10 Dinge, die ich meinem Kind beibringen möchte

Ich habe noch keine Kinder. Das wird sich möglicherweise eines Tages ändern. Ich finde die Vorstellung wundervoll, einen Menschen auf dem Weg ins Erwachsenenleben zu begleiten. Klar, es ist eine enorme Verantwortung, aber gleichzeitig etwas sehr Schönes. Du gibst deinem Kind Werte, Lebensvorstellungen, Ideale mit auf den Weg, die prägen, wer es sein wird. Und auch wenn wir mit den besten Absichten handeln, werden wir unserem Kind vermutlich Prägungen mit auf den Weg geben, die nicht entsprechen, wer es ist. Trotzdem können wir unser Bestes geben und ihm Dinge mit auf den Weg geben, die ihm hoffentlich dabei helfen, ein authentisches Leben voller Freude und Liebe zu leben.

1. Das Leben findet draußen statt, nicht im Fernseher
Wir können täglich die größten Abenteuer erleben, die schönsten Orte besuchen, den tollsten Cliquen beiwohnen. Und das alles für wenig Geld von unserer Couch aus. Ich sehe, dass bereits kleine Kinder vom Fernsehen gebannt sind. Sie werden lethargisch und wollen nichts anderes machen als auf die Mattscheibe glotzen.

In Zukunft wird sich dieses Phänomen vermutlich noch mehr verbreiten, denn VR-Brillen sind auf dem Vormarsch und sie werden wohl mehr in den Bann ziehen als der Fernseher, weil man völlig in dieser anderen Welt abtauchen kann.

Es ist mir wichtig, dass mein Kind weiß, dass das zwar eine nette Spielerei ist, aber das echte Leben draußen stattfindet. Mit echten Menschen. Echten Orten. Echten Gesprächen.

Ich möchte, dass mein Kind das echte Leben zu schätzen weiß. Die Tiefe, die nur das wahre Leben bietet. Der Kontakt, der echte Austausch mit echten Menschen. Das Unkontrollierbare. Unvorhersehbare. Die Gespräche, die völlig harmlos beginnen und dich am Ende überraschen. Weil sie dich nachdenklich machen. Zum Lachen bringen. Oder zum Weinen.

Der echte Kontakt, der dein Herz auf eine Art berührt, die dir der Fernseher nicht mal annähernd geben kann.

Fernsehen ist schon okay. Doch es stumpft ab. Macht uns unempfänglich für das echte Leben. Wir verlernen, was es heißt, unser eigenes Leben zu leben – nehmen an so vielen fiktiven Leben, Abenteuern, Geschichten teil, dass wir unser eigenes Leben darüber vergessen. Oder abwerten.

Ich möchte, dass mein Kind sich dessen bewusst ist. Ich möchte, dass es lebt. In der echten Welt.

2. Du darfst weinen, wenn dir danach ist
Weinen ist völlig normal. Alle Menschen, jung, alt, Männer wie Frauen sollten sich nicht schämen, ihre Tränen zu zeigen. Oftmals wird den Tränen aber schon im Kindesalter Einhalt geboten. Vor allem Jungs hören Sätze wie: “Echte Männer weinen nicht!”.

Auch ich konnte lange nicht vor anderen Menschen weinen. Selbst als ich vor einiger Zeit lernte, meine Tränen einfach fließen zu lassen, wenn mir danach ist, betonte ich stets, dass ich nicht nah am Wasser gebaut sei. Es war mir wichtig, das zu betonen. Mein Ego sprach aus mir, das mich schützen wollte. Noch immer setzte ich Tränen offenbar mit Schwäche gleich.

Seit dieser Erkenntnis habe ich öfter geweint als zuvor. Ich ließ sie einfach zu, meine Tränen. Ich ließ Emotionen ganz tief ein in mein Herz, was auch eine völlig neue Erfahrung für mich war.

Ich möchte meinem Kind beibringen, dass alle Emotionen okay sind. Dass Tränen okay und gut sind. Mein Kind soll sich nicht schämen, wenn es weint. Es soll lernen, dass Gefühle zu zeigen nicht ein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke sind.

3. Du kannst im Leben alles erreichen, was du dir vornimmst
Ich wollte früher Schauspielerin werden, doch ich habe nie den Versuch gestartet, diesem Beruf näher zu kommen. Manche Ideen, die wir haben, wirken utopisch. Unerreichbar. Wenn wir als Kind für unsere Träume belächelt werden, prägt das. Wir hören auf, an uns und unsere Träume zu glauben. Wir tun das, was alle anderen so machen, einfach nur, weil es realistischer ist.

Doch das, was die Welt unbedingt braucht, sind Menschen, die allen anderen ihr Licht spenden. Es sind die Menschen, die ihrer Leidenschaft folgen, denn nur so hinterlassen sie Spuren im Herzen der Menschen. Sie berühren, sie machen die Welt zu einem besseren Ort – einfach indem sie das tun, was sie lieben.

