3 Gewohnheiten, die dein Selbstwertgefühl zerstören

Selbstwertgefühl

Auf einer Skala von 0 bis 10 war mein Selbstwertgefühl vor einigen Jahren noch bei minus 5. Vielen Frauen geht es nicht anders. Sie erkennen nicht nur ihren eigenen Selbstwert nicht, sie haben sich auch Gewohnheiten angeeignet, um das Selbstwertgefühl vollends zu zerstören. Dabei ist die Aufgabe dieser Gewohnheiten schon ein erster großer Schritt hin zu mehr Selbstliebe und zu der Erkenntnis, was wir wirklich wert sind.

1. Du machst dich nur für andere schön
Du trägst zu Hause deine “schlechten” Klamotten und wenn du unter Menschen gehst, deine “guten”? Wenn du nicht vor hast deine Wohnung zu verlassen, schminkst du dich nicht, aber wenn sich spontan Besuch ankündigt, läufst du schnell ins Bad?

Solche Szenarien kennt fast jede Frau. Warum auch nicht? Nur für mich selbst muss ich ja auch nicht so einen Aufwand betreiben. Oder? Doch! Denn in dieser Aussage liegt schon der Knackpunkt: “Nur für mich…” – dabei sollte es heißen: “Gerade für mich…”

In einer Zeitschrift habe ich mal gelesen, man solle Schmuck auch als genau solchen betrachten. Er soll uns schmücken. Zu Hause sollte man ihn also abnehmen, um ihn zu schonen. Denn dort muss man sich ja nicht schmücken. Für wen denn schon? Habe ich eine Zeit auch gedacht. Ich habe auch immer drauf geachtet, dass ich zu Hause Kleidung trage, die nicht mehr so schön ist. Sieht ja keiner. Und ist ja nur für mich.

Aber welchen Wert vermitteln wir uns selbst damit? Für uns selbst reicht die löchrige Schlabberhose und für andere werfen wir uns in Schale? Deutlicher können wir uns nicht sagen, dass wir es nicht wert sind.

Sollst du jetzt zu Hause nur noch deine schönsten Kleider anziehen und die bequemen Sachen wegschmeißen? Selbstverständlich nicht. Auch ich laufe zu Hause gerne in flexiblen und gemütlichen Sachen rum. Gerade jetzt trage ich eine Leggins und einen schönen weitgeschnittenen Pulli. Praktisch und sportlich. Im Gegensatz zu früher sind aber das Sachen, in denen ich mich wohlfühle. Es ist kein Outfit, bei dem ich panisch werde, wenn der Postbote klingelt. Es sind auch keine Klamotten, die ich aussortiert habe “für zu Hause”. Bis auf wenige Ausnahmen (für richtig gemütliche Stunden am Abend), ist es Kleidung, die ich auch draußen trage und ja, ich nehme es in Kauf, dass ich sie zu Hause “abtrage”.

Für mein Selbstwertgefühl.

Gewöhne dir an, dich ausschließlich für dich selbst schön zu machen
Es kommt nur darauf an, was DU schön findest und worin oder womit DU dich gerade wohlfühlst. Schminke, Kleidung, Schmuck – all das muss DIR gefallen. Gerade auch deswegen ist es wichtig, dich auch zu Hause schön herzurichten. Dann nämlich, ohne Zuschauer außer dir selbst, gibt es keine Zweifel in deinem Kopf. Du denkst nicht: “Kann ich das so tragen?” oder “Ist der Lippenstift zu knallig?”. Nein, deine Gedanken sind rein und frei von anderen Menschen. Du machst das, was du schön findest und worauf du Lust hast und du wirst dich dabei verdammt gut fühlen. Du wirst selbstbewusster und bekommst ein Gespür dafür, worin oder womit du dich wohl fühlst. Und eh du dich versiehst, machst dich auch außerhalb deiner Wohnung nicht mehr für andere zurecht, sondern nur noch für dich selbst.

