Was es bedeutet, frei zu sein

Wenn ich dich fragte, ob du frei bist, würdest du bestimmt ohne Zweifel sagen: “Klar!” Wie können wir auch nicht frei sein? Wir leben in einem Land, in dem wir alles machen können, was wir wollen. Wir können unsere Meinung frei äußern. Uns unseren Job aussuchen. Anziehen, wie es uns gefällt. Wir können genauso leben, wie es uns entspricht. Ja, wir können. Aber machen wir es auch? Die Antwort ist: Nein! Kaum einer tut es. Nicht etwa, weil wir Angst haben müssten, dass unsere Regierung das mitbekommt und uns bestraft. Nein, weil wir Angst davor haben, was andere von uns denken könnten.

Zunächst einmal ist das in Hinblick auf unsere Natur nachvollziehbar. Wir Menschen leben von Natur aus in Gruppen. Bei anderen anzuecken, konnte früher bedeuten, ausgeschlossen zu werden und sich so ganz alleine gegen die Gefahren der Welt verteidigen zu müssen. Dabei vergessen wir aber 3 Dinge:

1. Die Gefahren von damals sind heute gar nicht mehr relevant
Indem du zum Etui-Kleid Turnschuhe trägst, setzt du dich nicht der Gefahr aus, dich ganz alleine gegen die Kälte, den Hunger oder einen Säbelzahntiger stellen zu müssen. Wir leben in Zeiten, in denen wir nicht mehr auf andere Menschen angewiesen sind, um zu überleben (obwohl wir andere Menschen natürlich trotzdem für ein glückliches Leben brauchen, aber dazu mehr in einem späteren Punkt).

2. Die Menschen sind viel toleranter geworden
Obwohl in meinen Augen immer noch zu wenig Toleranz da ist, gibt es inzwischen mehr tolerante Menschen als noch vor einigen Jahren bis Jahrzehnten. Es gab Zeiten, da war eine selbstbewusste Frau verachtenswert. Zeiten, in denen Homosexuelle verfolgt wurden. Und auch Zeiten, in denen Vegetarier als Sonderlinge betrachtet wurden. Und nun überleg mal, wodurch die Menschen toleranter wurden. Dadurch, dass sie mit diesen “Andersartigen” in Kontakt kamen. Die Welt kann also nur dadurch toleranter werden, wenn du so lebst, wie es zu dir passt.

3. Es gibt etliche Menschen und Gruppen
Natürlich sind nicht alle Menschen tolerant. Na und? Es gibt zig andere, die dich genau so mögen und akzeptieren, wie du bist. Warum solltest du dich verstellen? Um intoleranten, engstirnigen Menschen zu gefallen? Nein, danke. Konzentrier dich auf die Menschen, die dich akzeptieren und nicht auf die, die es nicht tun.

Am Ende ist es nicht wichtig, wie viele Menschen gut finden, was du tust, sondern dass es die richtigen Menschen gut finden. Was bringt es dir, wenn dich 1000 Leute mögen, du aber eigentlich nichts mit diesen Menschen zu tun haben willst? Würdest du diese 1000 Personen nicht jederzeit gegen 2 Seelenverwandte tauschen, die dich unterstützen und feiern, was du tust?

Dann tu es.

Hol dir deine Freiheit – und deine Lebensfreude
Es wird immer Ideale geben. Es wird immer andere Menschen geben, die meinen, sie wüssten, was richtig und was falsch ist. Solange wir uns nach diesen Idealen und Menschen richten (egal ob es mit unserem Aussehen, unserem sozialen Status oder der Lebensplanung zu tun hat), sind wir unfrei.

Du merkst es vielleicht nicht, aber dich nach anderen Menschen zu richten, raubt dir so viel Kraft. Es ist verdammt anstrengend. Morgens vor dem Spiegel zu stehen und dir zu überlegen, ob das Kleid zu sehr aufträgt. Das zweite Stück Kuchen abzulehnen, damit andere nicht denken, du wärst verfressen. Dich weiterhin morgens zu deinem ungeliebten Job zu schleppen, um deine Eltern nicht zu enttäuschen. Es zerrt an deinen Kräften. Und an deiner Lebensfreude. Denn wie können wir glücklich sein, wenn wir uns immerzu nach anderen Menschen richten?

Bild dir deine eigene Meinung
Es gibt bestimmte Bewegungen, die vorschreiben, was Freiheit bedeutet (was für eine Ironie). Hör es dir ruhig an, aber bild dir deine eigene Meinung darüber und tu am Ende, was dir gefällt. Es kann nämlich kein Menschen wissen, was zu dir passt.

Woher du weißt, was dir gefällt und du nicht wieder einer fremden Meinung folgst? Ich habe da eine ganz einfache Antwort (bzw. Frage):

Was würdest du auf einer einsamen Insel tun?

Das was du dort, völlig unbeobachtet, tust ist genau das, was dir entspricht.

