Wie du lernen kannst, ein selbstbestimmtes Leben zu führen

Wir alle wollen ein selbstbestimmtes Leben führen. Wir möchten uns unser Leben nicht diktieren lassen. Frei leben, selbst entscheiden. Leider sieht die Realität viel zu oft anders aus. Tatsächlich lassen wir uns vorschreiben, wie wir unser Leben zu leben haben – wenn auch unbewusst. Sonntags wird nicht gewaschen, an Weihnachten gibt es Braten, Frauen trinken Sekt, kein Bier (wo kommen wir denn da hin?).

Wir alle leben nach Glaubenssätzen, die wir uns nicht selbst überlegt haben. Das haben andere für uns übernommen. Doch wie erkennen wir sie? Es handelt sich immer um Sätze, die anfangen mit “Man muss/macht/sollte…”. Wenn dir so ein Satz über den Weg läuft, ist Vorsicht geboten. Höchstwahrscheinlich handelt es sich um einen fremden Glaubenssatz.

Ebenso wenn du Dinge tust oder nicht tust mit dem Hintergedanken, was die Leute denn sonst denken sollen. Mach dir klar, dass es völlig unwichtig ist, was die anderen denken (es denkt doch eh jeder, was er will). Stell dich und deine Vorstellung von einem schönen Leben in den Mittelpunkt. Nur so kannst du ein selbstbestimmtes Leben führen.

Nun weiß ich aus eigener Erfahrung, dass es leichter gesagt ist als getan, fremde Glaubenssätze durch eigene auszutauschen. Nicht nur, dass wir die fremden erkennen müssen. Wir müssen uns auch noch überlegen, ob wir sie gut finden oder völlig ablehnen. Und dann müssen wir uns auch noch entgegen der Meinung, was man denn so macht, leben. Das geht nicht von heute auf morgen.

Lerne dich selbst kennen
Um ein glückliches Leben nach deinen eigenen Regeln zu führen musst du dich selbst gut kennen. Du musst wissen, welche deine eigene Meinung ist und welche du nur von anderen übernommen hast. Du musst deine eigenen Ideale und Vorstellungen vom Leben entwickeln und nach ihnen handeln. Dein eigenes Leben führen. Das geht nicht, wenn du dich selbst nicht kennst. Wenn du dich bisher nicht so richtig kanntest, gibt es verschiedene Wege, um das zu ändern.

1. Achte auf Klatsch und Tratsch
… und zwar von dir selbst. Was du über andere sagst, sagt eine ganze Menge über dich aus. Warum hältst du es für wichtig zu erwähnen, dass deine alte Schulfreundin sich jetzt zum dritten Mal scheiden lässt? Obwohl sie niemand aus deinem heutigen Freundeskreis kennt? Was genau steckt hinter dieser simplen Botschaft?

Auch Lästereien verraten viel über dich, wenn du ihnen auf den Grund gehst. Sei dabei ehrlich. Lästerst du aus Neid? “Jetzt fährt mein Kollege schon zum dritten Mal dieses Jahr in den Urlaub, dabei ist gerade erst Juli. Man kann es auch übertreiben.”

Lästerst du aus moralischen Gründen? “Maximilian kauft sich jeden Tag abgepackte Sandwiches. Was das für ein Müll ist.”

Oder vielleicht um dich selbst besser dar zu stellen? “Tss, mein Cousin hat sich jetzt eine 3-Zimmer-Wohnung gekauft. Im Gegensatz zu meinem riesigen Haus wohnt er dort ganz schönt beengt.”

Manches kritisierst du möglicherweise nur, damit dich eine Gruppe akzeptiert. Warum möchtest du zu dieser Gruppe dazugehören? Decken sich die Wertvorstellungen dieser Gruppe tatsächlich mit deinen eigenen? Wärst du in einer anderen Gruppe vielleicht besser aufgehoben?

