Warum Diäten zwangsläufig unzufrieden machen

Diäten finde ich grausam. Solche Diäten, die nur “auf die schnellen Kilos aus sind”. Diäten, die zum Mittag nur 75 Gramm Kohlrabi und einen halben Joghurt erlauben. Oder nur Eiweiß. Oder nur Flüssigkeit. Die Diäten, die 5 Kilo in zwei Wochen versprechen oder eine Bikinifigur nach einer Woche. Ich finde, das sollte verboten werden. Denn in den allermeisten Fällen bringt es nichts – außer Frust und Unzufriedenheit. Fall nicht auf die falschen Versprechungen rein und hör auf, deine Pfunde durch “Super”-Diäten verlieren zu wollen.

Diäten sind nicht nachhaltig
Eines Tages wachte ich auf und lag ganz plötzlich acht Kilo über meinem üblichen Gewicht. Das wollte ich ändern, denn ich fühlte ich mehr als unwohl. Ich bin heilfroh, dass ich keine einzige Sekunde über eine Diät nachgedacht habe. Stattdessen machte ich Sport und stellte meine Ernährung um.

Die Folge war nicht nur, dass ich innerhalb relativ kurzer Zeit die acht Kilo wieder abgenommen hatte. Ich war auch noch gesünder und leistungsfähiger denn je. Und: Mit Hilfe der Ernährungsumstellung und der Bewegung halte ich mein Gewicht seit acht Jahren konstant.

Ohne Verzicht, ohne Hunger, ohne schlechte Laune.

Eine Diät habe ich also selbst nie gemacht. Dafür kenne ich aber zu viele andere, die versuchen, ihr Leben durch eine schnelle Diät zwischendurch zu verbessern. Das ist ein Trugschluss. Das Leben ist weder während der Diät gut, noch danach.

Während der Diät gibt es strikte Regeln, an die der Abnehmwillige sich zu halten hat. Das ist nicht nur total anstrengend. Es ist auch nicht alltagstauglich und ganz bestimmt auch nicht sozialtauglich. “Naja, ist ja nur für zwei Wochen.”

Nein, eine Diät ist nicht einfach “nur für zwei Wochen”.

Wenn du es zwei Wochen durchziehst, wirst du höchstwahrscheinlich einen Effekt sehen. Die Oberschenkel sind schlanker, die Hose kneift nicht mehr, toll! Und dann? Was ist nach diesen zwei Wochen? Burger, Pommes, Cola en masse? Das hast du dir aber wirklich verdient, oder?

Und eine Woche später kneift wieder die Hose. “Naja, aber in der Zeitschrift von letzter Woche war eine ganz tolle Diät, die dauert nur 10 Tage.”

Ui, super! Und wie lange soll das noch so weiter gehen?

Diäten deprimieren
Diäten können wirklich die Laune dämpfen. Weil das Essen zu einseitig ist. Oder nicht schmeckt. Oder weil verbotenerweise ein Schokoriegel in unserem Magen verschwunden ist und sich schlechtes Gewissen breitmacht. Oder wir die Essenseinladung ausschlagen mussten (“Das holen wir aber ganz sicher nach der Diät nach.”).

Außerdem enthalten sie oft so wenige Kalorien, dass uns einfach Lebensenergie genommen wird. Während der Zeit der Diät wird nicht nur unser Körper auf Sparflamme geschaltet, sondern auch unser Leben. Wir kommen abends erschöpft nach Hause, würden am liebsten gleich ins Bett gehen, weil der Hunger so groß ist und wir das Frühstück kaum abwarten können.

Auch nach Beendigung der Diät geht es deprimierend weiter. Warum? Weil die Wenigsten die versprochene Bikini-Figur haben (und halten). Keiner sieht nach der Diät aus wie Eva Padberg.

Diäten verändern das Denken
Diäten brennen sich in unser Hirn. Was eine Diät vorschreibt, ist Gesetz. So und nicht anders verlieren wir unser Gewicht und halten es auch. Normal essen? Ist nur etwas für Menschen mit schnellem  Stoffwechsel oder Hochleistungssportler.

Wir lernen, dass ein voller Magen etwas Böses ist und ein knurrender Magen erstrebenswert. Dass wir nur schlank sein können, wenn wir so wenig wie möglich essen. Dass Kekse böse sind, eine Sünde. Dafür ist ein Sellerie-Stick das Größte.

Leider sind viele Promi-Damen in dieser Hinsicht auch schlechte Vorbilder. Ich erinnere mich noch genau an ein Zitat von einem Model (wer es war, weiß ich nicht mehr). Die sagte sinngemäß: “Ich verzichte auf nichts, sondern esse alles. Auch ich esse mal einen Burger – nur eben ohne Brötchen.” Ich war fassungslos (und bin es ehrlich gesagt bis heute).

Diese Denkweise prägt unser ganzes Verhältnis zum Essen. Einfach einen Schokokuchen essen, ohne an den nächsten Diät-Tag oder die Extra-Sport-Einheit zu denken? Unmöglich. Schließlich können wir nur schlank bleiben, wenn wir ungesundes Essen ausgleichen, oder?

Nein. Niemand wird von einem Stück Torte oder einer Portion Pommes fett. Auch der Satz “Ich brauche das nur anzugucken, dann nehme ich schon zu” ist völlig übertrieben. Wir bilden uns nur ein, dass solche Ausnahmen einen sofortigen Effekt haben.

Du hast dir auf einem Geburtstag zwei dicke Stücken Schwarzwälder Kirschtorte genehmigt? Dann gehst du sicher am nächsten Morgen voller Sorge zur Waage. Und, na klar: Du hast gleich über ein Pfund zugenommen. Diese blöde Torte”, denkst du dir und hungerst den Tag über zum Ausgleich.