2. Du redest dich selbst klein
Viele, die ein Kompliment oder Lob bekommen, winken schnell ab. “Nichts Besonderes”, murmeln sie dann oder “ach, quatsch”. Bescheidenheit ist eine Tugend, blabla. Hör endlich auf, bescheiden zu sein. Erkenne, wer du bist und was du kannst. Es geht nicht darum, großkotzig duch die Welt zu laufen und allen zu erzählen, wie toll du bist. Es geht darum deine Stärken und Talente zu erkennen und gebührend zu feiern. Und einfach “danke” zu sagen, wenn jemand etwas Gutes über dich sagt.

Ich klopfe mir inzwischen regelmäßig selbst auf die Schulter. Das hat zum Einen dazu geführt, dass ich selbstbewusster wurde. Zum anderen hat es mir geholfen, mit Kritik konstruktiv umzugehen. Früher hätte ein Wort der Kritik mein ganzes Kartenaus zum Einsturz gebracht. Heute schaue ich mir die Kritik an und entscheide dann, ob und wie ich sie annehme. Mein Kartenhaus bleibt stehen.

Also, denk genau jetzt mal nach! Was hast du heute Tolles gemacht? Das muss nichts Großes sein. Du musst kein Hund aus einem brennenden Haus gerettet haben, um dir auf die Schulter klopfen zu können. Alles zählt. Ich weiß, das fällt schwer. Deswegen fange ich an. Ich war heute besonders produktiv (und bin es noch). Und ich habe meinen Nachmittagssnack perfektioniert. So. Jetzt du. Nicht weiterlesen. Erst auf die Schulter klopfen.

Okay? Super, dann weiter:

3. Du gönnst dir nur am Wochenende oder im Urlaub etwas
Der Klassiker. Der Alltag ist geprägt von Arbeit und Pflichten, während am Wochenende oder im Urlaub “gesündigt” werden darf. Da wird essen gegangen oder ein Cappuccino getrunken. Etwas Teures gekauft oder eine Massage genommen. Ist ja schließlich Urlaub oder Wochenende. Da ist so etwas in Ordnung.

Begründet wird das auch oft damit, dass es ja nichts Besonderes wäre, würde man das im Alltag machen. Meine Meinung dazu: Wenn es aufhört, etwas Besonderes zu werden, wirst du es schon merken. Wenn du jede Woche zur Massage gehst und es dann nicht mehr genießen kannst, hör eben auf damit. Aber bis es soweit ist, bist du wenigstens jedes Mal, wenn du Lust hattest, zur Massage gegangen. Und hast dich nicht auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet, wenn es okay und “etwas Besonderes” ist, das zu tun.

Dein Selbstwertgefühl leidet enorm darunter, denn du knüpfst solche Genüsse an äußere Umstände anstatt deine inneren Bedürfnisse Grund genug sein zu lassen. Was aber spricht dagegen, jeden einzelnen Tag so zu gestalten, dass du vor Freude fast platzt?

Ich sage dir, was dagegen spricht, es nicht zu tun: Der Tod.

Ja. Richtig gelesen. Wir können unser Leben nicht in gute und schlechte Tage aufteilen. Wir können nicht damit warten, die guten Sachen erst an den “guten” Tagen zu machen. Dafür haben wir gar keine Zeit. Die einzige Zeit die du hast, ist dieser Augenblick – oh, vorbei.

Es ist nichts Schlimmes oder Verwerfliches sich außerhalb von Urlaub und Wochenende etwas zu gönnen. Ganz im Gegenteil. Deine Seele sagt dir was sie braucht und wenn du es ignorierst, nur weil der falsche Tag ist, ist das Seelenverletzung.

Jap, genau, es ist eine Straftat und die Strafe ist Gefängnis. Du kommst in ein Gefängnis, das sich Alltag nennt und nur sechs Wochen im Jahr zuzüglich Wochenenden bekommst du Freigang. Ist das nicht ätzend? Finde ich auch.