Eine einfache Klatschrunde kann dir einen großen Einblick in deine Sehnsüchte, Ideale und Wünsche geben. Vorausgesetzt, du lässt es zu und hörst in dich hinein. Was sagen deine Aussagen über dein eigenes Leben aus? Welche Werte vertrittst du? Wo würdest du gerne stehen? Was in deinem Leben gefällt dir nicht? Was gefällt dir besonders gut?

2. Verreise allein
Alleine zu verreisen kostet Überwindung. Du machst dich alleine auf den Weg in eine unbekannte Umgebung, verlässt deine Komfortzone. Das hört sich unbequem an, bringt dir selbst aber eine ganze Menge.

Im Urlaub sind wir automatisch gelöster. Wir probieren Dinge aus, von denen wir zu Hause nicht mal träumen würden. Vor allem wenn du alleine verreist und dir niemand, der dich kennt, auf die Finger schaut. Du musst dich nicht rechtfertigen oder schämen für Neues oder für dich völlig Ungewöhnliches.

Du kannst abends einen gutaussehenden Fremden zu Tanzen auffordern und spüren, wie du dich dabei fühlst. Du kannst den ganzen Tag schweigen oder jeden anquatschen, der dir über den Weg läuft. Du kannst mal bis mittags schlafen, mal ganz früh aufstehen oder den ganzen Tag im Bett verbringen. Oder den ganzen Tag unterwegs sein und dich gar nicht ausruhen. Auf dem Markt verhandeln, dich mit Einheimischen unterhalten, Kindern ein Spiel beibringen.

Im Urlaub stehen dir so viele Möglicheiten offen, die du zu Hause einfach nicht hast. Zu Hause leben wir in einem Trott, den wir selten und höchst ungern verlassen. Läuft doch alles. Leider entwickeln wir uns durch die ganzen Routinen und immer gleichen Abläufe nicht sehr viel weiter. Dazu kommt auch noch der Nachbar, der nur zu gern mit einem Auge über den Gartenzaun schielt. Nur um später seiner Frau erbost zu erzählen, dass du mit dem Staubsauger die Einfahrt gesaugt hast.

Nach einer Solo-Reise wirst du völlig verändert wieder kommen. Du kannst Abstand nehmen zu Meinungen und Glaubenssätzen anderer Menschen. Manches wirst du plötzlich von einem anderen Standpunkt betrachten. Eigene, frisch gewonnene Meinungen nimmst du mit in dein altes Leben.

Je länger die Reise dauert, umso mehr Erkenntnisse gewinnst du über dich und deine Vorstellungen von einem lebenswerten Leben.

3. Mach Yoga und Meditation
In dieser Liste darf Yoga und Meditation natürlich nicht fehlen. Was du dadurch über dich lernst, ist einzigartig. Und das schon bei 15 Minuten täglich. Yoga und Meditation ist das Mittel der Selbsterkenntnis und Persönlichkeitsentwicklung. Ich hätte es selbst nicht geglaubt, wenn ich es nicht versucht hätte. Es klingt doch ziemlich abgehoben. Eine einzige Sportart soll mein Denken verändern? Ja, klar…

Aber es stimmt.

Es lässt dich wachsen, deine Persönlichkeit reift. Dein Denken verändert sich. Du wirst immer mehr du. Selbst wenn du nicht an der spirituellen Seite des Yogas interessiert bist, wirst du Unterschiede feststellen. Auch ich hatte daran anfangs kein Interesse. Aber die persönlichen Veränderungen haben mich überzeugt und machen Yoga und Meditation für mich damit zu den besten Mitteln, um sich selbst kennen zu lernen.

Integriere neue Glaubenssätze in dein Leben
Manche Glaubenssätze wirst du automatisch umsetzen. Du wirst vielleicht kurz denken “War ich denn bescheuert?” und sie dann leben. So war es bei mir mit dem Glaubenssatz “Auf Partys trinkt man Alkohol”.

Schwieriger wird es tatsächlich, wenn die ganze Zeit im Hinterkopf die Frage rumspukt “Was sollen denn die anderen denken?”. Die Angst davor, was andere denken könnten, kann uns lähmen. Aber! Stell dir folgende Fragen: Warum ist es dir wichtig, was andere denken? Warum denken die anderen, was sie denken? Sind sie neidisch, spießig, missgönnerisch? Glaubst du wirklich, dass es dich glücklicher macht, die Erwartungen anderer Menschen zu erfüllen als deine eigenen? Wie wirst du am Ende deines Lebens darüber denken?

