Weniger fernsehen, mehr leben – aber wie?

Jahrelang war ich ein Serienjunkie. Ich konnte zu jeder Tages- und Nachtzeit, zum Frühstück, Mittag-, Abendessen, direkt nach dem Aufstehen, vor allem aber vor dem Zubettgehen Serien schauen. Und ich schaute viel. Comedy. Crime. Fantasy. Mädchendinge. Alles. Alles bis auf Zombiesachen. Das war nie mein Ding. Und irgendwann, wie aus heiterem Himmel, hörte das auf. Hin und wieder schaltete ich den Fernseher noch ein – oftmals nur für 10 Minuten, weil mehr mich unruhig machten. Ich ließ den Fernseher immer öfter aus und plötzlich war ein halbes Jahr vergangen, in dem ich nicht mal daran dachte, die Glotze anzuschalten.

Ich hatte einfach keine Lust drauf. Immer wenn ich vor dem Fernseher saß, tauchte ich tatsächlich vollkommen ab in diese andere Welt. Es war, als würde ich in dieser Zeit überhaupt nicht existieren.

Das wollte ich nicht mehr.

Ich wollte keine Phasen haben, in denen ich überhaupt nicht am Leben teilnahm. Ich bevorzugte es sogar, einfach auf der Couch zu liegen und Löcher in die Luft zu starren – das gab mir mehr als jedes Fernsehprogramm.

Die Lebendigkeit wartete in meinem Herzen
Diese neue Einstellung zum Fernsehen, die neue Einstellung zum Leben, kam zwar von jetzt auf gleich, doch natürlich war sie nicht grundlos. Ich beschloss auch nicht eines Tages, den Fernseher auszulassen, es war einfach eine Selbstverständlichkeit aus meinem tiefsten Innern heraus.

Wie also kam es dazu?

Den Unterschied machte ein winziger Moment, in dem ich vor der Wahl stand, mich hinter dem dicken Panzer, den ich so sorgfältig um mein Herz herum aufgebaut hatte, zu verstecken oder diesen Panzer einfach aufknacken zu lassen.

Ich ließ ihn aufknacken – und damit strömte mehr Lebendigkeit in mein Herz als ich je für möglich gehalten hätte.

Es machte plötzlich keinen Sinn mehr, den Fernseher einzuschalten, weil ich darin nichts mehr finden konnte, was mir das Leben nicht in der vielfachen Art und Weise geben konnte.

Alternativen sind nicht die Lösung
In einem meiner meistgelesenen Artikel liste ich 99 Alternativen zum abendlichen Fernsehen auf. Viele Menschen suchen nach Alternativen, weil sie einfach keine Ahnung haben, was sie sonst machen sollen. Hatte ich auch nie.

Aber das ist natürlich Blödsinn.

Vielleicht fallen uns nicht auf Anhieb 99 Alternativen ein, aber eine Handvoll bekommt jeder zusammen. Und genau das brachte mich zum Nachdenken. Ich glaube, dass mein Artikel über die Alternativen wirklich wichtig und sinnvoll ist, um Impulse zu geben. Aber ich glaube inzwischen auch, dass der Artikel kaum etwas ändert.

Ich will ehrlich sein: Als ich den Artikel schrieb, war ich selbst noch völlig gebannt von der Mattscheibe. Die Alternativen listete ich also nicht nur für dich auf, sondern auch für mich.

Klasse! Ich hatte eine tolle Liste mit 99 Alternativen, aber trotzdem landete ich noch immer fast jeden Abend vor dem Fernseher. Das Wissen war also da, aber an der Umsetzung scheiterte es.

Wie bei vermutlich 95 Prozent aller Menschen, die den Artikel anklicken.

Eben weil es nicht nachhaltig gedacht ist. Diese schlaue Liste behandelt einfach nur die Symptome, bekämpft aber nicht die Ursache. Denn natürlich hat es einen Grund, dass du so viel fern siehst. Dass ich so viel fern gesehen habe.