Mein Kind soll wissen, dass es alles erreichen kann, solange es mit Leidenschaft, Freude und Liebe dabei ist. Kein Traum, der nicht zu groß ist, denn aus Träumen werden Wunder geboren.

4. Behandle alles und jeden so, wie du behandelt werden möchtest
Liebe und Mitgefühl sind hier der Schlüssel. Sich einfühlen. Sich verbinden mit seinen Mitmenschen. Nein, du musst nicht jeden mögen und du musst auch nicht zu allen Menschen nett sein, wenn sie unfreundlich sind.

Aber du solltest andere stets mit Respekt behandeln. Auch du möchtest nicht herablassend behandelt werden, also verhalte dich auch anderen Menschen gegenüber so, wie du behandelt werden möchtest.

Es gibt keinen Grund, andere Menschen schlecht zu behandeln. Alle Menschen habe ihre Geschichte. Es ist nicht deine Aufgabe, darüber zu urteilen. Wenn du nichts Nettes zu sagen hast, sei einfach still. Das macht nicht nur die Welt friedlicher, sondern bringt auch dir Frieden.

5. Es ist nicht schlimm, hinzufallen
Du musst dich nicht schämen, hinzufallen. Steh einfach wieder auf. Es ist keine Schande und erst recht keine Schwäche, hinzufallen. Nein, trotz des Sturzes aufzustehen und weiterzugehen zeugt von wahrer Stärke. Nur wenn du dich immer wieder aufrappelst und weitergehst, wirst du weiterkommen. Denke nicht, es wäre schlimm, hinzufallen. Es gehört dazu. Es ist gut, denn es stärkt deinen Willen.

Darum lass dich von einem Sturz nicht aufhalten. Klopf den Staub ab und mach weiter.

Am Ende kommt es nicht mal drauf an, ob du dein Ziel wirklich erreicht hast. Alles, worauf es ankommt ist, dass du es versucht und niemals aufgegeben hast.

6. Es gibt nicht nur schwarz und weiß
Es gibt nicht nur Gut und Böse, nicht nur entweder oder, nicht ganz oder gar nicht. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten dazwischen. Es gibt mehr als schwarz und weiß. Es gibt Graustufen und Farbtupfen.

Sehr viele Menschen neigen dazu, die Welt in schwarz und weiß einzuteilen. Ich möchte nicht, dass mein Kind das macht. Ich möchte nicht, dass es andere Menschen kategorisiert und sich selbst in eine Schublade steckt und sich somit seine Individualität nimmt. Ich möchte nicht, dass es nur eine Seite betrachtet, sondern alle Seiten. Dass es versteht. Dass es nachdenkt. Und dass es das Wunder des Lebens in seiner Ganzheit betrachtet – mit all seinen Graustufen und Farbtupfen.

Das Leben ist so komplex, zwei Seiten einer Medaille reichen nicht aus, um es zu benennen. Es wäre zu einfach. Zu einfältig. Zu schade, wenn all die Individualität durch die mangelnde Fähigkeit, wirklich zu erkennen, zerstört würde.

Denk lieber bunt, denn das ist es, was die Welt ist.

7. Sei immer du selbst
Es ist verdammt schwierig, man selbst zu sein, wenn man in einer Welt voller Idealvorstellungen, voller Bewertungen und Vergleichen aufwächst. Gerade als Kind möchte man gefallen und knüpft die Liebe seiner Eltern an das eigene Verhalten. Wenn wir uns wie gewünscht verhalten, werden wir geliebt, wenn wir etwas falsch machen, abgelehnt.

Als Erwachsene sind wir längst selbstbestimmt, aber trotzdem ist da der dringende Wunsch in uns, zu gefallen. Nicht anzuecken, sondern ganz einfach mit dem Strom zu schwimmen. Wir sind geprägt.

Grenzen und Regeln aufzuzeigen und dem Kind gleichzeitig klarzumachen, dass es geliebt wird, auch wenn es gerade nicht machen kann, was es will, ist sicher ein schmaler Grat. Aber ich hoffe, dass es möglich ist, dem Kind zeitgleich Führung und Liebe zu geben. Ich hoffe, dass aus dieser Mischung ein Individuum entsteht, das völlig für sich einsteht, sich völlig entfalten kann.

Keiner sollte Angst haben, anderen Menschen zu missfallen. Durch diese Angst und das daraus resultierende Verhalten verraten wir uns selbst. Wir verraten, wer wir sind und legen eine Maske an, die uns nicht nur daran hindert, echte Verbindungen einzugehen, sondern auf Dauer krank macht. Unsere Seele belastet. Und selbst mit dieser Maske wird es Menschen geben, die uns nicht mögen.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es härter ist und mehr auf die Psyche drückt, wenn wir jahrelang eine Rolle spielen, die uns nicht entspricht, als einfach wir selbst zu sein und dadurch bei manchen Menschen anzuecken.

