Bist du langweilig? (Finde es heraus!)

Es gibt diese Menschen. Diese Menschen, die einfach interessant sind, egal was sie erzählen oder machen. Bei denen es super spannend klingt, wenn sie den Abend auf der Couch verbracht haben. Oder von ihrem Einkauf im Supermarkt erzählen. Oder einfach schon so viel von der Welt gesehen haben, dass sie immer eine bemerkenswerte Anekdote zur Hand haben. Und dann gibt uns. Eher mäßig interessant. Nicht so besonders. Langweilig. Aber stimmt das denn?

Was bedeutet eigentlich “langweilig”?
Synonyme zu “langweilig” sind etwa ermüdend, reizlos, uninteressant oder auch eintönig. Autsch! Das klingt schon richtig fies. Wenn wir langweilig sind, sind wir also nicht viel interessanter als eine weiße Wand, ein kilometerlanger Tunnel oder ein vierstündiger Vortrag über Türklinken. Na toll!

Langweilig zu sein ist damit fast das Schlimmste, was uns und unserem Gegenüber passieren kann. Ich möchte niemanden zum Gähnen bringen. Wollte ich nie. Deswegen habe ich früher für gewöhnlich lieber gar nichts gesagt. Lieber schweigen und die bewundern, die von ihrer spannenden Zugfahrt erzählen.

Wie könnte ich das auch überbieten?

Warum sind andere so faszinierend?
Eine Frage, die ich mir mehr als ein Mal gestellt habe. Was haben die anderen, was ich nicht habe? Warum passiert den anderen so viel Spannendes und mir nicht? Warum fesseln diese Personen auch mit ganz alltäglichen Geschichten ihr Publikum? Heute habe ich darauf eine Antwort:

1. Sie sind so faszinierend, weil sie anders sind
Menschen, die anders sind, ziehen andere Menschen in ihren Bann. Sie sind interessant, weil sie eine ganz eigene Art haben. Sie haben eine eigene Art, Dinge anzupacken, das Leben zu leben, zu sprechen. Egal, ob sie erzählen, dass sie den Mount Everest bestiegen haben oder dass sie ihr Klopapier lieben knüllen als falten, es klingt tierisch interessant – weil sie ihre Persönlichkeit in die Geschichte stecken. Und das ist das zweite Geheimnis:

2. Sie sind wie sie sind
Sie verstellen sich nicht, sondern sind genau so, wie es ihnen entspricht. Sie wirken echt und das macht sie einzigartig.

Bin ich langweilig?
Du hast bis jetzt noch immer nicht herausgefunden, ob du nun eigentlich langweilig bist. Bevor ich dir das beantworte, möchte ich noch eine Geschichte erzählen: Jahrelang war ich auf der Suche nach einer interessanten Identität. Ich versuchte, andere Menschen nachzuahmen. Aus Serien oder dem echten Leben. Doch meine Art stieß eher weniger auf Begeisterung. Ich verstand es nicht. Bei anderen klappte es doch auch. Andere sind doch genau mit dieser Art super beliebt. Warum ich nicht?

Irgendwann fehlte mir die Kraft, andere Menschen nachzuahmen. Ich wollte das nicht mehr. Ich wollte nicht mehr um die Anerkennung oder Begeisterung kämpfen müssen. Ich wollte sein, wer ich bin. Ich entwickelte eine Scheiß-egal-Einstellung. Entweder die Menschen mögen mich oder eben nicht. Und damit änderte sich alles.

Andere Menschen begannen, meinen Geschichten zu lauschen. Sie lachten. Nickten. Fragten weiter nach. Ich muss zugeben: Das überforderte mich angfangs regelrecht. Ich war es nicht gewohnt, dass alle Aufmerksamkeit auf mir lag. Dass Menschen ihre Zeit tatsächlich mir und meinen Erzählungen widmeten. Und auch noch mehr hören wollten. Ich konnte schlecht damit umgehen, doch mit der Zeit wurde ich selbstbewusster. Ich genoss mein neues, leichtes Leben, in dem ich einfach ich sein konnte und trotzdem (!) gemocht wurde.

Nun zurück zur Ausgangsfrage: Bist du langweilig?

Nein. Nein. Nein! Du. Bist. Nicht. Langweilig. Punkt.

