Einfach mal treiben lassen: Warum das Leben kein Wettlauf ist

Ich schwimme gerade auf einer Welle tiefer Glückseligkeit. Alles ist in Ordnung. Seit dem ersten warmen Frühlingstag schwebe ich. Ich genieße jede Minute und jeder einzelne Tag fühlt sich an wie Urlaub. Ich bin so voller Dankbarkeit und hatte in den letzten Tagen eine wichtige Erkenntnis, die ich unbedingt mit dir teilen möchte: Es ist mehr als okay, dich einfach mal dem Leben hinzugeben, dich treiben zu lassen und deinem Herzen zu folgen.

Was bringt dir dein Ehrgeiz am Ende des Tages?
Als sich der Winter langsam dem Ende zuneigte, hatte ich nicht wenig Energie. Ich war gut drauf und hatte richtig Lust auf neue Projekte, hatte neue Ideen, die ich schnellstmöglich umsetzen wollte. Und dann kam plötzlich der Frühling. Der erste Morgen des Frühlings war so magisch, so bezaubernd, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Alles schien einfach perfekt zu sein. Die Morgenluft, der Geschmack des Kaffees, die Musik, meine Laune.

Ich ruhte völlig in mir, war hundertprozentig im Augenblick. Und ich hatte Energie – so viel Energie. Ich strahlte über beide Backen und wollte so viel meiner Lebensfreude mit anderen teilen. Ich hatte den dringenden Wunsch, alles und jeden zu umarmen.

Ich genoss jeden Augenblick – egal, ob ich gerade Musik hörte oder im Café arbeitete.

In diesen Tagen bin ich einfach meinem Gefühl gefolgt. Ich habe getan, worauf ich Lust hatte, habe Pläne über den Haufen geworfen, wenn sich mir etwas anbot, was sich für den Augenblick stimmiger anfühlte. Ich handelte einfach aus meinem Herzen heraus und orientierte mich an nichts anderem.

Ich war kaum auf den Sozialen Medien unterwegs, checkte weder Statistiken, noch Follower-Zahlen. Ich postete wenig. Weder auf Instagram, noch auf Facebook. Vorher dachte ich, mit solchen Pausen würde ich mir mein eigenes Grab schaufeln. Oder ich würde etwas verpassen.

Alles Quatsch.

Klar könnte ich jeden Tag einen Post raushauen und noch viel öfter Artikel veröffentlichen und vermutlich würde mein Blog dadurch schneller mehr Leser bekommen und ich könnte mehr Wissen in kürzerer Zeit mit dir teilen. Beides ist völlig in meinem Interesse. Nicht nur, weil ich mit so vielen Menschen wie möglich das Geheimnis meiner Lebensfreude teilen möchte, sondern auch, weil es für mich finanziell interessant ist.

Was aber ist am Ende wichtig? Was möchte ich im Leben? Warum habe ich mich für eine zeit- und ortsunabhängige Selbstständigkeit entschieden?

Auf all diese Fragen gibt es eine Antwort: Ich möchte frei sein und aus der Freude heraus leben. Ich möchte keine Eile, keine (selbstauferlegten) Verpflichtungen in meinem Leben. Ich möchte das machen, was sich gerade jetzt richtig anfühlt.

Nach dem langen, recht einsamen Winter zog ich es vor, wann immer es ging unter Menschen zu gehen. Spaß zu haben. Zu lachen. Zu reden. Zuzuhören. Deswegen habe ich in den letzten Tagen meine Pläne immer wieder kurzfristig umgeschmissen und das Schreiben auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Weil es sich genau richtig anfühlte.

Ich hatte das tiefe Vertrauen, dass der Zeitpunkt kommt, an dem ich wieder Lust habe, zu schreiben und an meiner Selbstständigkeit zu arbeiten. Und der ist nun da. Ich genieße es gerade total, in meinem Sessel zu sitzen und diese Zeilen zu schreiben.

