Warum die Zeit dein Feind ist (und wie du das änderst)

Die Zeit ist ein leidiges Thema. Irgendwie scheinen wir nie genug Zeit zu haben. Irgendwie scheint sie uns häufig aus den Fingern zu rinnen. Die Zeit sitzt uns im Nacken. Die Uhr tickt. Das Wort ist einfach negativ behaftet. Zeit ist in den seltensten Fällen unser Freund. Im Gegenteil. Zeit soll uns Sicherheit geben, doch stattdessen setzt sie uns unter Druck. Aber, und das ist doch sehr erfreulich, nur wenn wir es zulassen. Die Zeit muss nicht dein Feind sein. Du kannst dich mit ihr verbünden, sie deinen Freund nennen.

Lass uns gemeinsam anschauen, warum die Zeit dein Feind ist:

1. Du krallst dich an Vergänglichem fest
Alles um uns herum ist vergänglich. Das zu akzeptieren fällt schwer – es nicht zu akzeptieren ist jedoch die Hölle. Denn wenn du es nicht akzeptierst, hast du Angst. Angst vor der Vergänglichkeit. Angst, etwas zu verlieren. Angst, dass etwas anders wird. Doch deine Angst, dein Versuch, zu halten, was eh gehen wird, führt dazu, dass du leidest. Dass du die Zeit verdammst. Du gibst der Zeit die Schuld, obwohl die Zeit gar nicht Schuld sein kann. Es ist der natürliche Lauf des Lebens, dass alles stets im Wandel ist. Dass alles vergänglich ist.

Solange du das nicht akzeptierst, ist die Zeit dein Feind. Erkenne, dass die Vergänglichkeit nichts Negatives ist. Löse dich von der Angst, die die Vergänglichkeit in dir hervorruft.

Angst entsteht in deinem Verstand. Es ist dein Ego, das sich festkrallt an Altem und Vertrautem, das vergeblich versucht, das Vergängliche dort festzuhalten, wo es nicht hingeghört.

Doch du bist nicht dein Ego. Du bist nicht deine Angst. Dein wahres Selbst ist pure Liebe und die Liebe fürchtet sich niemals. Die Liebe ist offen, sie empfängt bereitwillig und sie vertraut. Sie fließt, gibt sich dem Fluss des Lebens hin. Aus diesem Grund ist die Vergänglichkeit keine Bedrohung für sie, sondern ganz einfach ein Teil des Lebens.

2. Du bewertest die Zeit
Sitzen im Wartezimmer = schlecht. Konzert der Lieblingsband = gut. Arbeit = schlecht. Vor allem die letzte Stunde, wo der Blick öfter zur Uhr wandert als in den 7 Stunden davor. Sex = gut (das hoffe ich zumindest). Bügeln = schlecht.

So oder so ähnlich sieht es bei den meisten Menschen im Kopf aus. Es gibt positive Momente und negative.

Wie ist das bei dir? Wartest du auf die positiven Momente, während du die negativen innerlich ablehnst? Erkennst du, was du dadurch tust? Wie sehr dein Leben dadurch an dir vorbeizieht?

Irgendwann mal hast du eine Bewertungsskala für verschiedene Momente, Situationen und Aktivitäten festgelegt. Du trennst strikt zwischen gut und schlecht. Vielleicht gibt es auch noch “okay” oder “akzeptabel”, das war es dann aber.

Du gehst also durch dein Leben und willst manche Augenblicke am liebsten ganz schnell hinter dich bringen. Das bedeutet, du willst einen Teil deines Lebens, einen Teil deiner wertvollen Lebenszeit am liebsten löschen und nur noch die positiven Momente erleben.

Hm.

Klingt nicht besonders erfüllend, oder?

Wie wäre es, wenn du stattdessen einfach annimmst, was jetzt gerade ist? Was wäre, wenn du jeden Augenblick so betrachtest, als gebe es keine Alternative – denn genauso ist es!

3. Du misst der Zeit zu viel Bedeutung zu
“Oh, Mist, jetzt bin ich schon eine Stunde länger geblieben als ich wollte…” Kennst du das? Du ärgerst dich über die verlorene Zeit und vergisst dabei, dass du im Gegenzug ja etwas bekommen hast. Momente. Augenblicke. Erinnerungen. Dinge, die unbezahlbar sind und nicht mit der Zeit aufzuwiegen sind.

Ich erlebe das oft. Schnell tappen wir in diese Falle: Die Zeiteinheit wird plötzlich wichtiger als der Moment an sich. Ist das nicht ein ziemlicher Irrsinn?

Zeit ist unsere Währung, die Momente, die wir durch sie bekommen die Gegenleistung. Darum denk nicht über die Zeit nach, die du verloren, sondern über die Momente, die du gewonnen hast, denn nur darauf kommt es an.