Fang also endlich an, dir etwas zu gönnen, weil du es wert bist. Weil dein Körper oder deine Seele es gerade jetzt verdient haben. Denn, glaub mir, das haben sie. Du hast es verdient. Du bist es wert. Sag es. Laut.

“Ich habe es verdient!”

“Ich bin es wert!”

Und das sagst du dir immer dann, wenn du mal wieder unsicher bist, ob es wirklich okay ist, dir etwas zu gönnen.

Ändere deine Gewohnheiten, dann ändert sich dein Leben
Wenn du diese drei Gewohnheiten änderst, wird sich dein Leben sofort merklich verbessern. Dein Selbstwertgefühl schießt in die Höhe, denn du machst dir mit jeder der neuen Gewohnheiten eine tiefe Freude. Jede Gewohnheit erinnert dich daran, wie Besonders du bist.

Denk immer dran, dass dein Leben ein Wunder ist. Und dass es augenblicklich vorbei sein kann. Also hör auf mit dem Geiz. Hör auf, zu Hause “Schonkleidung” zu tragen und trag lieber ein Ballkleid, wenn dir danach ist. Hör auf, an Eigenlob zu sparen. Und hör auf, äußere Umstände wichtiger zu nehmen als dich selbst.

Jeder Tag ist so gut wie du ihn machst. Und jeder einzelne Tag ist es wert, gelebt und geliebt zu werden. Und, nicht zu vergessen: DU bist es wert. Sag es.

Noch einmal.

Sehr schön!


Oh, yeah! Ich liebe diesen Text. *aufdieschulterklopf*
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6 thoughts on “3 Gewohnheiten, die dein Selbstwertgefühl zerstören

    • Vielen Dank! :-)
      Das klingt ja großartig. Freut mich, dass du endlich so glücklich bist. Ja, manchmal müssen uns nur die richtigen Worte in die Hände fallen, um unser Leben (positiv) auf den Kopf zu stellen.

      Viele Grüße
      Maike

  1. Wahre Worte, die du da geschrieben hast. Während des Lesens musste ich immer wieder nicken und dir zustimmen. Ich kann mich mit allen drei Punkten identifizieren und nehme deinen Artikel als Anstoss, ein wenig umzudenken. Danke.

    • Hallo Ann-Kathrin,
      toll! Wie schön, dass ich dich inspirieren konnte, umzudenken. Das ist immer mein Ziel und dein Feedback freut mich daher besonders. :-)
      Danke dir!

      Viele Grüße
      Maike

  2. Hey Maike,
    ich finde Deine Geschichte (vom schüchternen Mädchen zur selbstbewussten Frau) sehr spannend! Vor der Tatsache, dass Du nun anderen Frauen helfen möchtest, selbstbewusster durch das Leben zu gehen, ziehe ich den Hut!
    Ich selbst studiere Psychologie und bin im Laufe meines Studiums immer wieder auf Studien gestoßen, die besagen, dass es schwierig ist, Selbstbewusstsein zu trainieren. Umso erfrischender ist es Geschichten aus dem echten Leben zu lesen, die auch das Gegenteil beweisen. Es braucht viel Kraft, Zeit, Übung und soziale Unterstützung, aber es ist möglich!
    Weiterhin alles Gute und frohes Bloggen :-)
    Sonnige Grüße,
    Mara (lichtbildreisen.de)

    • Hallo Mara,
      vielen Dank für deinen lieben und sehr schönen Kommentar!

      Das sind ja furchtbare Ergebnisse der Studien, die in den falschen Händen viel Hoffnung zerstören können. Ein Glück, dass es Gegenbeispiele gibt, die zeigen, dass und wie man das Selbstbewusstsein tranieren kann. :-)

      Lieben Dank dir und viele Grüße
      Maike

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