Als das Leben zum Wettkampf wurde
Wann um alles in der Welt haben wir bloß aufgehört, der Freude zu folgen? Wann haben wir entschieden, dass wir einen vollen Terminkalender brauchen und “herumzuhängen” etwas Schlechtes ist?

Unsere “Höher, schneller, weiter”-Mentalität hat uns dazu getrieben, uns immer wieder umzuschauen. Was machen die Menschen um mich herum? Wie kann ich noch besser werden? Noch schneller? Noch effizienter? All das ist grundsätzlich überhaupt nicht schlecht. Ich selbst bin ein großer Verfechter des lebenslangen Lernens und Wachsen. Aber es gibt auch Grenzen. Und die ist dann erreicht, wenn wir mehr auf andere, mehr auf Ergebnisse schauen, als auf uns selbst.

Wirst du am Ende deines Lebens stolz auf all die Ergebnisse sein, die du erreicht hast? Vermutlich. Wirst du aber auch froh sein, dass du immer der Vernunft gefolgt bist und so selten der Freude? Das bezweifle ich.

Ich selbst bereue nicht, dass ich in den letzten zwei Wochen nur wenig geschrieben und an meinem Blog gearbeitet habe. Es ist okay, denn ich habe mich in jedem Moment so erfüllt, so voller Leben gefühlt. Wie könnte ich das bereuen?

Das Leben ist kein Wettlauf
Dein Leben findet in genau diesem Augenblick statt. Ich finde es wichtig, Ziele zu haben und an ihnen zu arbeiten. Aber Ziele liegen in der Zukunft. Das echte Leben ist jetzt. Du kannst deine Erfolge leicht festmachen: Indem du dich mit anderen vergleichst, deinen Kontostand checkst oder am Ende des Tages all deine ToDos abhakst. Du kannst von einem Termin zum anderen hetzen, dich von einer Freizeitbeschäftigung zur nächsten hangeln.

Du kannst aber auch einfach mal schauen, was das Leben so bringt. Dich einfach mal treiben lassen. Nicht daran zu denken, wie dein Leben auf andere wirken könnte, sondern einfach das zu tun, was dir Freude macht. Völlig im Moment zu sein.

In diesem Moment, der so heilig ist, weil er alles ist, was wir haben, ist es völlig egal, wie schnell wir sind oder wie wir im Vergleich zu unseren Mitmenschen wirken. Alles, was in diesem Moment zählt, sind wir.

Wenn du Lust hast, 5 Stunden rumzuhängen: Tu es! Wenn du Lust hast, ins Spa zu fahren: Tu es! Wenn du Lust hast, die ganze Nacht durchzutanzen: Worauf wartest du?

Du bist niemandem Rechenschaft schuldig, außer dir selbst. Du fragst dich am Ende des Tages: War es ein guter Tag? Die Antwort kennst nur du – und zwar völlig losgelöst von Idealvorstellungen oder den Maßstäben anderer Menschen.

Was hält dich davon ab, der Freude zu folgen?
Die meisten von uns haben zig Ausreden parat, warum sie nicht einfach ihrer Freude folgen können. Keine Zeit, kein Geld, zu viele Verpflichtungen. Aber mal im Ernst: Ist es wirklich so?

Hast du wirklich keine Zeit, eine Stunde länger mit deinen Freunden im Restaurant zu bleiben als geplant? Hast du wirklich kein Geld, den Wochenendtrip nach London zu machen, von dem du schon so lange träumst? Hast du wirklich so viele Verpflichtungen wie du meinst? Oder sind all das nicht doch eher Ausreden und Ausflüchte?

Oftmals hält unsere Angst uns davon ab, unserer Freude zu folgen. Angst, unsere Komfortzone zu verlassen. Angst, etwas zu verpassen. Angst, anderen ein falsches Bild von uns zu vermitteln. Oder auch Angst vor Kontrollverlust. Denn sich dem Leben hinzugeben bedeutet auch, unseren Verstand einfach mal auszuschalten.

