Warum du es nicht schaffst, dich gesund zu ernähren

Du hast schon ein paar Versuche unternommen, gesünder zu essen, sie sind aber allesamt gescheitert? Dann kennst du sicher auch Szenarien wie diese: Abends hast du dir noch ein gesundes Essen zubereitet. Am nächsten Morgen aber ist die Zeit knapp und du schaffst es nur noch, dir ein Schoko-Croissant vom Bäcker für den Weg zur Arbeit zu kaufen. “Jetzt ist auch egal”, denkst du dir und isst den ganzen Tag, was dir unter die Nase kommt. Mittags eine Currywurst, nachmittags ein großes Stück Zuckerkuchen, abends eine Pizza. Noch bevor du die Pizza ganz aufgegessen hast, machst du dir selbst Vorwürfe. “Morgen aber”, denkst du dir. “Ab morgen esse ich gesund.” Dann nimmst du dir noch ein Schokoeis zum Nachtisch.

Dieses Szenario begegnet mir immer wieder. Ungesunde Ernährungsphasen wechseln sich mit kurzen gesunden Phasen ab. Am Ende gewinnt immer die ungesunde Ernährungsweise. Die Gründe dafür sich meistens die gleichen:

1. Du bist überfordert ob der ganzen Infos
Du bist gerade in der Ernährungsumstellung, da liest du in Zeitschrift A, dass Kohlenhydrate ungesund sind. Du forschst weiter und entdeckst, dass Zeitschrift B nur manche Kohlenhydrate als ungesund einstuft, während Quelle C aus dem Internet jegliches Fett verteufelt. Die Medien sind voll von Tipps zum Thema Ernährung. Wenn du anfängst, dich gesund zu ernähren, stehst du vor einem riesigen Berg an Infos. Manche von ihnen könnten widersprüchlicher nicht sein. Das überfordert ohne Zweifel. Sogar manche Ärzte geben schlechte Ratschläge zum Thema Ernährung, sodass du dich nichtmal darauf verlassen kannst. Da ist Verwirrung, Frust und das Verlangen, einfach wie immer zu essen, vorprogrammiert.

Doch wie kannst du dem entgehen? Ich habe enorm viel Zeit in die Frage gesteckt, was gesund für uns ist. Ich habe viel gelesen, mich ins ganze Thema Gesundheit eingearbeitet und gelernt auf meinen Körper zu hören. Du hast womöglich weder Zeit noch Lust, einen ganzen Berg an Infos abzuarbeiten. Deswegen hier auf die Schnelle meine wichtigsten Tipps zum Thema Ernährung:

Radikale Ernährungsformen meiden
Alle Ernährungsformen, die sehr radikal oder einseitig sind (z.B. Fette/Kohlenhydrate komplett verbieten) sind mit Vorsicht zu begegnen. Zum einen sind auch (oder vor allem) in komplexen Kohlenhydraten und gesunden Fetten für uns wichtige Nährstoffe enthalten. Zum anderen schränken radikale Ernährungsformen unser Leben extrem ein. Wir schlagen Essenseinladungen aus oder können uns nicht entspannen, wenn uns auf einer Party die ganze Zeit ein “verbotenes” Lebensmittel verführerisch anlächelt. Zudem sind radikale Ernährungsformen nicht auf Dauer ausgelegt, sodass wir häufig das Ende dieser Ernährungsphase herbeisehnen.

Die Häufigkeit der Nahrungsaufnahme den Körper bestimmen lassen
Was die Häufigkeit der Nahrungsaufnahme angeht, gibt es ebenfalls Empfehlungen. Die einen sagen, man solle fünf Mal am Tag essen, die anderen sagen, drei Mal wäre optimal. Tatsache ist aber, dass dir dafür niemand eine Empfehlung geben kann. Beides hat Vor- und Nachteile, beides ist sehr individuell. Nur du und dein Körper wissen, was wirklich richtig ist. Und diese Empfindung kann sich auch ändern. Eine Zeitlang habe ich nur drei große Mahlzeiten am Tag gegessen. Inzwischen bekommen mir 4 Mahlzeiten besser. Deswegen würde ich dir aber nicht empfehlen, ebenfalls 4 Mahlzeiten zu essen. Vielleicht bekommen dir 3 Mahlzeiten besser oder sogar 6. Das weißt nur du.

Allerdings: Weniger als drei Mahlzeiten sollten es nicht sein, weil erstens sonst der Blutzuckerspiegel zu stark absinkt, es zweitens zu Leistungseinbußen kommen kann und wir drittens nicht genügend Nährstoffe aufnehmen können.

Auf dein Hungergefühl achten
Dieser Punkt gehört eigentlich noch zum Punkt davor – trotzdem möchte ich ihm einen eigenen Platz im Artikel einräumen. Weil er so wichtig ist. Unser Körper ist intelligent. Er weiß genau, wann wir etwas zu essen brauchen. Wenn wir Hunger bekommen, sollten wir auch etwas essen. Viel zu sehr achten wir auf die Uhr oder auf vorgefertigte Ernährungspläne. Aber das klappt nicht. Dadurch essen wir entweder zu viel oder zu wenig. So oder so ist unser Körper der Leidtragende. Anstatt bestimmten Zeiten nachzulaufen, hör lieber darauf, was dein Körper dir sagt.