Ein Beispiel: Jahr für Jahr habe ich im Sommer meine Beine mit Bräunungscreme eingeschmiert, weil sie nie so braun werden wie der Rest des Körpers. Habe ich nicht daran gedacht, rechtzeitig Bräunungscreme aufzutragen oder wurden meine Beine scheckig, trug ich lange Hosen oder Nylon-Strumpfhosen – egal wie warm es war.

Irgendwann habe ich mich aber gefragt: Würdest du das auf einer einsamen Insel auch tun? Oh, nein, ganz sicher nicht. Meine Beine sind nunmal nicht so braun wie der Rest meines Körpers (tatsächlich betrifft das sogar nur meine Unterschenkel – Füße und Oberschenkel werden braun).

Finden das manche Menschen unästhetisch? Ganz sicher sogar. Aber das ist nicht mein Problem. Und, so ganz nebenbei gesagt: Wer sich darüber aufregt, sollte mal ganz dringend seine Prioritäten klären.

Es ist doch so: Viel zu oft lassen wir uns durch fremde Meinungen verunsichern. Das Schönheitsideal sagt: Braune Beine sind schön. Und weiße Beine eben nicht. Deswegen rennen im Sommer täglich tausende Frauen in die Drogerien und kaufen Selbstbräuner oder Make-up für die Beine. Ja, tausende. Ich kenne inzwischen zig Frauen, die eben nicht von Natur aus braune Beine bekommen. Und den meisten davon wäre es auf einer einsamen Insel ziemlich egal.

Nicht aber vor anderen.

Fang endlich an, frei zu leben
Zunächst einmal ist das tatsächlich einfacher gesagt als getan. Natürlich lebst du nicht von heute auf morgen komplett frei. Ich selbst bin sicher auch noch in bestimmten Ansichten und Denkweisen gefangen, die nicht meine eigenen sind. Ich benutze ganz bewusst das Wort “gefangen” – es ist das perfekte Wort, um diesen Zustand zu beschreiben.

Ich versuche aber Tag für Tag, dieser Gefangenschaft zu entkommen, um immer mehr mein Leben zu leben und immer mehr Lebensfreude zu empfinden. Wie? Indem ich immer wieder aus meiner Komfortzone trete. Immer wieder in mich hineinhöre. Immer wieder überprüfe, ob sich mein Leben, meine Gewohnheiten, meine Ansichten richtig für mich anfühlen. Wenn ich merke, dass etwas unstimmig ist oder nicht zu mir passt, lasse ich es gehen oder verändere es. Schritt für Schritt.

Es hat mir so viel Lebensfreude gebracht, mich nicht mehr nach anderen Menschen zu richten. So viel Power und Energie. Es ist unbeschreiblich. Das Leben wird plötzlich unglaublich leicht, wenn wir uns nicht mehr mit anderer Leute Meinung oder Urteil befassen. Wenn ich mir überlege, wie viele Sorgen ich mir selbst geschaffen habe, weil ich mich nach anderen Menschen gerichtet habe – völlig absurd.

Hör auf, dir dein Leben selbst schwer zu machen. Sofort. Achte ganz intensiv auf deine Gedanken. Achte auf die Momente, in denen du etwas anderer Menschen wegen machst. Das fängt schon mit Kleinigkeiten an. Wenn ich früher etwas zu Hause vergessen hatte und nochmal zurückgehen musste, habe ich so getan, als hätte ich eine SMS oder einen Anruf bekommen und drehte dann mit einem “Aha”-Gesichtsausdruck um. Was sollen denn sonst die Leute denken?

Ich sage dir, was sie denken: Oh, die hat wohl etwas vergessen. Wenn überhaupt. Wahrscheinlicher ist, dass es die Menschen überhaupt nicht interessiert.

Und das ist nur eine von vielen, vielen Verhaltensweisen, die ich anderer Menschen wegen an den Tag gelegt habe. Das ist verrückt! So sieht kein glückliches Leben aus. So kann ein glückliches Leben gar nicht aussehen. Wir sperren uns selbst in einen Käfig. Wir geben unsere Freiheit her, opfern unsere Individualität. Und wofür? Damit andere Menschen nicht schräg schauen. Ich sage: Lass sie schauen. Lass sie lästern. Lass sie sich aufregen. Wen kümmert’s?

Lass dich selbst raus aus deinem Käfig und flieg! Breite deine Flügel aus und spüre die Freiheit. Spüre die Lebensfreude. Spüre das Leben. Denn das Leben ist wundervoll, wenn wir endlich frei sind. Du allein hast den Schlüssel.

Du findest ihn in deinem Herzen.


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6 thoughts on “Was es bedeutet, frei zu sein

  1. Liebe Maike,

    das ist wieder einer deiner Artikel, wo ich mich beim Lesen total ertappt fühle: Du sprichst über Verhaltensweisen, mit denen ich mich zu 100% identifizieren kann, über die ich mir aber erst nach und nach überhaupt bewusst werde. (In diesem Fall das Beispiel, wenn man etwas zu Hause vergessen hat). Vielen Dank für deine Ehrlichkeit!! Es bringt mich nicht nur zum Schmunzeln, sondern macht auch total viel Mut!
    Und vielen Dank für das Video (für mich war es das erste Video, was ich von dir gesehen habe). Du wirkst total authentisch!

