Was du gewinnst, wenn du andere Menschen wertschätzt

Im ersten Teil dieser Reihe hast du erfahren, wie sich dein Leben durch Wertschätzung dir selbst gegenüber verändert. Doch das ist noch nicht alles. Bei dieser Wertschätzung sollte es nicht bleiben. Neben dir selbst verdienen auch andere Menschen deine Wertschätzung. Und das Tolle: Davon profitieren alle. Auch du. Vor allem du. Versprochen! Dein Leben wird sich durch Wertschätzung komplett verändern. Wie? Das erfährst du jetzt:

Wertschätzung anderen Menschen gegenüber
Als ich im Supermarkt an der Kasse gearbeitet habe, spürte ich von dem ein oder anderen Kunden Geringschätzung. Der Job des Kassierers ist für manche, wie viele andere Jobs auch, ein “niederer” Job. Ein Job, der es nicht verdient, gewertschätzt zu werden. Allerdings ist die Angewohnheit einen Menschen danach zu bewerten, was er macht, hat oder tut nicht nur gesellschaftlich schwierig. Auch für unsere Seele ist eine Geringschätzung anderen Menschen gegenüber Gift.

Andere Menschen herab zu setzen, ist immer der Versuch, den Selbstwert aufzupolieren. Wir stellen uns damit über den anderen und bilden uns ein, wie wären die “besseren” Menschen (was wir natürlich nicht sind). Ganz im Gegenteil.

Ich habe auch lange versucht, mich selbst besser zu fühlen, indem ich über andere herzog. Zum Beispiel, wenn jemand die falschen Farben miteinander kombinierte. Oder eben im falschen Job saß. Hat es geholfen? Für den Augenblick vielleicht. Langfristig eher nicht. Wir können einfach nicht durchs Leben gehen und andere Menschen bewerten.

Wie du davon los kommst
Gehen wir nochmal zurück zum Bespiel der Kassiererin. Für einige Menschen ein niederer Job. So wie Bedienung oder Müllmann. Was diese Menschen allerdings nicht bedenken: Ohne diese Jobs, könnten wir weder einkaufen, noch essen gehen. Unseren Müll müssten wir verbrennen.

Da sind Menschen, die diese Jobs ausüben. Damit du so bequem leben kannst, wie du es tust. Ich saß an der Kasse, damit andere Menschen täglich an ihren Käse und ihre Zeitung kamen. Ich habe Heiligabend oder Silvester gearbeitet, um den Menschen zu ermöglichen, auf den letzten Drücker für ihre große Feier einzukaufen. Und ich machte es gerne.

Solltest du dich also mal in der Situation wiederfinden, dass du über andere urteilst, mach dir bewusst, was dir diese Menschen geben und wie dein Leben ohne diese Menschen aussehen würde. Das geht weit über den Supermarkt hinaus.

Wer ermöglicht es dir, Kaffee zu trinken? Bananen zu essen? Baumwolle zu tragen? Wenn du mal darüber nachdenkst, zieht dein Leben einen riesigen Rattenschwanz nach sich. Andere Menschen schuften für deinen Lebensstandard. Sicher, du kennst diese Menschen nicht und wirst sie höchstwahrscheinlich niemals zu Gesicht bekommen. Trotzdem sind sie da. Anstatt also “billig, billig, billig” zu schreien und dich darüber aufzuregen, dass der Kaffee schon wieder 20 Cent teurer geworden ist, mach dir bewusst, dass hinter jedem Konsumgut echte Menschen stehen.

Was ist mit den Menschen, die mir keinen Nutzen bringen?
Nicht jeder Mensch tut etwas für uns. Manche behandeln wir nicht auf Grund ihres Berufes, sondern wegen ihres Kleidungsstils, ihres Auftretens oder ihrem Stand in der Gesellschaft schlecht. Dazu möchte ich dir zwei Beispiele nennen:

1. Obdachlose: Viele nehmen Abstand von Obdachlosen. Sie sind befremdlich, anders und vielleicht sogar gefährlich. Lieber nicht anschauen oder sogar ignorieren lautet bei vielen die Devise. Bei mir früher auch. Bis ich einen Obdachlosen näher kennen lernte. Seine Geschichte hörte. Erfuhr, was ihn dazu bewegte, auf der Straße zu leben. Die Tragik, die dahinter steckt. Die sich in jedem einzelnen Tag seines Lebens wiederfindet. Er war ein Mensch wie du und ich. Hat nur die falsche Abzweigung genommen. Ist er deswegen weniger wert? Nein. Er ist und bleibt ein Mensch. Mit Gefühlen. Und vielleicht sogar einem Traum.

2. Die, mit der harten Schale: Ein Stammkunde in meinem Supermarkt sah, sagen wir, böse aus. Er hatte Tätowierungen, sogar an der Stirn. Andere Kunden nahmen Abstand. Ich behandelte ihn wie jeden anderen auch. Warum auch nicht? Er war wie jeder andere. Er kam manchmal mit seiner Mutter einkaufen – einer kleinen älteren Dame, von der jeder gerne Kekse genommen hätte. Manchmal schenkte er der Kassiererin Pralinen oder einen Schokoriegel. Und einmal beobachtete ich ihn dabei, wie er im Winter Wasser und Körner in ein Vogelhaus stellte.

