Das Leben und ich // Erlaubt ist, was Spaß macht!

Es ist 3:51. Samstagnacht. Ich habe bis kurz nach 3 gearbeitet. Eigentlich wollte ich direkt nach Hause ins Bett, aber irgendwie trug mich mein Bauchgefühl in die Bar nebenan und verleitete mich, noch einen Absacker zu trinken. So saß ich da also, nippte an meinem stillen Wasser, wippte zur Musik. Und ich dachte nach. Zum Beispiel darüber, dass es nun schon fast halb 4 und eigentlich absurd war, dass ich um diese Uhrzeit für ein stilles Wasser in eine Bar einkehrte. Aber ich mag es, nach Feierabend noch nicht direkt nach Hause zu gehen. Außerdem führte mich mein Bauchgefühl hierher, also hatte es schon einen Grund, hier zu sein.

Und tatsächlich! Während ich so da saß, hatte ich plötzlich Lust, einen Artikel zu schreiben. Ich wusste noch nicht worüber, aber ich hatte einfach Lust, noch ein bisschen Musik zu hören und mich an meinen Laptop zu setzen.

Sofort meldete sich mein Verstand: “Ey, Maike, es ist schon gleich halb 4. Mach das doch lieber morgen früh!”

Klingt vernünftig.

Aber wenn Vernunft mein Kompass wäre, würde mein Leben ganz anders aussehen. Ich würde wohl jeden Morgen um 6:10 aufstehen, um mich pünktlich um 9 in Blazer und Pumps in meinem Bürojob einzufinden. Ich hätte 6 Wochen Urlaub im Jahr und würde mich stets aufs Wochenende freuen. Ich wäre vermutlich auch schon verheiratet und hätte mindestens ein Kind.

Habe ich aber nicht – denn nicht die Vernunft ist mein Kompass, sondern die Freude.

Und so sitze ich hier (inzwischen ist es 4:13) und schreibe diesen Artikel. Ich schreibe ihn, um zwei Botschaften mit dir zu teilen:

1. Vernünftig bedeutet nicht gut!
Wenn ich in meinem Leben stets der Vernunft gefolgt wäre, wäre mein Leben tatsächlich das genaue Gegenteil von dem, was es jetzt ist. Mein Lebenslauf wäre gesellschaftlich angesehen, meine Arbeit prestigeträchtig und ich würde mich mit dem auseinandersetzen, womit man sich in den 30ern so auseinandersetzt: Familienplanung und Hausbau.

Hm.

Versteh mich nicht falsch: Für wen das passt, ist dieser Weg wunderbar. Es ist kein schlechter Weg. Aber ich hätte ihn aus den falschen Gründen gewählt und mich damit gegen die Stimme meines Herzens entschieden.

Ich bin froh, dass es nicht so ist.

Mein Leben passt mehr zu mir, fühlt sich mehr nach mir selbst an als je zuvor – auch wenn es nach außen vielleicht wild und unvernünftig wirkt.

Tja, irgendwie fährt die Gesellschaft voll auf “vernünftig” ab. Alles andere ist einfach ein Lotterleben.

So wie meins.

Wenn ich Menschen von meinem Lebenslauf erzähle, sind viele recht konfus. Sie wissen nicht so recht, was sie davon halten sollen. Ob das mein Ernst ist. Sie denken, ich wäre völlig von meinem Weg abgekommen. Verloren. Oder irre.

Überzogen gesagt.

Mein Lebenslauf ist eben nicht vernünftig. Aber er macht mich glücklich.

Alles andere interessiert mich nicht.

2. Ich versuche nicht, ein Klischee zu erfüllen
Man könnte mir viele Labels aufdrücken, aber keines würde mir gerecht werden. Ich bin viel mehr als ein Label aussagen könnte. Und deswegen versuche ich erst gar nicht, einem bestimmten Klischee zu entsprechen. Und das solltest auch du nicht tun.

Denn ein Label begrenzt. Ein Label zwängt ein. Ein Label lässt dich schuldig fühlen, wenn du ihm widersprichst. Das will ich nicht. Kein Label, kein Stress.

Ich beobachte häufig, wie Menschen sich selbst geißeln, weil sie ein bestimmtes Bild von sich vermitteln wollen. Oder weil sie denken, sie wären inkonsequent, wenn sie nicht auf eine bestimmte Art und Weise handeln würden.

