Warum du auch deine geistige Fitness nicht vernachlässigen solltest

Nicht nur die körperliche Fitness hat unsere Aufmerksamkeit verdient, sondern auch die geistige. Schließlich altert auch das Gehirn und zwar schon ab Mitte zwanzig. Ab diesem Zeitpunkt verkümmern nach und nach die Areale, die nicht ausreichend genutzt werden. Wie ein Muskel, der nicht beansprucht wird, baut auch das Gehirn ab. Dabei ist doch ein gut funktionierendes Gehirn ebenso wie in fitter Körper Grundvoraussetzung, um zufrieden und unbeschwert zu altern. Doch mit der richtigen Pflege können wir es bis ins hohe Alter fit halten.

Das Gehirn mit Abwechslung jung halten
Unser Gehirn braucht Abwechslung. Daher ist es wichtig, nicht immer das Gleiche zu tun. Gerade ältere Menschen neigen dazu, jeden Tag gleich zu gestalten – und täglich grüßt das Murmeltier.
Abwechslung im Alltag, ein Ausbruch aus dem üblichen Trott, wirkt wahre Wunder. Selbst eine veränderte Reihenfolge der morgendlichen Badroutine gibt dem Gehirn wieder einen neuen Reiz. Auch besondere Erlebnisse wie Ausflüge, Urlaube und neue Bekanntschaften sind wichtig.

Nicht schlecht, aber bei weitem nicht ausreichend, sind Denkaufgaben wie Kreuzworträtsel oder Sudoku. Denn auch solche Aufgaben bieten dem Hirn auf Dauer zu wenig Abwechslung. Zwar werden wir in den einzelnen Bereichen besser, nutzen insgesamt aber nur einen kleinen Teil des Gehirns. Der Rest verstaubt.

Mit Neugierde zur besseren Denkleistung
Durch lebenslange Neugier wird unsere geistige Fitness ebenfalls trainiert. Wer mit dreißig meint, er wüsste schon alles, lässt sein Gehirn unnötig verkümmern. Nachfragen, forschen, Neues lernen ist super im Kampf gegen das natürliche Altern. Vor allem Dinge, bei denen wir gleichzeitig denken und auf unsere körperliche Koordination achten müssen, lässt unser Gehirn jauchzen. Ein Instrument spielen oder tanzen etwa. Neue Synapsen werden aber auch durch das Erlernen einer neuen Sprache, schöpferische Tätigkeiten oder regelmäßiges Lesen langer (!) Texte geschaltet.

Ein untrainiertes Gehirn ist schnell überfordert, viele merken das vor allem beim Lesen. Die Konzentration lässt schnell nach und ein Text muss mehrfach gelesen werden. Und trotzdem bleibt am Ende irgendwie doch nichts hängen. Dann ist es wichtig, am Ball zu bleiben. Jeden Tag ein bisschen mehr zu lesen und das Gelesene eventuell später nochmal im Kopf Revue passieren zu lassen. Das müssen keine hochwissenschaftlichen Texte sein. Romane eignen sich genauso wie Zeitungsartikel. Jedes Lesen ist für unser Gehirn ein Kraftakt: Worte werden verarbeitet und Bilder entstehen im Kopf.

Auch beim Lernen von Neuem heißt es: Dran bleiben! Regelmäßigkeit zahlt sich aus. Und Ausreden à la Das kann ich doch nicht! oder Ich bin zu dumm dafür! zählen nicht. Wenn ein Interesse da ist, kann man es auch lernen. Vielleicht brauchst du mit 60 länger um eine Sprache zu lernen als mit 20. Aber darum geht es ja nicht. Es geht darum, sein Hirn zu fordern und Spaß dabei zu haben.

Ganz toll finde ich auch das an vielen Unis angebotene Alters- oder Seniorenstudium. In meinem Studium saßen auch regelmäßig ältere Herrschaften um mich herum und haben voller Begeisterung mitgeschrieben. Das fand ich total super.

Vielleicht bist du noch nicht in dem Alter für ein Senioren-Studium, aber du findest bestimmt etwas anderes, was dich interessiert.

Durch körperliche Gesundheit das Hirn stärken
Die geistige Fitness ist in einem hohen Maße von der physischen Gesundheit abhängig. Durch eine gesunde Lebensweise kannst du also dein Gehirn unterstützen.

