Womit ich meine Zeit nicht mehr verschwenden will

Manche Dinge tun wir einfach so. Aus Gewohnheit, Langeweile oder Angst. Ohne nachzudenken, ohne sie in Frage zu stellen. Auch wenn sie große Zeiträuber sind. Weil sie entweder sinnlos sind oder unwichtig. Oder beides. Diese Zeiträuber habe ich mehr und mehr entdeckt, je achtsamer ich lebte. Einige davon habe ich schon komplett hinter mir gelassen, bei anderen fällt es mir schwerer. Eine Liste einiger dieser Zeiträuber habe ich heute für dich zusammengestellt, damit auch du sie enttarnen kannst. Denn Vieles machen wir unbewusst ohne zu merken, dass wir damit unsere wertvolle Zeit verplempern.

1. Zappen
Im Grunde fand ich Zappen schon immer mega nervig. Erstmal wird minutenlang rumgezappt – nur um dann zu merken, dass eh nichts Vernünftiges läuft. Regelmäßig. Denn, seien wir ehrlich, inzwischen läuft eh fast nur noch Schund im TV. Also bin ich entweder bei etwas hängen geblieben, das mich nicht wirklich interessiert oder ich habe den Fernseher wieder ausgeschaltet. Toll, das hätte ich mir also sparen können. Glücklicherweise habe ich irgendwann gemerkt, dass ich meine Zeit auch viel besser nutzen kann. Mit Hobbys zum Beispiel, oder einer der 18 Aktivitäten für einen bewegten Mai (geht schließlich auch im Juni). Oder ich streame mir meine Lieblings-Serien.

2. Entscheidungen (nicht) treffen
Entscheidungen treffen wir täglich. Für große Entscheidungen wie “Kaufe ich das Haus oder nicht?” oder “Soll ich nun ein Kind bekommen?” ist es absolut angemessen, etwas länger darüber nachzudenken. Aber bei Fragen wie “Nudeln oder Reis?” oder “Rotes oder blaues Shirt?” ist die Zeit, die wir darüber nachdenken schlicht und einfach unnötig. Es sind Fragen, die unser Leben nicht wesentlich beeinflussen. Schon in einer Stunde (spätestens) werden sie total egal sein. Warum soll ich mir also den Kopf darüber zerbrechen? Zack, Entscheidung, fertig! So einfach ist das. Eigentlich. Bei der Umsetzung hapert es bei mir manchmal trotzdem noch. Aber dann rufe ich mir immer in Erinnerung, wie leicht das Leben mit schnellen Entscheidungen wird. Und dass es mich nicht weiter bringt, lange nachzudenken. Denn am Ende entscheide ich mich doch für eins. Dann lieber gleich kurz und schmerzlos als minutenlang in Grübeleien vertieft.

3. In Online-Shops stöbern und ganz viel in den Warenkorb schieben
… und am Ende doch nichts kaufen. Ist das nicht verrückt? Gerade zum Prokrastinieren im Studium habe ich so manche Stunde in Online-Shops verbracht. Ich dachte, es macht mir Spaß, aber so toll fand ich es eigentlich gar nicht. Es war mir einfach viel zu passiv. Da hätte ich besser stundenlang in echten Läden gestöbert. So hätte ich wenigstens Bewegung gehabt. Und menschlichen Kontakt. Diese Online-Shop-Aktionen haben mir einfach nichts gebracht. Außer vielleicht Verspannungen. Erledigt hat sich das wie von selbst als ich immer mehr zu einer einfachen Lebensweise fand.
Vor einigen Tagen habe ich mal wieder gestöbert. Ich habe noch einen Gutschein für einen Shop. Nach ungefähr zwei Minuten hatte ich keine Lust mehr. Ich brauchte nichts, deswegen wusste ich auch gar nicht, wo ich anfangen sollte zu gucken.
Das ist das gleiche Prinzip wie beim Zappen. Wenn ich etwas haben möchte, gucke ich gezielt danach. Das geht schneller und ist um einiges befriedigender.

4. Tupper Partys
Es ist schon ein Weilchen her, dass ich zum ersten Mal bei einer Tupper Party war. Irgendwie habe ich mich letztlich dem gesellschaftlichen Zwang gebeugt. Ich dachte, es könnte ja ganz lustig werden, schließlich ist es eine Party. Tja, was soll ich sagen? Ich fand es furchtbar. Die ganze Zeit über habe ich mich mehr als fehl am Platze gefühlt. Nicht nur, dass ich kein großer Plastik-Fan bin, was Tupper für mich schon mal äußerst unattraktiv macht. Es war auch die ganze Stimmung. Die Tupper-Vertreterin führte gefühlte fünf Stunden alle möglichen “nützlichen” Gegenstände vor. Die anderen “Party”-Gäste hingen an ihren Lippen wie Kinder beim Kasperle-Theater. Als sie fertig war, ging es erst richtig los. Die Stifte wurden gezückt und eifrig die Bestelllisten ausgefüllt. Selbst Artikel, die vor der Party belächelt wurden, standen plötzlich drauf. Weil sie ja so praktisch sind. Ich kam mir echt vor wie im falschen Film. Ich war in einem Konsum-Horrorfilm gefangen. Nein, danke, das muss ich mir kein zweites Mal antun.