Du bist genauso besonders wie jeder andere Mensch auch. Kein Mensch auf der Welt ist so wie du. Schon allein diese Tatsache macht dich interessant. All deine Charaktereigenschaften, deine Werte, deine Ansichten, deine Überzeugungen sind in dieser Zusammensetzung absolut einzigartig. Du musst dich nicht verstellen und auch nicht “besser” darstellen als du bist. Du musst einfach nur du sein.

Hmmm…
Sehe ich da immer noch Skepsis in deinen Augen? Dann verrate ich dir noch was: Andere Menschen wirken nur deshalb auf dich so interessant, weil sie nicht du sind. Du bist mit dir 24 Stunden am Tag zusammen. Seit Jahren. All deine Eigenschaften sind für dich so normal wie das Atmen.

Für andere aber sind sie das nicht. Bis zu dieser Erkenntnis, habe ich mein Leben durch das Streben, anders sein zu wollen, richtig schön schwer gemacht. Ich war unzufrieden, was eigentlich keine Überraschung ist.

Indem du erkennst, dass du genau deshalb interessant bist, weil du bist, was du bist, ändert sich deine ganze Sicht auf dich selbst. Du musst nicht im All gewesen sein, um interessant zu wirken. Du musst einfach nur du sein. Sei authentisch! Andere Menschen merken, dass etwas mit dir nicht stimmt, wenn du versuchst, anders zu sein.

Wer bist du?
Nicht jeder kann diese Frage so leicht beantworten. Manchmal sind wir so in unserem Versuch, wie jemand anders zu sein, gefangen, dass wir selbst nicht mehr wissen, wer wir eigentlich sind. Deswegen ist es wichtig, dich selbst besser kennenzulernen. Mach dir deine Stärken, aber auch deine Schwächen bewusst. Mach dir deine Ziele und Werte bewusst. Finde heraus, wer du bist. Diese Podcast-Episode kann dir dabei helfen. Einen Artikel, den ich dir zu diesem Thema auch unbedingt empfehle: “Wer bin ich wirklich?”  von Katharina Tempel.

Eine kleine Übung zum Abschluss
Du hast nun herausgefunden, dass du nicht langweilig bist. Du hast es nicht nötig, dich zu verstellen und es ist auch nicht notwendig, nur den Mund aufzumachen, wenn dir etwas Unvergleichliches passiert ist. Du brauchst einfach nur du selbst zu sein. Ein Befreiungsschlag, oder?

Um dir direkt die Angst zu nehmen, langweilig zu sein und dich zu veranlassen, über dich selbst nachzudenken, möchte ich dich einladen, mir 7-10 Fakten über dich zu verraten. Hier in den Kommentaren oder wenn du magst, auch bei Facebook unter dem Artikelpost. Und bevor du jetzt denkst, “Was soll ich denn da Interssantes erzählen?” – schreib einfach drauf los. Du selbst kannst gar nicht beurteilen, ob es interessant ist. Für dich ist ja alles ganz normal. Für mich und alle anderen Leser nicht. Also, los geht’s (ich mache den Anfang):

  • Im Januar 2011 habe ich aufgehört, Fleisch zu essen – nur ein halbes Jahr nachdem ich gesagt habe, ich könnte nie auf Fleisch verzichten.
  • Manchmal mache ich mir klassische Musik an und tanze wie eine Ballerina durch die Wohnung. Hin und wieder stoße ich mir dabei den großen Zeh.
  • Ich wollte jahrelang Staatsanwältin werden. Ich entschied mich dagegen, weil mir der Job zu ernst war.
  • Ich habe ein extrem großes Interesse an Astrophysik und Kosmologie.
  • Jedes Jahr im Winter schaue ich mir Herr der Ringe an. Ich liebe diese Filme!
  • Ich war erst ein einziges Mal in einem Hotel (für 3 Tage). Dafür war ich unzählige Male campen.
  • Beim Autofahren halte mich immer an die Geschwindigkeit.
  • Als Jugendliche konnte ich nicht genug von Horrorfilmen bekommen – heute sind sie mir zu gruselig.
  • Ich war in meinem Leben erst auf drei Konzerten: Bei der Kelly Family, Jeanette Biedermann und Truck Stop.
  • Ich schreibe gerade einen Roman (und drei weitere sind in der Warteschleife).

Jetzt du!


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