Aufhören, Kalorien zu zählen
Kalorienzählen ist wirklich unnötig, wenn du gelernt hast intuitiv zu essen. Glaub mir, ich habe eine Zeitlang Kalorien gezählt und das brachte mir mehr Stress als alles andere. Irgendwann habe ich damit aufgehört – und halte mein Gewicht seitdem spielend. Stressfrei. Ohne Verzicht. Dafür aber mit ganz viel Lebensqualität.

Andere Menschen können einfach nicht wissen, wie viele Kalorien du benötigst. Sie kennen weder deine Größe, noch dein Gewicht, deinen Job oder deine Freizeitgestaltung. Fremde Kalorienvorgaben (aus Zeitschriften etc.) kannst du also getrost links liegen lassen. Vor allem, wenn nur eine Kalorienaufnahme im dreistelligen Bereich “erlaubt” ist – weg damit!

2. Du teilst Lebensmittel in “gesund” und “ungesund”
Schokolade ist ungesund, Möhren sich gesund – deine Wahl fällt deswegen natürlich auf die Möhren. Aber so kann es nicht funktionieren – im Gegenteil: Es verdirbt eher den Spaß an der ganzen Sache, denn Lebensmittel werden automatisch in “verboten” und “erlaubt” eingeteilt. Der Verzehr von Schokolade wird künftig als “Sünde” bezeichnet, wegen dem du “jetzt erstmal kürzer treten musst”. Gesunde Nahrung ist eine Strafe für “Ungesundes” – so kommt es zumindest vor. Wir müssen Buße tun. Spaß am Leben sieht anders aus.

Natürlich gibt es Nahrungsmittel, die besonders gesund sind und welche, die ungesund sind. Trotzdem sollst du sie nicht deshalb essen oder meiden. Du sollst sie essen oder meiden, weil es sich gut anfühlt. Eine Ernährungsumstellung hat immer auch sehr viel mit der geistigen Haltung zu tun. Die bloße körperliche Umsetzung reicht nicht, auch der Geist muss die Ernährungsumstellung annehmen, sonst ist sie ein Kampf und am Ende nicht von Erfolg gekrönt. Beschäftige dich bei der Ernährungsumstellung also immer auch mit deinem Körper. Wie geht es ihm? Wie fühlt er sich an? Wie reagiert er auf bestimmte Nahrungsmittel und Mahlzeiten?

Mit dieser geistigen Haltung musst du deine Lebensmittel nicht mehr in “gesund” und “ungesund” teilen. Du isst intuitiv richtig. Und ja, auch einen Keks oder ein Eis wirst du mal essen. Aber nicht aus Gewohnheit, sondern weil es die Seele genau jetzt zum Schnurren bringt.

3. Du hast keine Ideen
Du isst eine Woche lang Salat, dann kannst du ihn nicht mehr sehen und isst doch wieder wie vorher? Verständlich. Niemand möchte immerzu das Gleiche essen, nur weil es “gesund” ist. Ich auch nicht. Aber das müssen wir auch nicht. Es gibt tausende leckere Rezepte. Hier ein paar Inspirationen – Kochbücher, die ich selbst besitze oder bereits verschenkt habe:

4. Du stellst sofort deine ganze Ernährung um
Die Umstellung auf gesunde Ernährung kann umfangreich sein. Planen, einkaufen, kochen, informieren – all das macht sich nicht von selbst und kann gerade am Anfang enorm viel Zeit schlucken. Nicht jeder hat darauf Lust und verliert deswegen oftmals recht schnell die Motivation. Dabei musst du doch gar nicht die ganze Ernährung auf einmal umstellen. Arbeite dich in Schritten vor. Hier meine Empfehlung:

  1. Mehr Obst und Gemüse sowie die Umstellung aufs Wassertrinken
  2. Frühstück umstellen
  3. Abendessen umstellen
  4. Zucker/Zusatzstoffe meiden
  5. Mittagessen fürs Büro umstellen

Nach und nach integrierst du so in deinem eigenen Tempo eine gesunde Ernährung in den Alltag. Ohne Stress. Jeder Schritt dauert solange, bis du dich sicher und routiniert fühlst, dann gehst du zum nächsten Schritt über.

5. Du machst dir keinen Plan
Wenn du dich zum ersten Mal mit gesunder Ernährung beschäftigst, wird es nicht klappen, spontan gesund zu kochen. Mach dir daher einen Wochenplan, auf den du jede Mahlzeit aufschreibst und kauf auch rechtzeitig (!) dafür ein. Sonst bist du schneller wieder bei deinen alten Gewohnheiten als dir lieb ist.