    Liebe Grüße
    Mona

    • Liebe Mona,
      toll, dass du dich so mit dem Artikel identifizieren kannst. Darüber freue ich mich natürlich immer und es begründet auch gleichzeitig meine Ehrlichkeit. Ich habe gemerkt, dass es nicht nur mir so geht (damals dachte ich tatsächlich, es ginge nur mir so) und dass ich mit meiner Ehrlichkeit Mut machen kann. Danke dir deshalb für die Bestätigung dafür. :-)

      Auch mir macht es Mut, von Menschen zu lesen, denen es einmal genauso ging wie mir jetzt und inzwischen völlig verwandelt sind. Ich lasse mich gerne inspirieren und unterstützen, um mich immerzu weiterzuentwickeln. Denn ja, wie du schon sagst, viele Verhaltensweisen und Gewohnheiten, die eigentlich nicht unsere eigenen sind, fallen uns erst nach und nach auf und manchmal auch erst, wenn wir sie von anderen lesen. :-)

      Vielen lieben Dank auch für dein schönes Kompliment zum Video. Auf meinem YouTube-Kanal findest du noch mehr Videos von mir.

      Liebe Grüße
      Maike

  2. Liebe Maike,
    gerade habe ich dank “kaerlighed” deinen Blog entdeckt, wie schön!
    Dieser Artikel über das (innerlich) Frei-Werden hat mich angesprochen und mir gefallen. Du beschreibst sehr ehrlich & erfrischend dein dich “Aus eigenen Begrenzungen-Befreien”. Und hast recht, wenn du sagst, es setzt so viel Lebensfreude frei, wenn wir uns keinen Kopf mehr darüber machen, was andere denken & meinen könnten. Ich finde, das kann man tatsächlich auch üben!
    Und was auch schön ist: Je freier & entspannter wir mit uns selbst werden, umso mehr entspannt sich in der Regel auch unser Umfeld.
    Ich würde mich freuen, wenn du mal auf meiner Seite vorbeischaust – hier geht es auch viel um das Sich-frei-Machen, um Selbstfürsorge und bewusste Kommunikation:

    http://www.seisofrei-lebenskunst.de

    Herzlich, Carolin

    • Hallo liebe Carolin,
      schön, dass du mich entdeckt hast und ich dich auch direkt ansprechen konnte.

      Ich freue mich auch über deinen Kommentar. Er klingt irgendwie so lieb und sanft – schlecht zu erklären, es war eher ein Gefühl in mir drin. :-)
      Deine Seite habe ich mir abgespeichert. Ich werde sie mir bald genauer ansehen; die Themen sprechen mich natürlich an. Vielen Dank fürs Teilen.

      Viele Grüße
      Maike

  3. Wiedermal ein unheimlich spannender Beitrag, liebe Maike!

    Ob die Menschen heute viel toleranter sind – ich bezweifle es manchmal. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich aus einem Dorf komme und die Leute schon nicht verstehen, wie man einen anderen Lebensstil als Schule – Arbeit – Ehe – Kinder – Haus führen kann. Ganz zu schweigen von “Optik außer der Norm” oder anderer Sexualität.
    Aber du wie schon schreibst, solange man selbst so lebt wie man es für richtig hält und tolerant ist, macht auch das die Welt besser. Daran glaube ich zumindest ganz fest. :)

    Dass es viel Zeit und Energie raubt, sich nach anderen Menschen zu richten, da bin ich ganz bei dir. Ich denke, vielen von uns ist das nicht einmal bewusst (mir ging das lange so und ich dachte, es liegt an mir).
    Ich finde es toll, wie du an dir arbeitest und versuchst, die Komfortzone immer öfter zu verlassen. Damit bist du auf dem richtigen Weg, würde ich sagen ;)

    Liebe Grüße!

    • Hallo liebe Chrissi,
      ja, stimmt. Gerade in ländlicher Umgebung brauchen die Menschen ja immer ein bisschen länger, um mitzubekommen, dass die Welt eine andere geworden ist. ;-) Und ich kenne auch recht viele, die z.B. alles andere als Schule – Arbeit – Ehe – Kinder – Haus überhaupt nicht als vernüfntigen Lebensstil in Betracht ziehen würden. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass soetwas viel eher toleriert wird als früher (und natürlich vor allem als in der Steinzeit ;-) ). Aber das kommt natürlich immer auf die Region an.

      Ja, es macht mir unheimlich viel Spaß, an mir zu arbeiten, Erkenntnisse zu gewinnen, stärker zu werden – ein tolles Gefühl!

      Vielen Dank für deinen tollen Kommentar! :-)

      Liebe Grüße
      Maike

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