5 falsche Vorstellungen, die dich davon abhalten, Yoga zu machen

Immer und immer wieder höre ich Behauptungen und wilde Spekulationen über Yoga, die nicht stimmen. Ich kann die Bedenken durchaus nachvollziehen, kann dir aber versichern: Das stimmt so nicht. Es wäre doch schlimm, wenn wir bestimmte Kriterien erfüllen müssten, um mit Yoga anzufangen. Dabei ist Yoga doch für jeden da. Für dich, für mich, ja sogar für die 70-jährige Frau Schulze von nebenan. Streich also ein für alle Mal diese Mythen aus deinem Kopf und fang endlich an, dein Leben durch Yoga unvorstellbar zu bereichern.

Für Yoga muss ich gelenkig sein
Höre ich immer wieder und nein! Das stimmt einfach nicht. Im Yoga geht es nicht darum, einen Spagat zu machen oder den Kopf auf dem Knie abzulegen. Es geht darum, seine innere Mitte zu finden, Körper und Geist zu vereinen, mehr Wohlbefinden zu erlangen. Auf dem Weg dahin werden die Muskeln gestärkt und wir gelenkiger. Mit steigender Muskelkraft und höherer Dehnbarkeit verändern sich auch die Übungen – wenn wir soweit sind.

Jeder kann mit Yoga beginnen. Nicht nur Kinder, die noch elastische Sehnen und Gelenke haben oder Ballerinas. Gerade in den Anfängerstunden, aber natürlich auch in fortgeschrittenen Kursen, wird darauf geachtet, den Schüler nicht zu überfordern oder gar zu verletzen.

Damit kann ich auch gleich einen weiteren Mythos aus der Welt schaffen. Oft habe ich inzwischen schon gelesen, dass Yoga gefährlich sei. Das ist es nicht, solange wir darauf achten uns bei allen Übungen wohlzufühlen und nicht zu etwas zwingen, das noch weit über unseren Möglichkeiten liegt. Die eigenen Grenzen kennen und zu akzeptieren bewahrt uns vor Verletzungen beim Yoga.

Yoga kostet viel Geld
Du kannst Yoga nicht machen, weil du gar kein Geld hast für die stylischen Yoga-Klamotten, die es inzwischen an jeder Ecke zu kaufen gibt? Verständlich, was sollen denn bloß die anderen denken, wenn du in deinem alten ausgebeulten Fläz-Outfit in den Yoga-Kurs kommst?

Blödsinn! In keinem anderen Sport kommt es so wenig darauf an, was du trägst. Auch wenn es im Moment durch die ganzen “Trend-Yogis” anders wirkt, die Kleidung ist beim Yoga so ziemlich das Unwichtigste. Und jeder, der dich schief anguckt, weil du nicht die neueste Yoga-Leggins trägst, ist entweder selbst Anfänger oder hat Yoga schlicht und einfach nicht verstanden.

Niemand, der ernsthaft Yoga praktiziert, verurteilt andere wegen ihres “unstylischen” Outfits. Und sollte dich die Yoga-Lehrerin mit gerümpfter Nase angucken, weil du nicht in ihren durchgestylten Yoga-Kurs passt: Bloß raus da! Das musst du dir wirklich nicht geben.

So ein Vergleich à la “Ich seh gut aus und du nicht” ist ziemlich unyogisch. Damit stellt sich derjenige nicht nur über dich, sondern möchte auch noch sein Selbstwertgefühl aufpolieren. Das haben echte Yogis nicht nötig.

Wer länger Yoga praktiziert, macht sich mit der Zeit automatisch Gedanken um sein Verhalten und dessen Auswirkungen auf die Umwelt. Ich habe selbst gemerkt, wie mein Mitgefühl mit anderen Lebewesen und der Natur immer größer wurde. Mobben fällt da also direkt schon mal raus. Auch das Kaufen neuer Yoga-Kleidung gehört nicht zu meiner täglichen ToDo-Liste. Ich möchte eben nicht einfach drauf loskaufen, weil etwas supertoll aussieht. Ich möchte Kleidung kaufen, die der Umwelt (Mensch, Tier und Natur) so wenig wie möglich schadet. Ständig neue Yoga-Outfits zu kaufen bei Läden, die nicht gerade für die Einhaltung der Menschenrechte bekannt sind, ist daher für mich ein riesiger Widerspruch.

