Zusatzstoffe im Essen – Warum du sie unbedingt vermeiden solltest

Manche Fertiggerichte sind so voll mit künstlichen Zusatzstoffen, dass ich mich wundere, dass sie überhaupt noch als Nahrungsmittel verkauft werden dürfen. Gleichzeitig wundere ich mich auch über den Verbraucher. Dass er Zusätze wie Sorbitantristearat oder Calciumstearoyl-2-lactylat bedenkenlos in sich reinschiebt, ist mir ein Rätsel. Zum einen liegt es wohl daran, dass nur wenige Menschen die Zutatenliste lesen. Zum anderen denken viele, wenn es in Lebensmitteln erlaubt ist, könne es nicht so schlimm sein. Leider stimmt das so nicht. Viele Inhaltsstoffe sind alles andere als gesundheitlich unbedenklich.

1. Phosphate
Phosphate kommen auch in naturbelassenen Lebensmitteln vor. Hier stellt es auch kein Problem dar, sondern ist sogar wichtig für viele Stoffwechselprozesse. Phosphat in Milchprodukten beispielsweise kann vom Körper zur Hälfte verwertet werden. In Getreide und Hülsenfrüchte kommt es in Form von Phytinsäure vor und wird so kaum aufgenommen.

Gesundheitliche Beeinträchtigungen werden durch das in der Lebensmittelindustrie zugesetzte Phosphat hervorgerufen. Dieses wird im Darm fast vollständig aufgenommen und gelangt von dort ins Blut. So wirkt es auf mehreren Wegen gesundheitsschädlich. Es verändert die Innenseite der Gefäße, was auf Dauer zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen kann. Allerdings besteht darin nicht die einzige Gefahr für das Herz-Kreislauf-System. Auch das Hormon FGF23 steht im Verdacht, Herz-Kreislauf-Schäden zu verursachen. Es reguliert den Phosphat-Spiegel im Blut. Je mehr Phosphat dem Körper also zugeführt wird, desto mehr FGF23 ist notwendig.

Durch Phosphat soll außerdem Kalzium aus den Knochen gelöst werden. Das macht die Knochen brüchig – Osteoporose droht. Sogar die Knochenbrüchigkeit von Jugendlichen kann begünstigt werden.

Neben der beschleunigten Alterung von Haut und Muskeln, fördert Phosphat zudem auch Krebs und das Tumorwachstum.

Phosphathaltige Lebensmittel
So wichtig Phosphat in seiner natürlichen Form für uns ist, so schlimm ist er, wenn er zugesetzt wird. Unglücklicherweise steht auf der Verpackung nicht immer drauf, wenn es enthalten ist. Sind Käsescheiben etwa mit Phosphat nachbehandelt, damit sie in der Packung nicht aneinanderkleben, muss das Phosphat nicht deklariert werden.

Grundsätzlich können wir davon ausgehen, dass in allen hochverarbeiteten Lebensmitteln Phosphat enthalten ist. Sie werden zu den unterschiedlichsten Zwecken eingesetzt: Als Rieselhilfe, Stabilisator, Säureregulator, Backtriebmittel, Geschmacksverstärker, Binde-, Gelier- und Verdickungsmittel sowie zur Konservierung. Puh!

Die Liste der betroffenen Lebensmittel ist noch länger. Von Backmischungen über Instantpulver, Babynahrung, Schmelzkäse und Kaugummi bis hin zu Cola und Müsli, kaum ein (verarbeitetes) Produkt ist davon verschont.

Wie gehe ich Phosphaten aus dem Weg?
Der erste Schritt sollte sein, zu so wenig unverarbeiteten Produkten wie möglich zu greifen. Studiere ansonsten immer die Zutatenliste. Phosphate verstecken sich auch hinter Bezeichnungen wie Schmelzsalze, Stabilisatoren oder E-Nummern (E 338 bis 341, E 450a bis 450c, E 540, E 543, E 544). Willst du auf Nummer sicher gehen, greif nicht zu konventionellen Produkten. In Bio-Produkten ist Phosphat nicht erlaubt. Backpulver, Kakao, Instant-Gemüsebrühe sind nur wenige Produkte, die ich inzwischen ausschließlich in Bio-Qualität kaufe.