Ich vergleiche das gerne mit einem Tanz. Ich beobachte so oft Menschen, die (vor allem, wenn sie kürzlich einen Tanzkurs besucht haben) ganz konzentriert ihre Schritte abarbeiten. Zwei nach vorne, einen zur Seite, cha-cha-cha…

Was mir bei ihnen fehlt? Die Leidenschaft und Freude. Ich merke, wie ihr Verstand tanzt. Ihr Herz hat gar keine Chance, die Führung zu übernehmen.

Daneben gibt es Menschen, die sich einfach der Musik hingeben. Fühlen. Lachen. Pirouetten drehen – einfach weil es gerade passt und sich richtig anfühlt, nicht, weil es sein muss. Ja, es ist nicht so kontrolliert und manchmal sieht es als Außenstehender ziemlich lustig aus. Aber darauf kommt es gar nicht an. Es kommt nur auf die Freude an.

Genauso ist es mit dem Leben. Du kannst ein Leben führen, dass korrekt aussieht und genau nach Plan verläuft. Oder du vergisst einfach alle Pläne und Schritte und gibst dich einfach hin. Lebst. Lachst.

Was hast du zu verlieren?

Folge deinem Herzen
Als Kind waren wir noch richtig gut darin, unserem Herzen zu folgen und uns einfach treiben zu lassen. Heute fällt uns das viel schwerer. Vielleicht liegt es auch daran, dass so viele Menschen behaupten, mit der Volljährigkeit beginnt der Ernst des Lebens. Das ist einfach nicht wahr. Außer du entscheidest dich, dass es so ist.

Um deinem Herzen zu folgen, musst du lernen, ihm zuzuhören. Geh dafür immer wieder in dich. Achte auf deinen Atem. Frag dich: Was ist jetzt wichtig? Was fühlt sich genau jetzt richtig an?

Ist die Verpflichtung, die du meinst, zu haben, real? Was passiert, wenn du sie einfach eine Stunde nach hinten verschiebst? Oder einen Tag? Was wird in einer Woche rückblickend wichtiger gewesen sein? Was wird eher in deinem Gedächtnis bleiben?

Sei einfach mal im Augenblick. Auf dem Weg zum Zug, oder wohin auch sonst. Anstatt das Ziel zu fokussieren, den Moment wahrnehmen. Die schönen Blumen. Die spielenden Hunde. Das Kind, das zum ersten Mal einen Schmetterling sieht. Die Sonne zu spüren.

Du siehst auf dem Weg zum Ziel einen Ort, an dem du verweilen möchtest? Dann tu es einfach. Verschieb es nicht auf einen anderen Zeitpunkt. Das Leben ist jetzt.

Mach dich locker.

Sorg dafür, dass sich dein Leben leicht anfühlt. Wann immer sich dein Leben anstrengend anfühlt, musst du kämpfen, lebst du das Leben eines anderen.

Was bringt dir die tollste Freizeitgestaltung, wenn sie dich einfach auslaugt? Wenn du trotz durchgetacktetem Terminplan das Gefühl hast, das Leben würde an dir vorbeiziehen?

Habe Mut, einfach zu sein.

Habe Mut, Dinge zu tun, die dich glücklich machen, anstatt Dinge zu tun, die sinnvoll erscheinen. Klar ist es irgendwo sinnvoll, einkaufen zu gehen, um Essen zu haben. Wenn es dich aber gerade glücklicher macht, Blumen zu pflücken oder mit deinen Freunden zu lachen, macht es eigentlich nicht mehr viel Sinn, einzukaufen. Was soll schlimmstenfalls passieren? Verhungern wirst du nicht – dafür gibt es zu viele Restaurants und Lieferdienste.

Befreie dich von deinen selbstauferlegten Verpflichtungen. Schon das macht dein Leben so viel leichter, so viel spontaner. Gib dich einfach hin. Lass dich treiben.

Lebe.

Die Zeit, die dir geschenkt wurde, ist kostbar. Denke in jedem Atemzug daran.

Nutze deine Zeit weise.

Lebe.


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