Ich zum Beispiel dachte lange, ich müsste in meinen Videos einen ruhigen, besonnenen Eindruck vermitteln. Schließlich ist mein Thema “Innerer Frieden”…

Irgendwann fragte ich mich aber, ob ich denn bescheuert bin. Ich bin nunmal lebhaft. Ich lache laut. Ja, die Lebendigkeit ist ein Teil von mir – und sie zu zügeln wäre einfach nicht echt (deswegen “waren diese Videos auch allesamt scheiße”, um es mal mit den liebevollen Worten meiner Schwester zu sagen).

So viele Handlungen werden zu einem Muss, weil ein Klischee bedient werden will.

Würde ich das machen, wäre mein Leben ebenfalls ein völlig anderes. Ich würde nicht kurz vor dem Morgengrauen meinen Laptop aufklappen, um einen Artikel zu schreiben. Ich würde mir auch nicht mitten in der Nacht eine große Tüte Pizzabrötchen reinhauen oder eine fettige Portion Pommes im Imbiss bestellen. Ich würde keinen Kaffee trinken. Nicht mit dem Flugzeug fliegen.

Aber ich tu’s.

Einfach, weil ich Bock drauf habe.

Ich erfülle kein Klischee – und das ist auch gut so. Es gibt eben nicht nur schwarz und weiß. Jeder von uns ist so vielfältig, so einzigartig, so besonders. Es wäre schade drum, wenn wir uns selbst durch dieses zwanghafte Schubladendenken in einen Käfig sperren und somit nicht in der Lage sind, unser ganzes Wesen voll und ganz auszuleben.

Erlaubt ist, was Spaß macht!
Dein Leben könnte so einfach, so freudvoll sein, wenn du dich nicht länger zum Sklaven deiner Gedanken, deiner Vernunft, deines Verstandes machen würdest – das bist einfach nicht du!

Es geht gar nicht darum, nun alle Vernunft und Disziplin über Bord zu werfen. Nein, tatsächlich glaube ich, dass beides uns helfen kann, unser Traumleben aufzubauen – nämlich genau das Leben, das aus unserem Herzen entspringen möchte und voll und ganz zu uns passt.

Aber es gibt auch Grenzen.

Und die ist erreicht, wenn sich das Leben anstrengend und zwanghaft anfühlt. Ich esse auch gerne gesund, pflege meinen Körper mit guter Nahrung. Aber ich versage mir deswegen nicht den Brownie oder die Pizza.

Genuss ist wichtig, denn auch unsere Seele möchte gestreichelt werden.

Man, du lebst nur einmal auf dieser Welt! Es nützt dir nichts, in Askese zu leben, wenn es nicht das ist, was du wirklich aus tiefstem Herzen willst.

Ich bin sogar der festen Überzeugung, dass wir eher krank werden, wenn wir uns selbst geißeln, als wenn wir einfach mal den Freuden der Welt hingeben. Denn auch unsere Gedanken und Gefühle sind maßgeblich an der Entstehung von Krankheiten beteiligt, was bedeutet: Je freudvoller wir leben, desto gesünder sind wir auch.

Koste das Leben aus. Erlebe es. Folge deiner Freude und halte dich nicht zurück. Auch dann nicht, wenn es unvernünftig wirkt.

Verstand und Disziplin sind deine Werkzeuge, um das zu erreichen, was dir wichtig ist – nicht deine Gefängniswärter.

Mach dich locker!

Und frag dich immer, was dein übergeordnetes Ziel ist. Die meisten Menschen (und auch du gehörst sicher dazu) wollen einfach glücklich sein. Diesen Zustand erreichen wir aber nicht, wenn wir Zwängen und fremden Regeln folgen. Wir werden nur dann glücklich, wenn wir aufhören, unseren Verstand unser Leben bestimmen zu lassen. Wenn wir uns selbst vollkommen zum Ausdruck bringen.

Wenn wir Spaß haben. Und mal fünfe gerade sein lassen.

Wenn wir uns treiben lassen.

Wenn wir mit Freude durchs Leben gehen, anstatt mit Verbissenheit und Zwängen.

Wenn wir einfach wir selbst sind.

Mit allem, was dazu gehört.


Willst du voller Leichtigkeit und Freude leben?
Ich helfe dir dabei:

Mit deiner Bestätigung übermittelst du mir deine Daten. Weitere Infos zum Datenschutz bekommst du hier. Durch die Anmeldung erhältst du meinen Newsletter, in dem ich dir neben Neuigkeiten auch (kostenpflichtige) Angebote zusende.
Vielen Dank für dein Vertrauen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.