Koche außerdem so oft es geht frisch, vermeide Fastfood und (konventionelle) Softgetränke. Auch selbst backen solltest du fertigen Backwaren und Kuchen vom Bäcker vorziehen. Außerdem hast du so auch noch die Vorfreude, wenn sich der Duft langsam in deiner Wohnung ausbreitet. Ist nicht schon das allein (natürlich neben deiner Gesundheit) die Mühe wert?

Übrigens: Wenn du dich vegan ernährst, rate ich dir ebenfalls dazu, selbst zu backen. Dem in Bäckereien verwendete Mehl ist oft Cystein zugesetzt. Dieser Stoff sorgt dafür, dass der Teig nicht an Maschinen und Zubehör kleben bleibt und die Backwaren ihre Form behalten. Hergestellt wird Cystein aus Schweineborsten, Kuhhörnern oder Federn.

2. Aromen und Geschmacksverstärker
Aroma – was lieblich klingt, ist eigentlich nur totaler Mist. Es gibt drei Arten von Aromen: Künstliche, naturidentische und natürliche. Künstliche Aromastoffe werden rein synthetisch hergestellt. Sie werden zum Beispiel aus Kohle oder Erdöl gewonnen. Hmm, lecker! Wer wünscht sich nicht Erdöl im Essen?

Naturidentische Aromastoffe werden ebenfalls synthetisch hergestellt. In ihrer chemischen Struktur sind sie identisch mit den in der Natur vorkommenden Aromen. Seit der Aromaverordnung der EU wird dieser Begriff seit 2011 allerdings nicht mehr benutzt.

Der Begriff “natürliches Aroma” führt leider auch in die Irre. Er besagt nämlich nur, dass das Aroma aus einer natürlichen Quelle stammen muss. Schimmelpilze sind ebenso natürlich wie Sägespäne oder Schlachtabfälle und dürfen daher ohne weiteres die Quelle natürlicher Aromen sein.

Nur wenn “natürliches Himbeeraroma” oder “natürliches Vanillearoma” auf der Verpackung steht, muss das Aroma zu 95 Prozent aus dem besagten Lebensmittel stammen.

Gesundheitliche Gefahren durch Aromen
Aromen schädigen den Körper, anders als Phosphate, nicht direkt. Allerdings gibt es ein anderes großes Problem. Durch den regelmäßigen Konsum von Aromen stumpfen unsere Geschmacksnerven ab. Aromatisierte Lebensmittel schmecken so intensiv, dass wir naturbelassene Lebensmittel als lasch empfinden. Wir bevorzugen also mit der Zeit Nahrungsmittel mit Aromen. Und da aromatisierte Lebensmittel für gewöhnlich nicht zu den gesündesten gehören, ist unsere Gesundheit durch den Griff zu ungesundem Essen und Trinken (und den darin enthaltenen schädlichen Zusatzstoffen) bedroht.

Und eine weitere Gefahr geht von Aromen aus: Sie verwirren den Körper und vor allem das Gehirn. Sie können das Sättigungsgefühl unterdrücken und den Appetit anregen. Häufig essen wir also mehr als wir eigentlich würden.

Reine Aromen schaden dem Körper also nicht unmittelbar. Aromen dürfen aber Zusätze wie Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe oder Lösungsmittel enthalten. Da die Zutaten der Aromen nicht kennzeichnungspflichtig sind, müssen diese auch nicht in der Zutatenliste angegeben werden.

