4 Fragen, die du dir stellen solltest, wenn du authentisch leben willst

Einfach du selbst sein. Nicht nach anderen richten. Nicht aus Angst handeln. Authentisch sein – in jeder Sekunde, in jedem Augenblick. Ist es nicht das, was wir im Grunde alle wollen? Wir wollen uns nicht verstecken, denn es kostet Kraft. Es schmerzt, fühlt sich falsch an. Und doch machen es so viele von uns. Jeden Tag. In den seltensten Momenten enthüllen wir unser wahres Selbst. Weil wir Angst haben, so viel Angst. Ja, wir machen uns angreifbar, wenn wir wir selbst sind. Wenn wir keine Rolle spielen, sondern unser authentisches Selbst vor anderen offenbaren, setzen wir uns der Gefahr aus, kritisiert abgelehnt zu werden. Wenn wir eine Rolle spielen, wird nur diese abgelehnt, nicht unser eigentliches Wesen.

Hört sich viel einfacher an. Aber es schlaucht. Es macht uns fertig und krank. Wir strampeln uns ab, um einer Rolle gerecht zu werden, der uns nicht entspricht. Wir zwängen uns in Schubladen, tun, was man eben so macht.

Aber das kann es nicht sein.

Wenn du diesen Artikel angeklickt hast, hast auch du den Wunsch, authentisch zu leben. Dazu gratuliere ich, denn es ist das Wundervollste, was es gibt. Wir müssen weder uns, noch anderen etwas vormachen. Wir leben einfach so, wie wir es am besten können – nach unserer ganz eigenen Art.

Das ist, was ein gutes Leben ausmacht. Das ist, was uns glücklich macht.

Also fang doch gleich damit an. Diese Fragen helfen dir dabei:

1. Wann bin ich am meisten/am wenigsten ich selbst? Warum?
Bei welchen Menschen, Aktivitäten und in welchen Situationen bist du authentisch? Wann bist du nicht authentisch? Viele Menschen schaffen es ganz gut, authentisch zu leben. Sobald sie aber in ihr altes Umfeld zurückkommen, zum Beispiel zur Familie oder einem Freundeskreis aus früheren Zeiten, fallen sie wieder in ihre Rolle von damals, die ihnen gar nicht mehr entspricht. Aber auch Menschen aus unserem aktuellen Leben schaffen es, dass wir eine Fassade aufbauen, nicht authentisch sind.

Wichtig ist für dich, herauszufinden, wann du authentisch bist und wann überhaupt nicht und dich fragst, warum es so ist.

Was lösen diese Menschen, Situationen, Aktivitäten bei dir aus, dass du nicht authentisch sein kannst? Ich war immer unglaublich eingeschüchtert bei Vorträgen oder Gesprächen mit größeren Personengruppen oder auch Menschen, die ich bewundert habe. Ich wollte unbedingt etwas Intelligentes sagen – nur mir fiel nichts ein oder ich verhaspelte mich beim Sprechen. Weil ich Dinge sagen, Wörter benutzen wollte, die sonst eigentlich nicht aus meinem Mund kamen.

Authentizität sieht anders aus.

Andersrum kannst du dich auch fragen, in welchen Momenten du dich besonders authentisch fühlst. Zusammen mit deinen besten Freunden? An deinem Arbeitsplatz? In deinem Hobby? Warum ist das so? Warum bist du hier authentisch und in anderen Situationen nicht? Was ist anders?

Umgib dich mehr und mehr mit Situationen und Menschen, bei denen du völlig du selbst sein kannst. Spüre, wie gut sich das anfühlt. Irgendwann wird sich deine Authentizität ausbreiten. Irgendwann kannst du auch in deinem alten Umfeld, vor deinen Eltern, in deinem Job du selbst sein. Es fühlt sich nicht mehr komisch an, sondern ganz natürlich. Echt.

Eben wie du.

