Das Leben und ich // Offener Brief an alle Klatschtanten

Liebe Klatschtante,
ich weiß, dass du gerne klatscht und tratscht, dass es irgendwie zu deinem Leben dazugehört. Ich toleriere das, denn du hast deine Gründe dafür. Aber ich wünsche mir für dich, dass du damit aufhörst. Ich wünsche mir, dass du den Gründen für dein Verhalten auf den Grund gehst. Ich wünsche mir, dass du nachdenkst und dich fragst: Ist das wirklich das, was ich möchte?

Möchte ich über andere Menschen sprechen, die nicht anwesend sind? Möchte ich teilhaben an Gerüchten, an denen vielleicht nicht mal was dran ist? Möchte ich das Risiko eingehen, bloßgestellt zu werden, wenn das Objekt des Klatsches von meinen Worten Wind bekommt?

Ich selbst war mal groß darin, zu tratschen. Über andere herzuziehen, über sie zu urteilen.

Und ich fühlte mich so einsam. Ich spaltete mich ab von all diesen Menschen. Ich stellte mich über sie, obwohl ich mich doch eigentlich unterlegen fühlte. Ich wollte besser dastehen, doch als Klatschtante stehst du niemals gut da – nicht vor anderen und nicht vor dir selbst.

Ich wohne in einem Ort, der von Klatsch lebt. Jeder weiß alles von jedem – und noch viel mehr. Es wird hier getuschelt, da geredet. Gerüchte kommen in Umlauf und je absurder oder unverschämter sie sind, desto mehr fahren die Menschen darauf ab.

Ich beobachte die Menschen und bin traurig. Nicht, weil sie schlecht über andere sprechen, sondern weil sie sich selbst so sehr schaden.

Deswegen schreibe ich diesen Brief. Damit du erkennst, dass was schief läuft. Dass das nicht die Art und Weise ist, mit anderen Menschen umzugehen. Mit dir selbst umzugehen.

Ich habe meine Weise, mein Leben zu führen, du deine. Keine ist besser oder schlechter. Du hast es nicht nötig, über andere Menschen zu reden, wenn du dich um dich selbst und um dein eigenes Leben kümmerst. Dein Leben wird nicht spannender durch Klatsch. Dein Leben wird spannender, indem du etwas tust, um es spannender zu machen. Wenn du lebst. Aus vollem Herzen. Wenn du deine eigene Wahrheit lebst.

Und wenn du dich einlässt auf andere Menschen. Wenn du beobachtest, ohne zu bewerten. Wenn du bereit bist, von anderen Menschen zu lernen, deinen Horizont zu erweitern. Wenn du lernst, zu akzeptieren. Wenn du mit den Menschen sprichst, anstatt über sie.

Wenn du ein Gerücht hörst, sprich sie einfach drauf an. Hör auf, die Gerüchte noch weiter zu spinnen. Frag einfach nach, wenn es dich tatsächlich interessiert. Hör auf zu spekulieren. Erfahr die Wahrheit. Nicht um vor anderen damit zu prahlen, sondern einfach so.

Ich wünsche mir, dass du dich ganz ehrlich fragst, warum du so gerne über andere sprichst. Warum du so gerne schlecht über andere sprichst. Denn du tust das nicht, weil du tatsächlich besser als diese Leute bist. Du tust das, weil du dich besser fühlen möchtest.

Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass das nicht wirklich funktioniert. Du fühlst dich nicht besser, deswegen machst du immer weiter.

In dir ist ein Schmerz. Du hoffst, ihn durch Klatsch und Tratsch stillen zu können, doch im Grunde wird er immer größer. Weil du dich durch jedes schlechte Wort, das du über andere verlierst, immer mehr von ihnen entfernst. Weil du immer einsamer wirst, obwohl du dich doch eigentlich zugehörig und geborgen fühlen möchtest.

Wie wir alle.

Dieser Schmerz in dir ist der Grund, warum du über andere sprichst. Aber dieser Schmerz ist auch eine Chance. Er ist eine Chance, dich selbst zu heilen. Dich besser zu fühlen. Nicht, indem du andere niedermachst, sondern indem du dich tatsächlich gut fühlst. Er ist eine Chance, Verbindungen mit anderen Menschen einzugehen, die du dir im Moment nicht mal vorstellen kannst.

Er ist deine Chance, Frieden zu finden.

Ich wünsche mir das so sehr für dich. Ich kann es kaum ertragen, in dein Gesicht zu blicken und den Schmerz zu erkennen, der in dir wohnt. Dieser Schmerz, der dich dazu treibt, gemein zu sein. Dinge zu sagen, die du eigentlich nicht so meinst. Dich selbst und die Welt auf eine Art und Weise zu sehen, die dich noch mehr leiden lässt. Weil die Liebe fehlt. Weil dein Herz nicht weit ist – weder für andere, noch für dich selbst.

Es macht mich traurig.

Mehr als du ahnen kannst.

Untersuche deinen Schmerz. Finde heraus, warum er da ist. Wann er entstanden ist. Allein die Erkenntnis über deinen Schmerz und seinen Ursprung, ändert deine ganze Sicht auf dich selbst. Du kannst aufhören, dich mit diesem Schmerz zu identifizieren.

Du merkst, dass du nicht dein Schmerz bist. Er ist bloß ein Teil von dir. Aber auch die Liebe ist ein Teil von dir. Die Freude. Verständnis. Mitgefühl. Du musst all das nicht lernen. All das bist du.

Unter deinem Schmerz, der dein Herz im Moment noch so sehr blockiert.

Weil du dich selbst nicht völlig akzeptierst, kannst du auch andere nicht akzeptieren. Du findest Fehler, die im Grunde nur spiegeln, was dich an dir selbst stört. Projektion nennt das die Psychologie.

Wenn du mit dir selbst im Reinen bist, bieten auch andere Menschen keine Angriffsfläche.

Bevor du dich also mit anderen Menschen beschäftigst, über sie redest und urteilst, richte deinen Fokus auf dich selbst. Kümmere dich um deinen Seelenfrieden, nicht um die Fehler anderer Leute.

Das ist manchmal hart. Du musst dich mit deinen eigenen Gefühlen, deinen Ängsten, deinen Prägungen, deinem Schmerz beschäftigen. Es ist hart, aber es ist der einzige Weg, Frieden zu finden. Frieden zu schaffen.

Es gibt mir Hoffnung, dass du meine Zeilen bis hierher gelesen hast. Ich danke dir dafür!

Ich freue mich, dass ich dich auf eine Art berühren konnte, die dich veranlasst hat, meinen Worten Aufmerksamkeit zu schenken. Dass ich dich vielleicht zum Nachdenken bringen konnte.

Es bedeutet mir viel.

Du entscheidest, wie es jetzt weiter geht. Ob du anfängst, dich mit dir selbst zu beschäftigen. Dich selbst kennenzulernen. Dich selbst zu lieben.

Oder ob du weitermachst wie bisher.

Du weißt, was ich mir für dich wünsche.

Was wünscht du dir?

Liebe Grüße
Deine Maike

P.S.: Ich bin für dich da. Wenn du meine Unterstützung möchtest, schicke einfach eine Mail an maike@spring-of-vitality.de und vereinbare ein kostenloses Erstgespräch. Ich würde mich freuen, dich auf deinem neuen Weg zu begleiten.


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