Damit stehen wir wieder vor Zusatzstoffen, die der Gesundheit sehr wohl schaden können. Geschmacksverstärker, allen voran Glutamat, steht nun schon seit einiger Zeit unter starker Kritik. Glutamat, das in hoher Konzentration als Nervengift wirkt, kann giftige Substanzen ins Gehirn transportieren. So auch Aluminium, das inzwischen immer häufiger mit Alzheimer in Zusammenhang gebracht wird.

Geschmacksverstärker machen dick
Glutamat soll laut einiger Forscher sogar für Übergewicht verantwortlich sein, weil es dem Gehirn falsche Signale sendet. Der Körper setzt Fett an, selbst wenn die Kalorienmenge nicht über dem benötigten Bedarf liegt.

Obwohl Glutamat gekennzeichnet werden muss, gibt es doch Schlupflöcher für die Hersteller. Hinter den Begriffen “Hefeextrakt” und “Würze” verstecken sich ebenfalls Geschmacksverstärker. Das (natürliche) Glutamat im Hefeextrakt ist sogar chemisch identisch mit dem industriell hergestelltem. Es ist also kein besserer oder hochwertigerer Stoff. Geschmacksverstärker bleibt eben Geschmacksverstärker. Hefeextrakt ist auch in Bio-Lebensmitteln erlaubt.

3. Konservierungsstoffe
Konservierungsstoffe sollen, wie der Name schon sagt, Lebensmittel haltbar machen. Das ist grundsätzlich nicht schlecht, schützen sie uns doch vor so einigen giftigen Schimmelpilzen. Da aber auch Konservierungsstoffe negativ auf die Gesundheit wirken, hat dieser noble Plan einen enormen Haken.

Nicht alle Konservierungsstoffe sind schlecht. Aber viele andere eben schon. Die “harmlosen” von ihnen können Allergien und Asthma sowie Kopfschmerzen, Schwindel und Magen-Darm-Beschwerden auslösen. So auch die E-Stoffe 210 bis 213, die komischerweise in Hunde- und Katzennahrung verboten sind.

Es gibt aber weitaus schlimmere Konservierungsstoffe. Sulfite zerstören B-Vitamine und Folsäure.

Nitrite und Nitrate wirken krebserregend. Vor allem für Kleinkinder sind diese Stoffe höchst schädlich. Sie kommen beispielsweise in gepökelten Lebensmitteln vor.

Natriumsorbat (E 201) steht unter dem Verdacht, das Erbgut zu verändern.

Natamycin, das auf Käserinde und Wurstpelle zu finden ist, ist nicht nur ein Konservierungsmittel, sondern auch ein Antibiotikum. Zwar muss auf der Verpackung stehen, dass die Hülle nicht zum Verzehr geeignet ist, allerdings gelangen trotzdem Spuren des Mittels in das Produkt. Auf Dauer kann das zu gefährlichen Resistenzen führen. Die Käserinde sollte mindestens einen halben Zentimeter abgeschnitten werden, wenn auf der Packung Angaben wie “mit Konservierungsstoffen” oder “E 235” zu finden sind.

Zitrusfrüchte werden unter anderem mit Phenylen und Phenolen behandelt. Dabei handelt es sich um giftige Pestizide. Durch das Schälen gelangt das Gift über unsere Hände auf die Frucht. Ich kaufe deswegen lieber Bio-Zitrusfrüchte. Gerade Kindern, die ja gerne Clementinen mit in die Schule nehmen, sollten ebenfalls bevorzugt biologische Früchte bekommen.

4. Farbstoffe
Zum ersten Mal bewusst wurde mir die schädliche Wirkung von Farbstoffen als ich auf einer Packung den Zusatz las: “Kann Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen.” Seitdem habe ich viel über Farbstoffe gelesen und die bisher gewonnen Erkenntnisse sind erschreckend. Viele Farbstoffe sind auf Grund ihrer gesundheitsschädigenden Wirkung in den USA bereits verboten. Hier findest du eine Liste der gefährlichsten Farbstoffe und ihre gesundheitlichen Auswirkungen.

