Warum Hilfsbereitschaft uns hilft, inneren Frieden zu finden

Ich kenne einige Egoisten und keiner, wirklich kein einziger von ihnen ist glücklich. Die meisten sind raffgierig, geizig und ausschließlich auf Äußerlichkeiten bedacht – meiner Erfahrung nach. Wie können sie also glücklich sein? Für sie dreht sich die Welt nur um sich selbst, alles und jeder andere ist egal. Und gerade weil sie so konzentriert auf Materielles und Greifbares sind, verpassen sie die Dinge im Leben, die wirklich glücklich machen: Hilfsbereitschaft, an andere zu denken, Natur, Tiere oder Menschen zu achten und sich für sie einzusetzen. Solange sie sich selbst am wichtigsten nehmen, können sie nicht erkennen, dass sie nicht der Mittelpunkt der Welt sind, sondern vielmehr ein kleiner Teil eines großen Ganzen. Was also tun? Sich selbst immer hinten anstellen? Bloß nicht! Sich für andere aufzuopfern ist vergleichbar schlecht fürs Wohlbefinden. Jemand, der immer seine Bedürfnisse, Träume und Wünsche missachtet oder nur aus Schuld oder Verpflichtungsgefühl handelt, kann, wie der Egoist, nicht wachsen und sich selbst weiter entwickeln. Der Schlüssel fürs Glück ist also die Waage zu finden. Aber wie macht man das und was bringt es?

Hilfsbereitschaft mit einem Hauch Egoismus, das klingt erstmal sehr widersprüchlich. Es kann aber klappen, wenn du zwei Dinge beachtest: Zum einen musst du in der Lage sein, zu wissen, was du willst. In manchen Situationen höre ich in mich hinein und frage mich: Ist das jetzt okay so? Passt mir das gerade? Wenn ich nach zwei vollen Wochen endlich mal wieder einen freien Abend für mich habe, dann ist es auch in Ordnung, den Freunden zu sagen, dass ich an diesem Abend nicht auf ihr Baby aufpassen kann.

Zum anderen sollte dir klar werden, dass Geld und Besitz nicht alles ist und alleine ganz bestimmt nicht glücklich macht. Was fühlt sich wohl besser an: Mit einem schnelleren Wagen als der Nachbar vorzufahren oder einem Flüchtlingskind deutsch beizubringen und ihm bei der Integration zu helfen?

Neben dem guten Gewissen bringt helfen aber noch mehr. Man fühlt sich gebraucht! Offenbar kann Helfen sogar beruflichen Stress kompensieren. Dann ist da auch noch die Dankbarkeit, die man erfährt oder die Gewissheit, dass auch unsere Enkel noch gut auf der Erde leben können. Interessant ist, dass in uns allen das Helfer-Gen schlummert. Durch Kooperation und den Einsatz für andere, erfahren wir soziale Anerkennung; für uns Menschen als Rudeltiere der Lohn überhaupt. Gerade in den Industrienationen bekommen wir aber ein ganz anderes Bild vermittelt, durch Werbung, Wirtschaft und Gesellschaft. Wer viel hat, ist auch viel wert. Kauft, konsummiert, gebt Geld aus! ist die Devise, die uns gerne manipulieren möchte. Dass das so aber nicht klappt um glücklich zu werden, durchschauen die wenigsten und die Industrie reibt sich die Hände.

Man muss ja nicht gleich um die ganze Welt fliegen, um ein vom Erdbeben zerstörtes Dorf wieder aufzubauen. Es reichen auch Kleinigkeiten. Jemandem beim Tragen helfen, wenn man sieht, dass er sich abmüht. Biologischen und fair gehandelten Kaffee kaufen, um die Ausbeute an den Kaffeebauern nicht zu unterstützen. Öfter mal Rad fahren um die Umwelt zu schonen. Den Hund der Nachbarin mit dem gebrochenen Fuß Gassi führen. So tut man nicht nur anderen etwas Gutes, sondern auch sich selbst. Das Leben wird auch schon deshalb lebenswerter, weil wir durch Gemeinnützigkeit das Gefühl haben, ein Teil der Gesellschaft zu sein; wir fühlen uns mit anderen verbunden und folgen so unserer Natur.

Wenn wir also gemeinnützig handeln, ohne uns dabei selbst aufzugeben, leisten wir nicht nur einen großen Beitrag für die Gesellschaft, wir werden dabei auch noch glücklich und zufrieden. Wie sieht es bei dir aus? Wofür setzt du dich ein oder würdest es gerne tun? Welche Erfahrungen hast du mit Hilfsbereitschaft gemacht?


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2 thoughts on “Warum Hilfsbereitschaft uns hilft, inneren Frieden zu finden

  1. Ich habe mich in den letzten Jahres oft hinten angestellt, um es allen anderen recht zu machen. Seit letztem Jahr arbeite ich aber nun daran herauszufinden was ich möchte und das dann auch durchzusetzen. Das ist manchmal gar nicht so leicht für mich!
    Ansonsten versuche ich beruflich als Fitnesstrainerin viele Frauen glücklich zu machen. Und dabei geht es nicht nur um die Fitness, sondern die Frauen kommen mit vielen unterschiedlichen Problemen zu uns in den Club. Mir macht das super viel Spaß und die Frauen gehen glücklicher von uns nach Hause :-)

  2. Hallo Julia,
    vielen Dank für deinen Kommentar. Es freut mich, dass du deinen eigenen Bedürfnissen nun mehr Beachtung schenkst. Zwar ist es anfangs in der Tat schwierig, aber tut ja auch so gut! Ebenso wie die strahlenden und dankbaren Gesichter derer zu sehen, denen du helfen konntest. Schön, dass du dich um andere und dich selbst gleichermaßen bemühst. So wirst du auf jeden Fall mit Zufrieden- und Ausgeglichenheit belohnt!

    Viele Grüße, Maike

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