Ja, die Gefahr scheint groß zu sein und mag schmerzhaft wirken, wenn wir um unserer selbst willen abgelehnt werden. Aber die Freiheit, die wir fühlen, wenn wir einfach wir selbst sind, ist so wundervoll, dass sie mit nichts anderem aufgewogen werden kann.

8. Es ist unwichtig, wie viel du besitzt
Was und wieviel du besitzt, hat in keinster Weise Einfluss darauf, wer du bist. Du bist der gleiche Mensch, ob du nur ein Paar Schuhe und eine Kutte besitzt oder einen Kleiderschrank, der so groß ist wie eine Ein-Zimmer-Wohnung.

Ja, unser Besitz unterstreicht irgendwie, wer wir sind. Aber, und das ist der Punkt, er macht nicht aus, wer wir sind. Solange wir uns an Besitz klammern, leben wir in Angst. Wir fürchten uns davor, etwas zu verlieren, denn damit würden wir einen Teil unserer Identität zu verlieren.

Meinem Kind soll klar sein, dass es nicht das ist, was es besitzt. Es muss sich weder schämen, wenn es wenig hat, noch stolz sein, wenn es viel hat. Alles ist okay, denn es kommt nur darauf an, was er in seinem Herzen trägt.

9. Wenn das Leben mal hart ist, will es dich stärken
Jeder Mensch erlebt harte Phasen. Manche mehr, manche weniger. Die Frage ist immer, wie du damit umgehst. Schwierigkeiten und Probleme können dich schwächen. Aber sie können dich auch stärken. Die Frage ist, was du willst. Was du wählst. Ob du leiden oder wachsen möchtest.

Ich möchte meinem Kind begreiflich machen, dass das Leben nicht immer rosarot ist. Dass es Tränen geben wird und Schmerz. Und ich möchte ihm begreiflich machen, dass es das durchstehen wird. Jeder von uns hat die Stärke in sich, Schwierigkeiten, so ausweglos sie auch zunächst erscheinen mögen, zu überstehen und an ihnen zu wachsen.

In solchen Situationen nicht aufzugeben, sondern dankbar zu sein für diese Lektion. Nach dieser harten Zeit werden wir nicht mehr die gleiche Person sein und das ist gut, denn Leben bedeutet stetiges Wachstum, ständige Entwicklung.

Das Leben läuft nicht immer nach Plan. Das Leben hält Herausforderungen für uns bereit. Wenn wir uns dessen bewusst sind, können wir ihnen voller Zuversicht entgegentreten.

10. Hör auf, wenn dir etwas keinen Spaß macht
Kennst du das? Du liest ein Buch und findest es echt öde und liest es trotzdem bis zum Ende? Oder du hälst an einem Hobby fest, das dich mal begeistert hat, inzwischen aber mehr Pflicht als Freude ist?

Ich kenne das. Aber irgendwann habe ich mich gefragt: Warum mache ich das eigentlich? Für wen? Will ich mir selbst etwas beweisen oder wem anders?

Kinder sind Meister darin, nur das zu tun, was ihnen Spaß macht. In einem Augenblick puzzeln sie, im nächsten fangen sie Seifenblasen mit ihren bloßen Händen – auch wenn das Puzzle erst halb fertig ist. Ich glaube nicht, dass das etwas mit mangelndem Durchhaltevermögen zu tun hat. Ich glaube, dass sie einfach ihrer Freude folgen. Und das ist etwas sehr Schönes.

Leider verlieren Kinder diese Eigenschaft im Laufe des Größerwerdens. Sie laden sich immer mehr Verpflichtungen auf, weil sie denken, anderen dadurch zu gefallen.

Ich möchte, dass sich mein Kind diese Eigenschaft bewahrt. Aus der Freude handelt, was auch immer es tut. Nur so wird es sich lebendig fühlen und im Einklang mit seinen Werten leben.

Wir lernen nie aus
Ich weiß nicht, ob ich meinem Kind das mit auf den Weg geben kann, was ich möchte. Ob es nicht aus meinen gutgemeinten Ratschlägen etwas völlig anderes mitnimmt. Aber ich kann mein Bestes geben.

Viele der genannten Punkte habe ich erst im Laufe meines Erwachsenenlebens gelernt, was nicht heißt, dass meine Eltern einen schlechten Job gemacht haben. Nein, tatsächlich haben sie einen ziemlich guten Job gemacht, mir viele Dinge mit auf den Weg gegeben, die mein Leben heute einfacher machen als es sein könnte. Dafür bin ich sehr dankbar.

Ich möchte auch das Leben meines Kindes einfacher machen. Und ich möchte dein Leben einfacher machen. Deswegen richten sich meine Worte vor allem an dich. Ich hoffe, ich konnte dich mit meinen Worten berühren, zum Nachdenken anregen und inspirieren. Ich freue mich, wenn du deine Erkenntisse aus diesem Artikel mit mir in den Kommentaren teilst.

Und ich freue mich, wenn du verrätst, was du deinem Kind unbedingt beibringen möchtest.


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