Es liegt nicht daran, dass du keine Ideen hast. Die Begründung geht viel tiefer.

Erkenne deine Sehnsüchte
Es ist auch nicht nur eine blöde Gewohnheit. Nein, wann immer wieder etwas tun oder lassen, handeln wir, um Freude zu bekommen oder Schmerz zu vermeiden. Ich sehnte mich nach Freude. Nach Lebendigkeit, nach Spaß, nach einer Gemeinschaft. Gleichzeitig wollte ich mich davon ablenken, dass ich all das in meinem Leben nicht hatte (Vermeidung von Schmerz).

Naja, ich hatte natürlich schon Spaß in meinem Leben. Aber eben nicht so viel wie ich es mir gewünscht hätte.

Mein Leben hat mich schlicht und einfach nicht genügend erfüllt.

Die Lösung war also nicht, jeden Abend mit einer anderen Aktivität zu füllen, was bloß eine Veränderung im Außen wäre. Die Lösung war für mich und ist für dich, Erfüllung zu finden – wirkliche Erfüllung, die tief in deinem Innern entsteht.

Und dir ein Leben zu erschaffen, das dich nicht mal daran denken lässt, dich davon abzulenken.

Fernsehen wird so nicht länger zu einer Notwendigkeit, sondern zu einer bewussten Entscheidung.

Wonach also sehnst du dich? Warum schaust du, was du schaust? Was fasziniert dich daran? Welches Gefühl breitet sich in dir aus, wenn du dein liebstes Fernsehprogramm anschaltest?

Freiheit? Abenteuer? Gemeinschaft? Liebe? Spaß? Überlegenheit?

Was wir uns immer und immer wieder ansehen, ist ein gutes Indiz, um herauszufinden, was uns wirklich wichtig ist. Welche unsere Werte sind. Denn nur, wenn wir das wissen, können wir uns ein Leben erschaffen, das wir lieben und das völlig zu uns passt.

Alles ist bereits in dir
Wenn du dich nach mehr Abenteuer sehnst, bringt es dir reichlich wenig, fortan alle drei Tage zum Tischtennis zu gehen. Wenn du dich nach mehr Liebe sehnst, wirst du sie nicht durch vier Dates pro Woche bekommen.

Wir versuchen stets um jeden Preis, unsere Sehnsucht im Außen zu verwirklichen. Klingt ja zunächst auch logisch. Wir vergessen dabei aber, dass alles zuerst in unserem Innern entstehen muss.

Ich sehnte mich nach mehr Gefühl. Mehr Abenteuer. Mehr Gemeinschaft. Deswegen schaltete ich den Fernseher ein. Dass ich damit aufhörte, lag nicht daran, dass mein Leben im Außen plötzlich anders war und ich endlich all das in meinem Leben hatte, wonach ich mich sehnte.

Nein, ich veränderte mich in meinem Inneren und damit veränderte sich auch das Außen. Ich erschaffte mir nicht nur eine neue Realität. Durch meine neue Einstellung zum Leben, konnte ich das Leben auch noch mehr nach meinem Geschmack formen, denn ich zog Dinge an, die meinen Wünschen entsprachen.

Solange du dich nach etwas sehnst und meinst, das Außen müsse diese Sehnsucht erfüllen, wird dir etwas fehlen. Du wartest auf etwas und selbst wenn du es hast, wirst du immer Angst haben, genau das wieder zu verlieren.

Du bist in einem Zustand des Mangels und in diesem Zustand wirst du nur noch mehr Mangel anziehen.

Du wirst es nur dann schaffen, deine Fernsehsucht zu überwinden, wenn du die Fülle in dir erkennst und deine Art und Weise, zu denken und zu fühlen, änderst.

Was hält dich ab, erfüllt zu leben?
Du hast nun also herausgefunden, was deine Sehnsüchte sind. Zeit, einen Schritt weiter zu gehen. Deine Sehnsüchte sind aus einem bestimmten Grund in dir. Sie sind der Schlüssel für ein erfülltes und glückliches Leben. Das Fernsehprogramm kann dir vorgaukeln, dass du diese Sehnsüchte bereits in deinem Leben verwirklicht hast, doch tief in deinem Innern weißt du es besser.