6. Du bekommst keine Unterstützung
Wenn du deine Ernährung umstellst, spürst du möglicherweise Gegenwind. Entweder von Menschen, die nicht verstehen, warum du plötzlich gesund leben willst oder von Menschen, die alles besser wissen als du. Ich habe mit beiden Erfahrungen. Mein Tipp: Distanziere dich von diesen Menschen. Entweder wollen sie dich entmutigen mit Sprüchen wie “Meine Tante hat auch immer gesund gelebt und hatte mit 47 einen Herzinfarkt”. Oder sie verwirren dich so sehr, dass du gar nicht mehr weißt, was richtig ist (siehe Punkt 1).

Such dir stattdessen lieber Menschen, die dich unterstützen oder sogar ebenfalls ihre Ernährung umstellen wollen. So macht die Ernährungsumstellung gleich doppelt Spaß!

7. Du willst abnehmen
Eine Ernährungsumstellung zum Abnehmen? Grundsätzlich eine gute Idee. Langfristig wirst du mit dieser Zielsetzungmeistens jedoch nicht am Ball bleiben. Warum? Weil äußere Gründe nicht so stark wirken wie innere Gründe. Wenn du nicht aus einer gesundheitlichen Motivation heraus abnimmst, sondern aus einer ästhetischen, liegt ein äußer Grund vor. Du richtest dich nach einem Ideal, das du in deinen Augen zur Zeit nicht erfüllst. Das kann zwar extrem runterziehen, sorgt aber nicht unbedingt dafür, dass du deswegen dauerhaft gesund lebst.

Wenn du hingegen den Wunsch hast, dich fitter, vitaler und gesünder zu fühlen, ja, dann sind die Erfolgaussichten bei der Ernährungsumstellung grandios. Dieser Wunsch erfüllt sich nämlich schon bereits nach kurzer Zeit. Du fühlst dich so gut, dass du immer mehr willst. Äußerlichkeiten treten plötzlich in den Hintergrund. Und trotzdem, ganz von allein, wird sich dein Gewicht mit Hilfe einer gesunden Lebensweise genau auf dein persönliches Normalniveau einpendeln.

So schaffst du es, dauerhaft gesund zu essen
Schon so oft wurde ich gefragt, ob ich nicht einen persönlichen Ernährungsplan aufstellen könne. Ich war damit nie so recht zufrieden, weil ich wusste, dass ein einfacher Ernährungsplan nichts ändern würde – zumindest nicht auf Dauer.

Ich wollte nicht bloß einen Plan erstellen. Ich wollte etwas Nachhaltiges. Etwas, was das ganze Leben verändern kann. Die Ernährungsumstellung ist ohne Frage ein erster Schritt. Der zweite Schritt ist die (Wieder-)Verbindung zwischen Körper und Geist. Die Erschaffung einer Freundschaft zwischen beiden. Die Überwindung von Selbstzweifeln, Scham und Ekel dem eigenen Körper gegenüber. Ich wollte ein völlig neues Körpergefühl erschaffen. Ich wollte etwas, was ich mir für mich gewünscht hätte und vor allem wollte ich die oben genannten Probleme lösen.

Nun ist es endlich soweit: Voller Stolz kann ich dir meinen neuen Online-Kurs vorstellen. Er hilft dir dabei, Schritt für Schritt deine Ernährung umzustellen und endlich eine Liebesbeziehung zu deinem Körper aufzubauen. Mein Herz tanzt, wenn ich darüber nachdenke, wie dieser Kurs dein Leben verändern kann. [Anmerkung: Die Anmeldefrist für den Kurs ist abgelaufen. Zur Zeit erweitere ich den Kurs. Meld dich unten für meinen Newsletter an, damit du den nächsten Start nicht verpasst].

Lass mich dich auf dem Weg zu einem ganz neuen Lebensgefühl begleiten – du hast es verdient!


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2 thoughts on “Warum du es nicht schaffst, dich gesund zu ernähren

  1. Ich leide seit meinem 12. Lebensjahr an Endometriose. Da ich aus diesem Grund viele Lebensmittel nicht vertrage, muss ich mich zwangsläufig mit dem Thema gesunde Ernährung beschäftigen. Es hat eine Weile gedauert und natürlich kann hier, und da noch optimiert werden, aber im Großen und Ganzen kann ich sagen, dass ich mich gesund ernähre.

    • Hallo Katy,
      ja, Krankheiten führen häufig zwangsläufig dazu, dass wir uns mit allem rund ums Thema Gesundheit auseinandersetzen “müssen”. Gleichzeitig führt es aber auch dazu, dass wir eine besondere Beziehung zu unserem Körper aufbauen, weil wir uns mehr mit ihm beschäftigen und darauf hören, was ihm gut und nicht so gut tut.

      Wie schön, dass du dich größtenteils gesund ernährst. Klar, Optimierungen gehen meistens immer noch und solange diese Optimierungen nicht in ein zwanghaftes Esseverhalten übergehen, sind sie ja auch durchaus wünschenswert. So wichtig gesunde Ernährung auch ist: Auch Genuss und Lebensfreude sind wichtig. Deswegen lieber mal genussvoll einen Schokokuchen essen als sich soetwas immer zu verkeifen und dabei das Gefühl zu haben, verzichten zu müssen :)

      Viele Grüße
      Maike

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