1. Richtige Ernährung
Gesundes Essen, also eine ausgewogene, gemüsereiche Vollwert-Ernährung bringt das Denkvermögen in Schwung. Dazu noch viel Trinken, damit das Gehirn nicht austrocknet. Vielleicht kennst du den unangenehmen Kopfschmerz, der sich entsteht, wenn du nicht ausreichend trinkst. Ich habe die Vorstellung im Kopf, dass mein Blut richtig dickflüssig wird, wenn ich nicht genug trinke und daher auch der Kopfschmerz kommt. Das finde ich so eklig, dass ich gleich morgens ein großes Glas und den ganzen Tag über viel Wasser trinke. :-D

Einige Vitamine sind unverzichtbar für eine einwandfreie Denkleistung. Ein Mangel kann schlimme Folgen nach sich ziehen. Neben den Vitaminen B1, B2 und B6, sind da vor allem Vitamin B12 und Folsäure.

Folsäure spielt eine wichtige Rolle bei der Zellteilung und Blutbildung. Gleichzeitig verlangsamt sie den natürlichen Alterungsprozess des Gehirns und schützt vor Demenz. Enthalten ist sie in vor allem in grünem Blattgemüse und in Spargel, Kohl, Rote Bete, Erbsen und Eigelb.

Ein Vitamin B12-Mangel kann Blutarmut, Psychosen, Gedächtnisstörungen und sogar Demenz hervorrufen. Problematisch ist das vor allem für Veganer, denn Vitamin B12 ist ausschließlich in tierischen Produkten wie Fisch, Ei, Milch und Käse enthalten. Allerdings kann der Körper das Vitamin lange speichern, sodass ein Mangel erst Jahre später entstehen kann. Trotzdem ist eine Zufuhr durch mit dem Vitamin angereicherte Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel zu empfehlen.

2. Bewegung, Bewegung, Bewegung
Ausdauertraining steigert die Aufmerksamkeit, das Denkvermögen und die Gedächtnisleistung.
Bewegungslosigkeit hingegen, also stundenlanges Sitzen, zieht das Gehirn enorm in Mitleidenschaft. Bewege dich am besten an der frischen Luft, damit das Gehirn die volle Dröhnung Sauerstoff bekommt.

Ich merke manchmal selbst, dass ich träge werde und nur noch Blödsinn und null Kreativität im Kopf habe, wenn ich zu lange Zeit drinnen im Sitzen verbringe. Anstatt dem Reflex zu folgen, mich erstmal hinzulegen, gehe ich dann raus und mache einen Spaziergang. Weil ich weiß, dass ich danach wieder fit und leistungsfähig bin, spielt das Wetter dabei keine große Rolle.

Killer für die Denkleistung
Nicht nur Bewegungslosigkeit lässt unser Gehirn eingehen. Rauchen, zu viel Essen und Alkohol sind ebenfalls wichtige Faktoren und ganz besonders Fersehen. Beim Fernsehen fehlt einfach der Reiz. Die linke, analytische Hirnhälfte wird bei längerem Fernsehen fast komplett ausgeschaltet. Dadurch verlieren wir die Fähigkeit, die erhaltenen Infos kritisch zu verarbeiten.

Um unser Gehirn zu fordern, brauchen wir eigene Erfahrungen. Beim Fernsehen sind wir allerdings komplett passiv, machen keinerlei Erfahrungen und lassen das Gehirn so verkommen.

Fazit
Das Altern des Gehirns kannst du rauszögern. Alles was du dafür machen musst, ist einen gesunden Lebensstil zu führen, den Kopf täglich anzustrengen und raus in die wirkliche Welt zu gehen, um Erlebnisse und Erfahrungen zu sammeln.

Wer sein Gehirn fit hält, kann sich nicht nur vor Demenz schützen, er ist auch weniger anfällig für Stress. Denn ein fitter Kopf findet eher Lösungen in anspruchsvollen und neuen Situationen.

Was tust du für ein fittes Köpfchen?

