3 Wege, um dein Leben sofort zu entschleunigen

Unsere Welt ist hektisch. Anstrengend hektisch. Nicht dynamisch, nicht voller Elan, einfach nur hektisch. Ich finde das ziemlich anstrengend. Alles muss immer schnell sein. Viele Menschen werden richtig nervös, wenn etwas nicht schnell genug geht. Durch diese Hektik stehen wir ständig unter Strom. Das ist Stress für unseren Körper und irgendwann wird er sich dafür rächen. Ein entspannteres Leben kann uns davor bewahren. Es gibt gewisse Tricks, um dein Leben nachhaltig zu entschleunigen.

1. Lass die Zeit einfach mal Zeit sein
Die Zeit ist vom Menschen gemacht. Inzwischen sind wir dermaßen abhängig von der Zeit, dass gar nichts mehr ohne ständiges Überprüfen der Zeit geht. Es ist Mittagszeit (völlig egal, ob Hunger da ist), es ist Schlafenszeit, es ist noch keine Schlafenszeit. Was für ein Irrsinn, dass wir um neun nicht ins Bett gehen, obwohl wir müde sind. Da machen wir uns lieber noch einen Film an. Wenn der Film vorbei ist, dann ist nämlich erst Schlafenszeit.

Der ständige Blick auf die Uhr stresst. Gerade in der Freizeit ist die Uhrzeit auch meistens überflüssig. Daher mein Rat an dich: Lass die Uhr so oft es geht aus den Augen. Was meinst du, wie herrlich es ist, einen ganzen Sonntag nicht auf die Uhr zu gucken und nur nach dem inneren Gefühl zu leben? Aufstehen, wenn du wach bist. Essen, wenn du hungrig bist. Es ist wie Urlaub. Total entspannend.

Eine absolut sinnlose Zeit um auf die Uhr zu gucken ist auch, wenn wir warten. Der Blick auf die Uhr ändert nichts (außer vielleicht die Schnelligkeit des Pulses). Alles dauert solange wie es dauert. Wenn die Bahn Verspätung hat, der Kunde vor uns sein ganzes Kleingeld raussucht oder das Taxi langsamer als gewohnt fährt, können wir das in genau diesem Augenblick nicht ändern. Zumindest nicht mit einem Blick auf die Uhr.

Ich weiß, wie schwer es fällt, in solchen Momenten nicht auf die Uhr zu gucken. Aber ich habe es geschafft, mich von diesem Zwang zu lösen. Und, was soll ich sagen? Es lohnt sich. Es fühlt sich frei an und so leicht.

Das Annehmen des Moments, so unveränderbar wie er nunmal ist, lässt uns Raum für angenehmere Dinge als Eile.

So macht es mir nichts aus, hinter einem Traktor oder einem Sonntagsfahrer zu fahren. Eben, weil ich mich darauf nicht konzentriere. Ich konzentriere mich auf die Dinge, die mein Leben bereichern. Nicht auf die, die es belasten.

Wegrennende Zeit ist definitiv eine Last. Der Sonnenuntergang beim Warten auf die Bahn hingegen nicht.

2. Steck das Handy weg
So praktisch Smartphones auch sein mögen, so sehr regen sie uns auf. Sie stressen uns. Ich beobachte in (eigenen und fremden) Gesprächen oft ein nervöses Zucken im Gesicht, wenn eine Nachricht ankommt. Manchmal verändert sich sogar der Blick, wird starrer, wenn der Gesprächspartner was erzählt und nicht bald zum Ende kommt. Und sobald sein letztes Wort verklungen ist, gibt es ein kurzes “hmm” und das Handy ist in der Hand. Klar, das passiert nicht immer und auch nicht bei jedem. Aber es passiert eben. Und das ist eine unglaublich traurige Entwicklung.

Ich habe (inzwischen) auch ein Smartphone. Ich verstehe allerdings nicht, warum es interessanter sein soll, Nachrichten von kilometerweit entfernten Menschen zu empfangen als sich von Angesicht zu Angesicht zu unterhalten. Noch dazu handelt es sich meistens um Nachrichten wie “Komme morgen doch ein bisschen später” oder “Mein Kaninchen hat gerade einen Salto rückwärts gemacht”.

Keine Nachricht, die jetzt in diesem Augenblick mein Leben wirklich verändert. Nachrichten, die mein Leben verändern kommen für gewöhnlich nicht per Messenger, sondern per Anruf. Trotzdem ist die Angst da, etwas zu verpassen.

Diese ständige Erreichbarkeit macht nachweislich krank. Außerdem macht der Versuch, gleichzeitig an mehreren Orten mitzumischen unzufrieden. Denn dadurch sind wir überall nur halb und nirgends so richtig.

