst du innerlich und traust dir immer mehr zu.

In dieser Podcast-Episode verrate ich dir übrigens, wie du in 5 Schritten deine Komfortzone verlässt.

Selbstbewusstsein ist trainierbar
Mein Leben hat sich durch mehr Selbstbewusstsein deutlich verändert. Es ist viel besser geworden als ich es mir je hätte erträumen lassen. Ich bin viel entspannter, gefestigter, glücklicher. Kann ich noch eine Schippe Selbstbewusstsein oben drauf legen? Auf jeden Fall! Aber inzwischen weiß ich, wie ich das schaffe und folge nicht mehr falschen Wegen, die alles nur noch schlimmer machen.

Ich hoffe, dass auch du dich von diesen Wegen abwendest und anfängst, nachhaltig an deinem Selbstbewusstsein zu arbeiten. Zu erkennen, wie großartig du bist. Wie großartig dein Körper ist. Wie wundervoll das Leben ist, wenn du einfach du bist. Einfach du. Ohne Scham. Ohne schlechtes Gewissen.

Denn alles andere macht keinen Spaß.

Und darum geht es doch im Leben, oder?


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