Wieso du in keine Schublade gehörst

Kennst du das? Du schränkst dich ein, tust etwas nicht, weil es angeblich nicht zu dir passt. Nicht zu der Person, die du für andere bist. Du machst es lieber für dich, wenn keiner hinsieht. Du fühlst dich schlecht, wenn es doch jemand mitbekommt und murmelst etwas von Ausnahme oder ausprobiert. Und wenn du merkst, dass dir das keiner abnimmt, wirst du panisch. Was denken sie denn jetzt bloß von mir? So kennen sie mich nicht. Halten sie mich jetzt für inkonsequent? Wirf diese Gedanken ein für alle Mal über Bord.

Das Denken in Schubladen ist tief in uns verwurzelt. Das kann auf einer Seite gut sein, um Gleichgesinnte zu erkennen. Es ist aber viel zu häufig geprägt von Vorurteilen und Missverständnissen. Nicht zuletzt ist das Verlassen dieser Schublade für andere ein Zeichen von Wankelmut. Haben wir uns einmal für eine Schublade entschieden, bleibt es gefälligst auch so. Ein kurzes Klettern in eine andere Schublade versuchen wir zu vermeiden, auch wenn wir es gerne machen würden. Zu groß ist die Gefahr, andere könnten uns für flatterhaft oder unentschlossen halten.

Du bist eigentlich Vegetarier, greifst aber bei anderen auch mal zu Weingummi mit Gelatine? Oder du lebst vegan, mit Ausnahme von Lederschuhen? Pfui! Wie kannst du nur? Es scheint dir wohl nicht ernst genug zu sein. Dann lass es doch lieber gleich!

Es gibt haufenweise solcher Szenarien, die andere (und wir) als Inkonsequenz beurteilen. Der Gesundheitsfanatiker, der mitten in der Großstadt lebt. Der Umweltschützer, der gerne Fernreisen unternimmt. Der Marathon-Läufer, der lieber mit Öffis als mit dem Rad fährt.

Eine Sache haben sie alle gemeinsam: Sie werden nach stark herausstechenden Eigenschaften benannt. Aber es ist nicht okay, Menschen auf eine Eigenschaft zu reduzieren und jedes Abweichen dieser Eigenschaft zu verurteilen. Denn genau dadurch entstehen Schubladen. Und wenn jemand in der Schublade Umweltschützer ist, kann er nicht einfach losspazieren und tausende Kilometer mit dem Flugzeug fliegen. Das geht einfach nicht! Oder etwa doch?

Fakt ist, dass er nicht nur der Umweltschützer ist. Er ist ein Mensch, der Emil (oder wie auch immer) heißt. Emil setzt sich stark für den Umweltschutz ein, baut Krötentunnel und fährt bei Wind und Wetter mit dem Rad. Und er interessiert sich sehr für andere Kulturen und erforscht diese gerne vor Ort. Punkt. Ist das tatsächlich verwerflich? Oder inkonsequent? Ich finde nicht.

So löst du dich von diesem Denken
Mache dir bewusst, wer du bist. Reduziere dich auch selbst nicht auf eine einzige Eigenschaft oder ein Interesse von dir. Du bist viel mehr als das. Nimm dich wahr mit all deinen Facetten. Lebe und liebe sie. Nehme sie nicht als Schwäche wahr, die du vor anderen verbergen musst, weil sie nicht zu deinem sonstigen Lebensstil passen. Bestimme selbst deinen Stil und orientiere dich nicht an starren Vorurteilen, wie ein Mensch mit diesen und jenen Interessen und Eigenschaften zu sein hat.
Du bist du. Kreier dein Leben so, dass du dich darin wohl fühlst. Wenn du nach dem Yoga lieber zuckersüßen Kakao trinkst als Yogi-Tee, warum nicht?

Hör auf, dir Zwänge aufzuerlegen und vor allem: Hör auf, dich für dein abweichendes(ganz große Anführungszeichen!) Verhalten zu rechtfertigen. Du musst dich nicht entscheiden, das Leben ist kein Entweder-Oder-Spiel. Jeder kann seine eigenen Spielregeln festlegen (natürlich immer im Einklang mit dem Gesetz ;-)).

Lass dich von anderen nicht verunsichern
Meiner Erfahrung nach reden dir zwei Arten von Menschen in dein Leben und Gewissen: Solche, die sich alleine schon durch dein Verhalten angegriffen fühlen und dich deswegen, an Hand der “Unstimmigkeiten” in deinem Lebensstil, kleinreden wollen (so nach dem Motto Du bist ja doch nicht so toll, was?). Und Radikale, denen eh nichts gut genug ist, was du machst.

Richte dich also nicht nach ihrer Meinung. Beide werden immer etwas “Ungenügendes” an dir finden. Passt du dich dem an, rennst du immer hinter etwas her, was du eh nie erreichen kannst. Und abgesehen davon ja auch nicht willst. Spar dir also die Mühe, mach dein eigenes Ding und lächle bei der nächsten Kritik einfach nur wissend. Schließlich weißt du ja, was diesen Menschen dazu verleitet hat. Und rechtfertige dich auf keinen Fall! Genau das ist die Unsicherheit, auf die dein Kritiker gewartet hat. Bitte gib ihm diese Genugtuung nicht.

Lass dich nicht von anderen Menschen zu etwas machen, das du nicht bist. Das wird nicht nur dir selbst sehr schnell lästig, sondern auch anderen. Glaub mir, ich weiß, wovon ich spreche ;-)

Und setz dich nicht selbst unter Druck, nur weil jemand meint, du wirst deiner Schublade nicht gerecht. Du allein musst dich mit deinen Entscheidungen wohlfühlen. Du weißt selbst am besten, was zu dir passt. Vielleicht entsprichst du deswegen nicht anderer Leute Weltbild. Aber dafür bist du glücklich!

Hast du dir auch schon einmal Dogmen auf Grund einer Eigenschaft auferlegt?


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