Und hier ist das nächste Problem von Diäten.

Diäten sind zu sehr auf das Gewicht ausgerichtet
Ich wollte damals die acht Kilo zu viel wieder runter haben. Das habe ich geschafft und ich war froh. Heute allerdings lege ich kein Wert mehr auf mein Gewicht. Die Waage hat mich einfach viel zu sehr beeinflusst und in mein Leben eingegriffen.

Ich besitze keine Körperwaage und werde mir auch keine zulegen. Wenn ich zunehme merke ich das daran, dass meine Hose enger wird. Wenn ich abnehme, schlackert die Hose. So einfach ist das. Hin und wieder wiege ich mich bei meinen Eltern. Das Ergebnis: Mein Gewicht schwankt seit Jahren fröhlich in einem drei Kilo-Bereich hin und her.

Was mich früher wahnsinnig gemacht hätte, ist mir heute ziemlich egal. Denn zunächst einmal sind gewisse Gewichtsschwankungen völlig normal. Wassereinlagerungen und ein voller Darm können die Ursache sein. Deswegen kann der tägliche Gang auf die Waage gerade während einer Diät wirklich ernüchternd sein.

Zudem weiß ich ja, wie ich mich fühle. Fühle ich mich wohl in meinem Körper, spielt es keine Rolle, ob die Waage nun zwei Kilo mehr oder weniger anzeigt. Ich gehe also heute viel mehr nach meinem Gefühl und auch nach meinem Blick. Ich schaue mich regelmäßig im Spiegel an. Was früher auf Grund der zahlreichen eingebildeten Makel undenkbar gewesen wäre ist heute völlig normal. Mein Körper ist mein Freund geworden. Ich achte und respektiere ihn. Dadurch habe ich auch kein verzehrtes Bild mehr von ihm.

Heißt das, du sollst deine Waage wegschmeißen? Nein. Eine Kontrolle des Gewichts ist gerade bei stark übergewichtigen Personen nicht schlecht. Oft fallen bei einem sehr hohen Gewicht 10 Kilo mehr nicht weiter auf. Auf das Gefühl und auch auf den Blick in den Spiegel können sich Übergewichtige nicht so leicht verlassen. Hier empfehle ich die Waage in Kombination mit einem Maßband, um den Bauchumfang zu bestimmen.

Auch wenn du nur ein paar Kilo über deinem Idealgewicht liegst, kannst du deine Waage ruhig behalten. Versteife dich aber nicht zu sehr auf das angezeigte Gewicht. Akzeptiere Gewichtsschwankungen. Und vor allem: Vergleich dein Gewicht nicht mit anderen. Nur weil andere mit deiner Größe ihr Gewicht bei 62 Kilo halten, heißt das nicht, dass du das auch musst. Vielleicht fühlst du dich mit 66 Kilo viel wohler.

Diäten versprechen das Blaue vom Himmel
Diäten versprechen ein besseres Leben. Zufriedenheit. Leichtigkeit. Lebensfreude. Tatsächlich bringt die Reduktion von Gewicht alleine nicht viel. Das Leben wird nicht plötzlich besser, nur weil ein paar Kilo runter sind. Das ist eine miese Lüge. Durch eine Diät verlierst du vielleicht Gewicht, aber das war es auch schon. Dein Körper wird nicht straffer. Du bekommst nicht plötzlich eine unwiderstehliche Austrahlung, mit der du alle um den Finger wickelst. Du bist noch immer die Alte, nur ein paar Kilo leichter. Deine Rückenschmerzen sind noch immer da. Die krumme Nase auch.

Du wirst nie Frieden mit deinem Körper und deinem Leben schließen, wenn du dich immer nur von einer Diät zur anderen hangelst. Wenn du dein Selbstwertgefühl von deinem Gewicht abhängig machst. Vielleicht hast du dann endlich dein Wunschgewicht. Aber deine Oberarme schlackern ja so. Und dein Kleidungsstil ist irgendwie viel zu bunt für dein Alter. Und außerdem klingt deine Lache auch noch seltsam.

Wenn du endlich abgenommen hast, schaffst du dir ganz automatisch andere Probleme. Glaub mir, du findest was.

Wodurch du wirklich Zufriedenheit erlangst
Zunächst einmal solltest du dich fragen, ob weniger Gewicht wirklich die Lösung für dein Problem ist. Wenn du unzufrieden mit dir bist und dich ständig mit anderen vergleichst, wird dir das Abnehmen nicht helfen. Wenn du gesundheitliche Beschwerden durch dein Gewicht hast, wird dir das Abnehmen helfen – aber nur bis zu einem gewissen Grad.

So oder so: Abnehmen durch erhebliche Reduktion der Ernährung oder eine kurzweilige Ernährungsumstellung bringt auf Dauer nichts. Als allererstes solltest du deshalb alle Zeitschriften, Bücher und Ausdrucke über Diäten in die Tonne hauen. Wenn du abnehmen und dich dauerhaft besser fühlen willst, geh den nachhaltigen Weg: Gesunde Ernährung sowie Sport und Bewegung. Damit nimmst du nicht nur ganz nebenbei ab, auch dein Körpergefühl verändert sich. Du erreichst dein individuelles Ideal-Gewicht, das du durch einen “artgerechten” Lebensstil und dein neu gewonnenes Körpergefühl ganz leicht aufrecht halten kannst – dein Leben lang.

Ohne Verzicht, ohne Hunger, ohne schlechte Laune.


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