6 thoughts on “Warum du auch deine geistige Fitness nicht vernachlässigen solltest

  1. Hallo Maike!
    Diesem Artikel kann ich vollends zustimmen. Ich denke besonders der Faktor "Fernsehen" wird für viele Menschen als eine Art Bildung verstanden. Dann heißt es: "Ich schaue viele Dokumentationen", aber leider beobachte ich gerade in meinem engeren Umfeld, dass es darauf hinaus läuft, das Gesehene nicht zu verinnerlichen, denn auf Nachfrage können mir meist keine Details der Dokumentation wieder gegeben werden. Es wurde gesehen, als interessant empfunden und wieder vergessen. Ich würde nicht so weit gehen und das Fernsehen an sich verteufeln, aber erst der kritische Umgang, vor allem in nachträglichen Gesprächen, ist wichtig um das Gehirn zu fordern. Mal abgesehen davon können daraus wirklich interessante und anregende Gespräche entstehen. Fernsehen sollte bewusst geschehen und nicht aus Gewohnheit.
    Viele Grüße!
    Hedwig

  2. Hallo Hedwig!
    Ja, du hast vollkommen Recht. Auch wenn Dokus vermutlich besser sind als andere Dinge, die das TV-Programm so zu bieten hat, ist und bleibt es Fernsehen.
    Und es stimmt leider, oft ist Fernsehen eine Gewohnheitssache, die bei manchen sogar so weit geht, dass sie ihre Termine nach dem Fernsehprogramm richten. Da sollten die Alarmglocken läuten. Denn so schön Fernsehen auch sein kann, das richtige Leben sollte immer Priorität haben.

    Viele Grüße!

  3. Liebe Maike! Ein total interessanter Beitrag und ein sehr schöner Blog! :-)
    Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich abgesehen von den Anforderungen des Studiums und der Arbeit, bei der ich ja auch ausschließlich mit dem Kopf arbeite, nicht viel für meine geistige Fitness tue. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass mich geistige Herausforderungen abseits von Arbeit und Studium eher abschrecken. Und das obwohl ich als Kind und Jugendliche noch sehr neugierig und lesefreudig war. Außer gelegentlich Krimis und im Internet lese ich leider mittlerweile sehr wenig. Eine Zeitung schlage ich quasi freiwillig nur auf, um Fischabfälle darin einzuwickeln ;-P
    Allerdings ist das ein Zustand, den ich schon seit langem sehr schade finde. So, wie ich Sport als entspannend, herausfordernd und wohltuend empfinde, möchte ich wieder lernen, dass "Hirn-Sport" auch Spaß machen und das Leben bereichern kann! Vielleicht nehme ich mir mal für einen Monat vor, jeden Tag eine Zeitung zu lesen o.ä. :-) möglicherweise eine gute Idee für eine Challenge im April, da war ich ja ohnehin noch auf der Suche nach Inspirationen!

    Danke für den Beitrag! Er hat mich zum Nachdenken angeregt, Mission erfüllt ;-P

    VG Katrin

  4. Hallo Katrin,
    freut mich, dass ich dich zum Nachdenken anregen konnte!
    Ich denke, durch das Studium wird dein Hirn auch schon reichlich gefordert. Nach einem intensiven Lern- oder Unitag ist mein Kopf auch erschöpft und erstmal zu nichts Vernünftigem mehr zu gebrauchen. Wie beim Sport muss sich dann auch das Gehirn ein wenig erholen von all den neuen Infos und Reizen.
    Eine Challenge für einen Monat in diese Richtung ist eine gute Idee. So können sich neue Gewohnheiten einstellen und du kannst ein bisschen rumprobieren, was dir gut gefällt und was nicht.
    Ich persönlich lese abends im Bett noch gerne eine Weile. Da habe ich Ruhe und tauche zur Entspannung und zum Abschalten in eine völlig andere Welt ein. Das finde ich herrlich!

    Viele Grüße!

  5. Liebe Maike, ich habe mich übrigens entschlossen, im April tatsächlich eine Bildungs-Challenge zu machen. In den nächsten Tagen gibt es auch einen Blogpost zu diesem Thema!
    Dürfte ich darin vielleicht auf deinen Post verlinken, da du damit ja auch einen Teil dazu beigetragen hast, dass ich mich in diesem Bereich mal wieder aufraffe? :-)

    VG Katrin

  6. Sehr gerne, liebe Katrin. Darüber freue ich mich sehr!
    Ich bin schon gespannt auf den Post und die Erfahrungen und Erkenntnisse, die du durch die Challenge gewinnst.

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