Du füllst dich nicht erfüllt und glücklich, wenn du den Fernseher ausschaltest, sondern einfach nur leer.

Ist es nicht so?

Während des Fernsehens ist alles super. Danach folgt Ernüchterung. Und so schaltest du den Fernseher immer und immer wieder ein, um das Belohnungszentrum deines Hirns zu aktivieren, anstatt nachhaltig etwas in dir und deinem Leben zu ändern.

Und endlich anzufangen, die Fülle in deinem Leben willkommen zu heißen.

Was also lässt dich in deinem Mangeldasein verharren? Wo versagst du dir selbst die Fülle? Und warum überhaupt? Was muss sich in deinem Innern verändern, um das zu bekommen, wonach du dich so sehr sehnst?

Wirf dich voller Mut ins Leben!
Es ist einfach, sich vor die Mattscheibe zu setzen und dir selbst vorzumachen, dein Leben wäre abenteuerlich oder reich an Gefühlen. Im Gegensatz dazu erscheint es hart, sich tatsächlich völlig dem Leben hinzugeben. Denn es erfordert Mut. Es ist notwendig, dass du dich verletzlich machst.

Ich weiß, dass das Angst macht. Ich weiß es, weil ich den Großteil meines Lebens mit angezogener Handbremse gefahren bin, aus Angst, gegen den nächsten Baum zu prallen.

Bis ich die Handbremse löste.

Mein Herz öffnete.

Mich hingab.

Es war großartiger als ich es je zu hoffen gewagt hätte. Es war lebendig. Es war echt. Es war frei. Es war genau das, was das Leben ausmachen sollte.

Gefühle. Echte Emotionen. Aufs und Abs. Lektionen. Zweifel. Freude. Liebe. Genuss.

Ohne Filter.

Ich begann, endlich zu fühlen. Zu lieben. Und Verantwortung zu übernehmen.

Ich war plötzlich mitten drin im Leben, weil ich anfing, die Lebendigkeit in meinem Innern zu spüren, anstatt im Außen danach zu suchen. Der Schlüssel ist also, so erkannte ich, mich einfach dem Leben hinzugeben, statt es zu kontrollieren und zu planen.

Wenn du weniger fernsehen und dafür mehr leben willst, musst du dein Herz öffnen. Für dich selbst. Für andere. Für all die Großartigkeit in deinem Leben, die bereits da ist.

Wenn du erkennst, wie reich du bereits bist und wie viel Liebe, wie viel Gefühl, wie viel Lebendigkeit in dir steckt, wirst du nicht länger versuchen, dein Leben mit Hilfe der Glotze aufzupimpen.

Du wirst einfach nur leben. Dich völlig hingeben.

Und du wirst frei sein.

Weniger fernsehen, mehr leben!
Das Leben selbst ist das größte Abenteuer, das wir beschreiten können. Doch dafür müssen wir lernen, zu vertrauen. Und wir müssen verstehen, dass wir mit unseren Gedanken, vor allem aber mit unseren Gefühlen, unser Leben erschaffen. Je mehr wir uns abkapseln von diesen Gefühlen, desto weniger werden wir das Gefühl haben, lebendig zu sein.

In dem Moment, in dem ich mich voller Vertrauen ins Leben warf, mich einfach treiben ließ und meinem Herzen folgte, wurde der Fernseher uninteressant für mich. Ich wollte mich nicht mehr von dem ablenken, was mich lebendig machte.

Ich wollte einfach nur leben. Hier und jetzt. Intensiv. Mit Gefühlen. Echten Emotionen. Mit Aufs und Abs. Lektionen. Zweifeln. Mit Freude. Mit Liebe. Und mit Genuss.

Denn genau deswegen bin ich hier. Deswegen sind wir alle hier.

Auch du.

Bist du bereit?


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