Diese zwei Beispiele sind vielleicht keine “Vorzeige-Bürger”. Doch wer sind wir, dass wir einen erfolgreichen Banker mehr achten als einen Obdachlosen? Was erlaubt uns, über die Qualität des Menschseins zu urteilen? Ist diese Ansicht nicht der eine Fehler, der die Menschheit seit Jahrhunderten bis heute in Schuld und Schande stürtzt?

Mach dir bewusst, dass jeder Mensch, nun ja, ein Mensch ist. Das ändert einfach alles. Damit räumst du jedem Menschen, unabhängig von den äußeren Umständen, die sein Leben bestimmen, den gleichen Wert ein. Und das macht einen verdammt großen Unterschied.

Wie sich dein Leben dadurch ändert
Ich habe dir versprochen, dass auch dein Leben sich durch diese Wertschätzung ändert. Sobald du nämlich anfängst, allen Menschen Wertschätzung entgegen zu bringen, lebst du in Harmonie mit ihnen. Es gibt keine Schandflecken mehr in deinem Leben. Jeder hat seine Daseinsberechtigung. Genauso hältst du Menschen nicht länger für billige Arbeitsgeräte, um an deine Kleidung oder deinen Schmuck zu kommen. Damit befreist du dich von einem großen Leid in deinem Leben. Im Moment kommt es dir vielleicht nicht so vor, als würdest du dadurch leiden. Wenn du intensiver darüber nachdenkst, machst es Sinn: Negative Gefühle bewirken ein negatives Lebensgefühl. Positive Gefühle wie Respekt und Wertschätzung hingegen ein positives Lebensgefühl. Du fühlst dich freier und glücklicher als je zuvor!

Seit ich so denke, sehe ich die ganze Welt mit anderen Augen. Ich fühle mich verbundener mit den Menschen, was ein wundervolles Gefühl ist. Schließlich sind wir doch alle Menschen. Wir alle teilen uns diesen wundervollen Planeten als Zuhause. Das ist großartig!

Andere Menschen wertschätzen lernen
Überprüfe zunächst, warum du bestimmen Menschen keine Wertschätzung entgegen bringen kannst. In den allermeisten Fällen hat es mit unserem geringen Selbstwertgefühl zu tun. Wir sind uns selbst nicht genug. Aber zum Glück sind andere noch schlechter als wir – das tröstet uns.

Vielleicht (und ich hoffe es inständig) hat dir dieser Artikel bereits ein wenig die Augen geöffnet und dich sensibler gemacht, was andere Menschen angeht. Zumindest ein Stück weit blickst du nun mit anderen Augen auf die Menschen, die du bisher nicht wertschätzen konntest.

Doch möglicherweise reicht das noch nicht. Mein Rat: Arbeite an dir selbst und erhöhe deinen Selbstwert. Bei dir fängt immer alles an. Wenn du mit dir selbst in Frieden lebst, behandelst du auch deine Umwelt besser. Aber zum Glück funktioniert es auch andersherum: Behandelst du deine Umwelt besser, lebst du auch mit dir selbst mehr in Frieden. Es ist eine Übung, die dir dabei hilft, mehr in die Selbstachtung zu gelangen. Andere Menschen zu achten und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen – das beweist und erschafft innere Stärke.

Hier noch ein paar Tipps “to go”:

  • Setze dich mit anderen Menschen auseinander.
  • Halte dich von Lästereien fern.
  • Blicke dich in deinem Leben um und sei dankbar für all das, was du hast.
  • Mach dir bewusst, dass jeder Mensch ein denkendes und fühlendes Individuum ist.
  • Lies fleißig meinen Blog.

Hol dir meinen kostenlosen Newsletter:

Deine Daten sind bei mir sicher. Abmeldung jederzeit mit einem Klick.

2 thoughts on “Was du gewinnst, wenn du andere Menschen wertschätzt

  1. Hallo Maike,

    schön das Du wieder einen Artikel geschrieben hast.
    Aber warum hast du das Bild mit dem Weinberg gewählt?
    Körperhaltung und Blick auf den Boden wirken eher traurig.
    Nun man kann nicht jeden Tag fröhlich sein das ist menschlich.

    Freue mich auf eine Antwort

    • Hallo Robert,
      man, man! Da hast du mich ja erwischt. Tatsächlich wähle ich die Bilder immer gerne passend aus, wie dir ja sicher schon aufgefallen ist (bzw. nehme ein Bild von mir selbst). Bei diesem Artikel ist mir beides schwer gefallen, denn ich war mir 1. nicht sicher, wie ich Wertschätzung darstellen soll und hatte 2. außer diesem Foto gerade kein anderes Bild zur Hand. Am Foto sollte die Veröffentlichung allerdings nicht scheitern. ;-) Um ehrlich zu sein war ich auch nicht 100%ig zufrieden mit der Wahl und dein Kommentar hat mir den Anstoß gegeben, das Bild doch noch zu ändern. Nun habe ich (erstmal) einen ganz guten Kompromiss gefunden, denke ich. :-D
      Da für mich das Bild auch eher melancholisch bzw. nachdenklich wirkt, werde ich es für einen anderen Beitrag verwenden (mir schwebt auch schon einer vor :-D ).

      Liebe Grüße
      Maike

      P.S.: Kleiner Fun Fact: Das Foto im Weinberg ist eines von mehreren, die wir gemacht haben. Ich wollte eigentlich ein “bewegtes” Bild, in dem ich gehe, aber offensichtlich “sieht es unecht aus, wenn ich gehe”. :D :D
      Dieses Bild entstand als ich auf meine Füße geschaut habe, weil ich überprüfen wollte, was ich beim Gehen falsch mache. :D

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.