Und dann: Lebe einfach deine neuen Glaubenssätze und schau, was passiert. Was ist schon das Schlimmste, was passieren kann? Dass irgendjemand sagt: “Na, das finde ich jetzt aber völlig daneben, was du machst.” Und das ist völlig unwichtig. Denn (wie wir ja bei Punkt 1 lernen konnten), es sagt überhaupt nichts über dich aus. Diese Aussage sagt nur etwas über deinen Kritiker aus. Er kann sich das für sein Leben so nicht vorstellen. Oder er würde es auch gerne so machen, traut sich aber nicht.

So.

Und jetzt frage ich dich: Sind das tatsächlich  gute Gründe, nicht das zu tun, wonach dein Herz schreit?

Bleibe immer du
Es geht in erster Linie darum, dich selbst zu finden und zu erkennen, wie du dein Leben führen möchtest. Das bedeutet nicht nur, dich von Normen anderer zu distanzieren. Es bedeutet auch, zu erkennen, dass manche Normen auch deine eigenen sind und du sie genauso teilst. Du musst dich nicht um jeden Preis abheben von der Masse. Es ist okay, wie die Masse zu denken, wenn du dich dabei wohl fühlst. Es geht um dich.

Manche versuchen zwanghaft anders zu sein. Gehen mit 40 plötzlich jeden Abend in die Disko, nur um sich abzuheben. Gleichzeitig wollen sie aber viel lieber den Abend mit einem heißen Tee und einem spannenden Buch auf der Couch verbringen. Und dann morgens früh aufstehen, um den Garten zu machen und die Gartenzwerge neu zu ordnen.

Auch hier ist Unzufriedenheit vorprogrammiert.

Die Folgen eines falschen Lebens
Leben wir das falsche Leben (und nicht anderes passiert, wenn wir nicht wir selbst sind), erfolgt eine Kettenreaktion. Indem wir (für uns) falsche Normen leben, ziehen wir auch die Menschen in unser Leben, die diese Normen ebenfalls leben. Um bei dieser Gruppe nicht anzuecken, verleugnen wir unsere eigentlichen Glaubenssätze. Wir verstellen uns. Das tut weh.

Nicht du selbst zu sein schmerzt unheimlich.

Du weißt vielleicht nicht, dass es daran liegt. Du nimmst nur eine Leere in dir wahr. Eine tiefe Unzufriedenheit. Ein Loch, das nicht gefüllt werden kann, egal wie sehr du es versucht. Du kannst es nicht füllen, weil du es mit den falschen Dingen versuchst.

Du kannst die Leere und Unzufriedenheit nur beseitigen, indem du den Grund dafür beseitigst: Die falschen Glaubenssätze. Und ja, dadurch verlierst du vielleicht auch die Menschen, die du bisher deine Freunde genannt hast. Du kannst nichts mehr mit ihnen anfangen, sie nicht mehr mit dir.

Aber ganz ehrlich: Wie schlimm ist das? Denn gleichzeitig ziehst du die Menschen an, die die gleichen Glaubenssätze haben wie du.  Menschen, mit denen du dich tatsächlich identifizieren kannst und auch willst. Menschen, die dich wunderbar finden, vor denen du dich nicht verstellen musst.

Stell dir nur das Gefühl vor. Hör tief in dein Herz und du weißt, dass genau das ein lebenswertes Leben ist. Denn es ist genau so, wie es zu dir passt. Dein eigenes Leben sollte nichts anderes als deine Persönlichkeit und deine induvidualität wiederspiegeln. Das ist ein selbstbestimmtes Leben.

Nur so ist dir Zufriedenheit garantiert.

 

Welche fremden Glaubenssätze hast du schon erfolgreich überwunden? Welchen Glaubenssatz konntest du noch immer nicht überwinden?


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