Kurzum: Nein, Yoga kostet nicht viel Geld. Wenn du zu Hause anfängst, brauchst du einfach nur bequeme Kleidung (die am besten nicht verrutschen kann). Du brauchst auch nicht sofort eine Yoga-Matte. Ein Teppich eignet sich auch, oder eine Decke.

Und auch Yoga-Kurse kosten nicht die Welt. Meinen ersten Yoga-Kurs hat die Krankenkasse zu 80 Prozent übernommen. Und die restlichen 20 Prozent habe ich gerne für mein neues Körpergefühl und den veränderten Geist bezahlt.

Yoga ist langweilig
Aber nein! Es gibt so viele  verschiedene Yoga-Stile, da ist für jeden etwas dabei. Vom klassischen Hatha-Yoga, über schweißtreibendes Power-Yoga und das dynamische Kundalini-Yoga bis hin zum körperlich sehr fordenden Bikram-Yoga. Yoga ist sehr vielseitig und kann (wenn du willst) extrem abwechslungsreich sein.

Darüber hinaus ist kaum etwas so spannend wie seinen eigenen Körper kennenzulernen und zu erforschen. Glaub mir also, wenn ich sage: Yoga ist alles andere als langweilig.

Das glaubst du immer noch nicht? Dann probiere es doch einfach aus!

Yoga ist nur was für Esoterik-Freaks
Alle Menschen, die Yoga machen (mich eingeschlossen), laufen nur noch barfuß durch die Gegend, waschen und scheiden ihr Haar nicht mehr und ersticken zu Hause fast am Räucherstäbchen-Dampf. Außerdem trinken sie den ganzen Tag berauschenden Tee und streicheln ihre Pflanzen, damit sie schneller wachsen. Und, ich will dich nicht anlügen, auch dir wird das passieren, wenn du eine Zeitlang Yoga praktizierst.

Natürlich nicht. Tatsächlich kannst du Menschen, die Yoga machen gar nicht von denen, die es nicht machen unterscheiden (vielleicht bis auf den zufriedenen Gesichtsausdruck und die friedvolle Aura, die jeder Yogi mit sich rum trägt).

Yoga muss nicht religiös sein und auch nicht esoterisch. Höchstwahrscheinlich wirst du dich verändern und auch dein Blick auf die Welt und deine Rolle darin wird sich vermutlich ändern. Aber das ist ganz bestimmt nichts Schlechtes. Ja, möglicherweise halten dich andere plötzlich wirklich für einen Freak, weil es dir plötzlich nicht mehr egal ist, wie sich dein Verhalten auf andere auswirkt (verrückt!). Aber das wird dir völlig egal sein. Weil du glücklich sein wirst.

Yoga dauert zu lange
Da ist er wieder: Der Zeitfaktor. Keine Zeit. Habe zu viel zu tun. Ich schaffe es einfach nicht. Na, so ein Glück, dass Yoga nicht viel Zeit braucht. Gerade am Anfang reichen erstmal 10, 15 Minuten. Wirklich!

Die hast du trotzdem nicht? Dann steh 10 Minuten früher auf. 10 Minuten Schlaf mehr oder weniger machen den Kohl ganz bestimmt nicht fett, 10 Minuten Yoga aber schon. Anstatt dich also noch einmal im Bett umzudrehen, steh auf und nutz die Zeit für Yoga. Da du sehr bald eine Veränderung spüren wirst, wirst du dem Yoga auch bereitwillig mehr Zeit in deinem Leben einräumen. Denn irgendwo ist bei jedem Zeit übrig – auch wenn du es jetzt nicht glauben willst.

Mythen verwirren
Klar, wenn wir immer wieder bestimmte Aussagen hören, glauben wir sie ungefragt. Gerade beim Yoga ist das besonders schade. Denn die Mythen und Aussagen kommen von Menschen, die noch nie in ihrem Leben Yoga ausprobiert haben. Ein Yogi würde solche Gerüchte nie in die Welt setzen, weil er wüsste, dass es andere Menschen nur davon abhalten würde, mit dem Yoga zu beginnen.

Also, wenn du mal wieder eine solche Unterstellung hörst, glaube sie nicht leichtfertig. Hinterfrage sie, gerade wenn es sich um negative Aussagen handelt. Yoga tut gut, der Seele, dem Körper, im Grunde der ganzen Welt. Deswegen solltest du es einfach ausprobieren und nicht lange zögern. Je eher du beginnst, desto früher wird sich dein Leben verändern.

Welche Vorstellungen halten dich jetzt noch davon ab, Yoga zu machen?

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.