2. Wie würde mein Leben aussehen, wenn ich Liebe statt Angst wählte?
Oftmals handeln wir nicht authentisch, weil wir Angst haben. Angst, abgelehnt oder verletzt zu werden. Oder andere zu verletzen. Eine wichtige Frage auf dem Weg zu einem authentischen Leben ist: Wie würde sich mein Leben verändern, wenn ich stets die Liebe wählte?

Wenn du dich bisher von der Angst hast leiten lassen, würde dein Leben komplett anders verlaufen. Du würdest vielleicht endlich in deine Traumstadt ziehen. Würdest deinen ungeliebten Job kündigen. Oder dich für den Chefposten bewerben.

Was auch immer.

Fakt ist: In der Angst bist du nicht authentisch.

Ich hatte sehr lange Zeit (etwa 20 Jahre lang) eine große Hemmung, vor anderen Menschen zu weinen. Ich hatte so große Angst, meine Trauer, Rührung oder Freude in Form von Tränen zu zeigen. Ich bewertete Weinen als Schwäche und fürchtete, dass auch andere mich für schwach halten würden, wenn ich weinte. Also unterdrückte ich meine Tränen immer. Bei Beerdigungen. Hochzeiten. Liebesfilmen. Zumindest wenn andere dabei waren.

Manchmal lag ich abends im Bett und weinte völlig lautlos oder ich blieb länger im Bad, damit mein Freund nichts von meinen Tränen mitbekam.

Ich war völlig beherrscht von meiner Angst.

Heute weiß ich, dass ich mir selbst damit schadete, weil ich nicht authentisch war. Ich schlüpfte in eine Rolle – die der starken Frau, die nichts aus der Fassung bringen konnte, dabei wollte ich im Innern meines Herzens einfach nur weinen. Meinen Gefühlen Luft machen. Ich sein. Und dazu gehören in manchen Momenten eben auch Tränen.

Wie wäre mein Leben in dieser Hinsicht verlaufen, hätte ich die Liebe gewählt? Ich hätte viel öfter vor anderen geweint, was sich erstmal vielleicht nicht sonderlich spektakulär anhört, mir selbst aber zwei wichtige Erkenntnisse gebracht hätte: 1. Andere halten mich nicht für schwach, wenn ich weine. 2. Es entsteht eine viel intensivere Beziehung, wenn ich mich vor anderen Menschen zu 100 Prozent authentisch zeige.

Achte mal darauf, wann du aus Angst handelst und wähle in solchen Momenten stattdessen die Liebe. Das gilt in allen Bereichen und Fragen deines Lebens. Wenn du um einen Gefallen gebeten wirst. Wenn du vor einer wichtigen Entscheidung stehst. Wenn es darum geht, deine Meinung zu sagen.

Solange du die Angst dein Leben bestimmen lässt, lebst du nicht authentisch. Solange du nicht die Liebe wählst, trägst du eine Maske.

Nimm die Maske ab und zeig der Welt, wer dahinter steckt.

3. Ist das das Leben, das ich führen möchte?
Wenn jemand morgen eine Biografie über dich schreiben würde, würdest du dich darin wieder finden? Oder anders gefragt: Wärst du stolz, wenn andere sie lesen?

Es geht dabei nicht darum, darüber nachzudenken, was du in der Vergangenheit vielleicht alles versäumt hast zu tun. Ändern kannst du es jetzt sowieso nicht mehr. Es geht darum, zu überprüfen, ob du momentan das Leben führst, das zu dir passt.

Entsprechen deine Aufgaben deinen Talenten und Leidenschaften? Ist dein Tagesablauf von deinen Wünschen geprägt? Hast du Kontakt zu Menschen, die dich schätzen und die du schätzt?

Fühlst du dich in deinem Leben zu Hause?

