Wie Yoga dir helfen kann, im Augenblick zu leben

Yoga hat mich gelehrt, achtsam zu leben. Achtsam mir selbst, aber ebenso meiner Umwelt gegenüber. So bin ich in den letzten Jahren nicht nur sehr viel mitfühlender geworden (gegenüber Mensch und Tier gleichermaßen), ich habe auch gelernt, jeden Moment meines Lebens als Geschenk anzunehmen. Die Folge ist ein bewusstes Leben, mit viel mehr positiven als negativen Aspekten, mit mehr Lebensfreude und mehr Lebensqualität. Mit mehr Zeit, weniger Eile. Mit echtem Genuss. Ein Leben im Augenblick.

Etwa so:
Ich wache auf. Die Sonnenstrahlen kitzeln meine Nase. Verschlafen blinzel ich aus dem Fenster. Ich sehe strahlend blauen Himmel und höre die Vögel zufrieden zwitschern. Ein Blick auf meinen Wecker zeigt mir, dass ich fast eine Stunde zu früh dran bin. Ich recke mich einmal und stehe dann auf.

Nachdem ich mich in meinen Bademantel gehüllt habe, öffne ich das Schlafzimmerfenster und atme tief ein und aus. Die kalte Februarluft schlägt mir gegen das Gesicht und lässt mich kurz frösteln. Ich wickel mich ein bisschen fester in den Bademantel und gehe in die Küche. Dort nehme ich mir ein großes Glas heißes Wasser aus dem Hahn und gehe auf die Terrasse. Es ist frisch, aber die Sonne wärmt mich schon ein bisschen. Mit geschlossenen Augen atme ich die klare Morgenluft ein und trinke mein Wasser. Ich spüre, wie die warme Flüssigkeit meine Speiseröhre hinuter fließt und schließlich im Magen landet. Von dort verbreitet sie ein wohliges Gefühl bis in die Zehen- und Fingerspitzen.

Die kalte Luft spüre ich nicht mehr, nur noch die Sonne, die liebevoll meine Wangen wärmt. Als ich die Augen öffne, sehe ich, dass die Wiese voll mit Krokussen ist. Ich freue mich über ihren Anblick und lächle. Noch einmal atme ich tief ein, bevor ich wieder hinein gehe und die gewonnene Zeit für Yoga nutze. Nach meinem warmen Getreidebrei fahre ich entspannt und voller Energie zur Arbeit.

Ohne dieses Bewusstsein würde der Morgen wohl ganz anders starten:
Ich wache auf. Verdammt, ich habe schon wieder vergessen am Abend die Rollläden runter zu ziehen. Die Sonne blendet mich. Als ich auf den Wecker gucke, sehe ich verärgert, dass ich noch fast eine Stunde länger hätte schlafen können. Also drehe ich mich um und versuche, wieder einzuschlafen. Geht nicht, die Vögel zwitschern zu laut. Wie nervig! Auch die Decke über dem Kopf ändert nichts daran. Also stehe ich auf.

Zerknirscht hülle ich mich in meinen Bademantel und schleppe mich in die Küche. Auf dem Flur komme ich an einem Spiegel vorbei. Oh Gott, denke ich, als ich hineinsehe und gehe schnell weiter. Die Sonne scheint ungünstig in den Raum und offenbart den Staub auf dem Boden. Entgeistert denke ich: Ich habe doch gestern erst gewischt, wie sieht das denn schon wieder aus? Also muss ich das heute nach der Arbeit auch noch machen…

Ich stelle mich ans Fenster und gucke in den Garten. Die Nachbarskinder haben ihren Ball schon wieder ins Beet geschossen. Ich schüttele ärgerlich den Kopf und mache mir einen starken Kaffee und ein Toast mit Nuss-Nougat-Creme. Dann setze mich vor den Fernseher. Ist ja noch so viel Zeit. Ich zappe mich gelangweilt durchs Programm, bleibe mal hier, mal da hängen. Nach vierzig Minuten schalte ich den Fernseher aus und strecke mich müde. Am liebsten würde ich gleich wieder ins Bett gehen. Aber das geht leider nicht, ich muss ja zur Arbeit…

Siehst du, wo der Irrsinn liegt? Es ist exakt der gleich Morgen, nur die innere Einstellung ist eine andere. Das ganze Leben wird durch unsere innere Einstellung gestaltet. Ob wir meinen, das Leben sei gut oder schlecht, hängt also damit zusammen, wie wir das Leben sehen wollen. Wenn wir denken möchten, die ganze Welt hätte sich gegen uns verschworen, dann ist es auch so.

Mit dieser Einstellung ist es auch unmöglich, im Augenblick zu leben.Wieso auch? Der Augenblick ist ja scheiße. Da krallen wir uns an die Vergangenheit, die ja viel besser war oder an die Zunkunft, die so viel Gutes bereit hält – und belügen uns doch nur selbst. Und nehmen uns damit auch noch jeden einzigartigen Moment unseres Lebens, der niemals wiederkehrt. Ist das nicht traurig?

Achtsam sein heißt, sich der Vergänglichkeit jedes einzelnen Moments bewusst zu werden und dementsprechend zu leben. Das Beste aus jedem Moment zu machen, ohne an gestern und morgen zu denken. Die Augen aufzumachen für das Schöne im Leben, das wir überall finden können. Es bedeutet, den Weg nicht nur mit Blick aufs Ziel entlang zu rennen, sondern auch an den Wegesrand direkt neben uns zu schauen.Beim Yoga ist man ganz auf sich konzentriert. Die Gedanken sind im Hier und Jetzt.

Aber Yoga lehrt Achtsamkeit, die weit über den eigenen Körper hinaus geht. Yoga verändert den Blick auf die Dinge. Durch Yoga habe ich gelernt, den Moment genau so anzunehmen, wie er gerade ist. Ohne Wenn und Aber. Egal, was in der Vergangenheit zu diesem Moment geführt hat. Denn es ist völlig unwichtig; der Moment ist jetzt.

Einen sehr passenden und lesenswerten Beitrag zu diesem Thema findest du auch bei Sabine von less work more zen.

Jeder Moment ist Teil meines Lebens und ich bestimme, was ich daraus mache. Nur ich bin für mein Glück verantwortlich und keine äußeren Umstände, kein anderer Mensch kann daran etwas ändern. Diese Erkenntnis gibt mir enorm viel Lebensfreude und hilft mir, bewusst im Augenblick zu leben und das Beste aus ihm zu machen. Weil er nicht wiederholbar ist. Und weil ich nicht weiß, wie viele Augenblicke mir noch bleiben.

Wie leicht fällt es dir, im Augenblick zu leben? In welchem der beiden Szenarien erkennst du dich wieder? Praktizierst du bereits Yoga und hast ähnliche Erfahrungen gemacht?


Möchtest du achtsamer leben und endlich die Freuden des Alltags zu schätzen wissen? Lass mich dir zeigen, wie:

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