Farbstoffe halte ich für die schlimmsten Zusatzstoffe überhaupt. Ich meide sie (wenn es geht) komplett.

5. Süßstoffe
Trotz ihrer Süße haben sie keine Kalorien. Gerade Abnehmwillige oder Figurbewusste wissen diese Eigenschaften zu schätzen. Aber schon in den 60er-Jahren erkannten Wissenschaftler in einer (umstrittenen) Studie die krebserregende Wirkung von Süßstoffen. Trotzdem wurde munter weiter produziert und heute stehen wir vor einer riesigen Auswahl von vermeintlich gesunden Zuckeralternativen.

Viele Ärzte geben Entwarnung: Süßstoffe seien nur in extrem hohen Dosen mit einer äußerst geringen Wahrscheinlichkeit krebserregend. Das klingt zunächst gut. Allerdings verwirren Süßstoffe genau wie Aromen und Geschmacksverstärker den Körper. Verzehren wir Süßstoff, stellt sich der Körper durch den süßen Geschmack auf die Verwertung von Zucker ein. Er senkt den Blutzuckerspiegel. Da der Zucker nie ankommt, ist der nächste Schritt vorauszuahnen. Der Blutzuckerspiegel ist zu niedrig, wir bekommen Heißhunger.

In Tierversuchen (man mag davon halten, was man will) wurde eine Gruppe Ratten mit Süßstoff gefüttert, die andere mit Zucker. Das Ergebnis: Die Ratten, die den Süßstoff erhielten, nahmen während der Studie zu. Sie aßen mehr, weil Süßstoff appetitsteigernd wirkt. Der Süßstoff Saccharin wird sogar in der Schweinemast verwendet, um den Appetit der Schweine zu erhöhen.

Der Süßstoff Aspartam kann bei empfindlichen Menschen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen und sogar Gedächtnisverlust auslösen.

Nach einer relativ neuen Studie sollen Süßstoffe sogar die Darmflora verändern. Durch diesen Effekt soll laut der Studie eine Glukoseintoleranz begünstigt werden.

Fazit
Die Industrie möchte uns großen Mist unterjubeln. Zusatzstoffe können echt gefährlich werden, vor allem in großen Mengen gegessen. Kinder sollten besser gar keine Zusatzstoffe erhalten. Ich möchte auch keine Zusatzstoffe in meinem Essen haben. Deswegen koche ich so oft es geht frisch und verzichte auf Produkte mit unaussprechlichen Zutaten oder E-Nummern. Mit Bio-Produkten fahre ich da ganz gut, auch die Eigenmarken von manchen Supermärkten enthalten meiner Erfahrung nach viel weniger künstliche Zusatzstoffe als ihre teure Konkurrenz.

Es kommt nicht mehr so oft vor wie früher, dass ich Produkte kaufe, die aus mehreren Komponenten bestehen. Und wenn doch, gehört es für mich dazu, beim Einkaufen die Zutatenliste durchzugehen. Oftmals genügt schon ein einsekündiger Blick, in dem mir eine unerwünschte Zutat ins Auge springt.

Aber trotz meiner Vorsicht mit künstlichen Zusatzstoffen und der weitesgehende Verzicht darauf, mache ich Ausnahmen. Wenn ich irgendwo eingeladen bin, jemand Kuchen backt oder so etwas und ich nicht weiß, was da drin ist, esse ich es trotzdem. Ich weiß, dass es mich nicht krank macht, wenn ich ausnahmsweise auch mal künstliche Zusatzstoffe esse. Bei einer gesunden, ausgewogenen Ernährung steckt das der Körper ohne zu Murren weg. Auch du solltest dich nicht unnötig geißeln oder zum sozialen Außenseiter machen, indem du aus Angst Einladungen oder Essen außer Haus meidest.


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