Als damals im Studium mein Abschluss immer näher rückte und ich mich in einer Zukunft wiedersah, die weder meinen Wünschen, noch meinen Talenten entsprach, wurde ich zunehmend unzufriedener. Ich zögerte den Abschluss hinaus. Das war auch keine Lösung, denn auch im Studium konnte ich nicht völlig der Mensch sein, der ich im Kern war.

Ich spürte, dass irgendetwas nicht passte. Dass das nicht das Leben war, das ich führen wollte. Weder das Leben im Studium, noch das, was mich danach erwartete. Und diese Erkenntnis war der Beginn von etwas Großem. Ich ging einen neuen Weg und heute bin ich so dankbar für diese Entscheidung.

Frag dich genau jetzt ganz ehrlich: Führe ich gerade das Leben, das ich führen möchte? Ist es das Leben, von dem ich meinen Enkeln erzählen möchte, wenn ich weiter mache wie bisher?

Wenn sich in dir alles sträubt, wenn du ein beklemmtes Gefühl spürst und nicht aus ganzen Herzen “Ja!” sagen kannst, solltest du deine momentane Art, dein Leben zu führen nochmal überdenken. Es ist keine Schande, sich umzuentscheiden. Das gehört zum Leben dazu. Wir verändern uns und mit unserer inneren Veränderung verändert sich auch das Leben um uns herum. Das ist etwas Wundervolles!

4. Weiß ich überhaupt, wer ich bin?
Wir können erst dann authentisch leben, wenn wir wissen, wer wir sind. Wenn wir unserer inneren Wahrheit folgen, anstatt uns von äußeren Stimmen beeinflussen zu lassen. Wenn wir völlig selbstbestimmt leben.

Dafür musst du deine Werte kennen. Deine Träume. Deine Stärken und Schwächen. Deine Prägungen. Du musst dich selbst kennen, wenn du authentisch leben willst. Du musst völlig ehrlich mit dir sein. Manche Erkenntnisse über dich selbst sind befreiend. Manche sind schmerzhaft. Das ist normal. Das gehört zu deinem Wachstum dazu.

Wenn du eigentlich gar keine Ahnung hast, wer du überhaupt bist, wenn die äußeren Stimmen in deinem Kopf so laut sind, dass du deine innere Stimme nicht mehr hörst, ist diese Frage die wichtigste von allen.

Entdecke deine eigene Wahrheit. Das schaffst du durch Stille, durch Zeit mit dir selbst und indem du dir die richtigen Fragen stellst.

Fang heute an, authentisch zu leben
Bei manchen Dingen ist es ganz einfach, authentischer zu sein. Bei anderen Dingen ist es verdammt hart. Die Sache mit dem Weinen ist manchmal noch immer eine Herausforderung für mich. Die Prägungen aus unserer Kindheit sitzen tief. Doch wir können uns heilen. Jeden Tag ein bisschen mehr. Und so werden wir jeden Tag ein bisschen authentischer.

Ich liebe diese innere Arbeit und feiere jede Erkenntnis über mich selbst. Jede Herausforderung, die mich mehr zu meinem Kern führt. Es ist ein so wundervolles Gefühl.

Fang heute an, zu dir selbst zu stehen. Sag nein, wenn dir danach ist. Setze Grenzen. Sei ehrlich zu dir selbst und anderen. Hör auf dein Bauchgefühl. Schalte deinen Verstand öfter mal aus. Folge der Liebe, nicht der Angst. Umgib dich mit Menschen, bei denen es dir leicht fällt, authentisch zu sein.

Und finde so viel es geht über dich heraus.

Lass dein Leben dein Zuhause werden, in dem du dich jeden Tag wohlfühlst.


Buchempfehlungen
Authentizität: Die neue Wissenschaft vom geglückten Leben (Stephen Joseph)
Ikigai: Den Sinn des Lebens im Alltag finden (Bettina Lemke)
Mögest du glücklich sein (Laura Mailina Seiler)
Dein Licht steht dir gut (Rebecca Campbell)
Das Kind in dir muss Heimat finden (Stefanie Stahl)


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