5. Mich mit Menschen auseinander setzen, die ich nicht mag
Manchmal geht es nicht anders. Wir haben mit Menschen zu tun, mit denen wir nicht so gut können. Das ist okay. Aber diese Situationen reichen auch. Meine Freizeit muss ich nicht mit ihnen verbringen – nur aus Pflichtgefühl, Mitleid oder Gewohnheit. Das klingt vielleicht hart, aber am Ende meines Lebens werde ich nicht sagen: “Man gut, dass ich so viel Zeit mit Horst verbracht habe. Das hat mich zwar ausgelaugt, aber er war immerhin glücklich.” Nein, das klappt so nicht. Diese Denkweise macht nicht zufrieden (Horst vielleicht schon, aber uns nicht). Distanziere dich von Leuten, die dir Zeit und Energie rauben. Wie? Tim gibt in seinem Artikel 6(66) beißende Warnsignale, dass Deine Freunde emotionale Vampire sind einige gute Tipps zu diesem Thema.

6. Morgens im Bett dösen
Obwohl ich gerne früh aufstehe, liebe ich es, noch ein paar Minuten unter der kuscheligen Decke zu liegen und zu dösen. Das Problem: Ich schaffe es nur sehr selten, wirklich zu dösen. In den allermeisten Fällen schlafe ich einfach wieder ein. Auch wenn ich mich noch eine Minute vorher darüber gefreut habe wie hellwach ich schon bin (“So wach schlafe ich bestimmt nicht wieder ein!”). Und dieser Schlaf bringt mir rein gar nichts. Weil ich nichts davon mitbekomme wie gemütlich es unter der Decke ist und auch noch viel zu spät total groggy aufwache. Denn dieses “kurze” Einnicken (letztes Wochenende waren es immerhin zwei Stunden) macht mich völlig fertig. Es ist kein bisschen erholsam. Und nebenbei raube ich mir damit auch noch einen großen Teil der wertvollen Morgenstunden, die ich so mag. Das muss nicht sein.

7. Das tun, was andere von mir erwarten
Ich halte nicht viel von einem diktierten Leben. Ich möchte kein Leben leben, das sich andere für mich wünschen. Weder möchte ich mich gesellschaftlichen Normen beugen, noch dafür entschuldigen, dass ich nicht in anderer Leute Vorstellung eines anständigen Lebens passe. Niemand kann glücklich werden, wenn er seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse dauerhaft zurückstellt. Auch du nicht, so sehr du es dir auch einzureden versuchst. Es erscheint leicht zu sein, mit der Masse zu gehen. Aber wie sieht es tief in deinem Innern aus? Gehst du wirklich deinen eigenen Weg?

Womit möchtest du deine Zeit nicht mehr verschwenden?

Follow my blog with Bloglovin

2 thoughts on “Womit ich meine Zeit nicht mehr verschwenden will

  1. Hey Maike,

    eine gute Liste hast du da zusammengestellt. Ich kenne niemanden, der sagt: “Ach, hätte ich mal mehr ferngesehen!” Oder: “Man, hätte ich mal bloß das gemacht, was die anderen von mir erwartet haben.” Das alles sind auf jeden Fall Dinge, bei denen man später nicht bereuen wird, dass man sie nicht gemacht hat.
    Besonders das Dösen im Bett kenne ich nur zu gut. Aber so schön es auch sein mag, man verpasst doch so einiges. Es kann herrlich sein, früh aufzustehen und bei Sonnenaufgang schon draußen zu sein. Die Luft ist wunderbar frisch und der Tag fühlt sich unglaublich neu und unverbraucht an. Auch wenn man nicht rausgehen möchte, so ist es ein wunderschönes Gefühl, sich schon am frühen Morgen mit den Dingen zu beschäftigen, die einem wirklich wichtig sind.
    Und als kleinen Bonus gibt es einem ein tolles Gefühl, wenn man in die müden Gesichter der Kollegen sieht und sich selbst darüber freuen kann, dass man schon einige so schöne Stunde an diesem Tag hat.

    Liebe Grüße
    Boris

    • Hey Boris!

      Haha! Das mit den Kollegen ist wirklich wahr. :-D
      Ich liebe den Morgen auch. Wenn ich morgens das Fenster öffne und mir die fischen Morgenluft entgegenströmt und die noch schüchternen Sonnenstrahlen über das Gras schleichen, schlägt mein Herz gleich höher. Zu einem Spaziergang muss ich mich dann meistens nicht aufraffen, denn mein Körper springt schon fast automatisch in die Schuhe. :-D
      Der Morgen ist irgendwie magisch – egal ob man draußen ist oder drinnen bleibt. Da hast du wirklich Recht. Vielen lieben Dank!

      Viele Grüße
      Maike

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.