Also: Leb dein Leben an genau dem Ort, an dem du gerade bist. Das macht Erlebnisse intensiver und schöner. Steck das Handy einfach weg und hol es erst dann raus, wenn du wirklich Zeit dafür hast.

3. Sinnes-Meditation
Bei der Sinnesmeditation geht es auch um das Leben im Augenblick. Es ist überall durchführbar. Es geht darum, deine Umgebung oder bestimmte Erlebnisse oder auch Essen intensiver wahrzunehmen.

Wie riecht es? Gibt es mehrere Gerüche?

Wie fühlt es sich an? Kalt? Warm? Weich?

Sind die Farben kräftig? Verlaufen sie miteinander? Harmonieren sie?

Was hörst du? Gibt es ein Hintergrundgeräusch? Ist ein Geräusch besonders aufdringlich? Oder melodisch?

Zugegeben, den Geschmackssinn können wir nur beim Essen ausleben (zumindest würde ich dir das empfehlen). Aber all die anderen Sinne sind immer da und für Eindrücke bereit. Sobald du dich auf sie konzentrierst, tauchst du ganz ins Hier und Jetzt ein.

Vielleicht werden deine Gedanken am Anfang abschweifen. Vielleicht riechst du Schweiß, denkst daran, dass du noch Deo kaufen musst und bist fünf Minuten später gedanklich durch den ganzen Drogeriemarkt gegangen um deinen Einkaufszettel zusammenzustellen. Das passiert.

Je öfter du allerdings in die Sinnes-Meditation gehst, desto seltener werden solche Gedanken. Irgendwann zählt nur noch das Jetzt. Und so kannst du diese Augenblicke als kleine Auszeit nutzen und wieder Kraft tanken.

Leben in der Gegenwart
Der Schlüssel zu einem entschleunigten Leben ist also im Heute zu leben. Nicht daran zu denken, was morgen ist, die Zeit zu vergessen, einfach zu leben. Interessanterweise läuft uns unsere Lebenszeit nämlich nur dann weg, wenn wir uns zu sehr auf die Zeit konzentireren.

Je mehr wir in der Gegenwart leben, desto länger kommt uns unser Leben auch vor.

Warum? Weil wir es intensiver wahrnehmen. Ängste oder Stress mit Blick auf die Zukunft rauben uns Kraft und Lebensenergie. Wir sind zu sehr fokussiert auf die Zukunft, sodass jede Minute in der Gegenwart im Grunde nichtig ist. Nicht existent. Belanglos. Wir können sie aus unserem Leben streichen.

Das muss wirklich nicht sein.

Versuch, so oft es geht, deine Aufmerksamkeit auf die Gegenwart zu lenken. Leb im Hier und Jetzt, also genau an dem Ort zu der Zeit, wo du gerade nunmal bist. Nutze jeden Augenblick so gut es geht. Versau ihn dir nicht, indem du dich ärgerst, ablenkst oder stresst oder in Gedanken schon woanders bist. Lebe für heute, nicht für morgen.

Nur dann, kannst du später einmal auf dein Leben zurückblicken und sagen: Ich habe gelebt.

 

Wie entschleunigst du dein Leben?

6 thoughts on “3 Wege, um dein Leben sofort zu entschleunigen

  1. Sehr schöner Blog mit einem tollen Thema. Ich kann deine oben beschriebenen Punkten nur zustimmen. Wir versuchen vor allem die Wochenende dazu zu nutzen uns immer mal wieder einfach nur treiben zu lassen. sei es einfach mal raus in die Natur zu gehen und einfach die Geräusche und Gerüche wahrzunehmen. Einfach herrlich

    • Hallo Mat,
      vielen Dank! Ja, gerade das Wochenende bietet sich für Entspannung besonders an. Sich treiben zu lassen (gerade in der Natur) finde ich auch super. Leider packen sich manche ihre Freizeit so voll mit Terminen, dass sie dann im Dauerstress sind. Gesund ist das nicht.
      Schön, dass ihr die Balance gefunden habt.

      Viele Grüße
      Maike

  2. Sehr schöner Bericht und ja, leider hat man das mit der Entschleunigung tatsächlich oft bitter nötig… Ich habe mir heute den kompletten Nachmittag nur Disneyfilme angeschaut und auf der Couch gelegen – die To Do Liste ist voll, die Deadlines rücken näher, aber das musste einfach mal sein!

    • :-D Na, das ist doch super! Was bringt es dir, wenn du deine Aufgaben zwar abarbeitest, aber nur halbherzig und ohne Power? Das habe ich auch viel zu lange gemacht und mich hinterher doch nur geärgert. Die Zeit können wir wirklich besser nutzen (zum Beispiel für Disneyfilme ;-)) und anschließend die Aufgaben entspannt und voller Energie doppelt so gut erledigen.

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