Was bringt dir Zeit, wenn du den Moment nicht genießen kannst?

Es ist, als hättest du eine Million Euro auf dem Konto, würdest aber keinen Cent ausgeben, aus Angst, das ganze Geld zu verlieren. Das macht doch gar keinen Sinn!

Über deine verlorene Zeit nachzudenken, obwohl du gleichzeitig wundervolle Momente geschenkt bekommen hast, zeugt von einem tiefen Mangeldenken. Letztlich ist die Zeit bloß ein menschliches Konstrukt. Die Stunde, die Minute, die Sekunde, all das sind Erfindungen des Menschen – und leider messen die meisten diesen Einheiten eine ungesunde Bedeutung zu.

Scheiß einfach mal auf die Zeit. Lebe den Moment. Genieße ihn und halte ihn fest in deiner Erinnerung – denn am Ende kommt es nur darauf an und nicht auf den ständigen Blick zur Uhr.

Solange du dich zum Sklaven der Zeit machst, wird sie dir alles nehmen, was dir wichtig ist.

4. Du nutzt deine Zeit nicht
Wohl kaum ein schlauer Spruch ist so ausgelutscht wie ‘Carpe diem’. Er begegnet mir täglich. Als Tattoo. Auf Postkarten. Auf Teebeutel-Schnipseln. Bei Instagram. Sogar in einer Toilettenkabine ist mir diese Weisheit schnon begegnet (mit Filzstift an die Trennwand geschmiert – ich kann nur spekulieren, was in dieser Toilette kurz davor passiert sein muss…).

Alle Menschen kennen ihn, viele zitieren ihn ständig – aber wie so oft ist es meistens einfach nur eine Floskel. Es klingt irgendwie weise, aber so richtig erfasst hat die Bedeutung kaum einer, geschweige denn, dass tatsächlich jemand danach lebt.

Kaum ein Mensch nutzt den Tag, kaum einer nutzt seine Zeit.

Dann nämlich würde die Welt völlig anders aussehen.

Wieso?

Weil du deine Zeit genau dann nutzt, wenn deine Handlungen ein Ausdruck deines Herzens sind. Deiner Freude. Deiner Liebe. Wenn du tust, was dir entspricht und was in genau diesem Moment aus dir heraus entstehen will.

Dann würdest du deine Zeit tatsächlich nutzen.

Die Realität aber sieht anders aus. Weil du der Angst folgst. Aus dem Mangel heraus lebst anstatt aus der Fülle in dir. Weil du lieber in deiner Komfortzone bleibst als einfach mal zu wagen. Weil du vor deiner eigenen Großartigkeit zurückschreckst. Weil du Erwartungen folgst und nicht deiner inneren Stimme.

Du bist so von den Ängsten in dir eingenommen, dass du völlig vergisst, zu leben.

Ich nehme mich davon übrigens nicht aus. Auch ich nutze meine Zeit ganz sicher nicht optimal. Ich schlafe häufig zu lange. Arbeite zu viel. Setze Ideen nicht um, weil meine Angst mich lähmt. Oder meine Bequemlichkeit.

Aber ich glaube trotzdem, dass ich inzwischen recht gut darin geworden bin, meine Zeit zu nutzen. Nicht optimal, aber gut. Weil ich in den letzten Jahren gelernt habe, in mich hinein zu hören. Meine innere Stimme wahrzunehmen und mich davon leiten, anstatt mich von meinen Ängste treiben zu lassen.

Genau deswegen weiß ich, wie wichtig und gut es ist, seine Zeit zu nutzen und wie beschissen es sich anfühlt, die Zeit einfach ungenutzt an mir vorbeiziehen zu lassen. Das habe ich zu lange gemacht und irgendwann reicht es.

Auch für dich.

Also fang an, deine Zeit zu nutzen. Wirklich zu nutzen.

Damit meine ich nicht, dass du nur noch busy durch die Gegend laufen sollst. Nein, ich meine, wirklich deiner Freude zu folgen. Ob das nun bedeutet, dass du an deinem Herzensprojekt arbeitest oder einfach nur da sitzt und in die Luft starrst. Ob du dich mit deinen Freunden triffst oder für dich alleine ein Candle Light Dinner zauberst.

Die Qualität deiner Unternehmungen wird ganz entscheidend davon beeinflusst, ob sie aus der Freude heraus entstehen. Tu Dinge, die sich in genau diesem Moment richtig anfühlen. Nicht einfach, darauf kommt es nicht an, sondern richtig.

Denn manchmal ist der richtige Weg, der aus deiner Intuition entsteht, der schwierigere, aber gleichzeitig der lohnendere. Weil er aus deinem Herzen kommt.

Weil du durch ihn deine Zeit wirklich nutzt.

Mach die Zeit zu deinem Verbündeten
Hör auf, dich von der Zeit treiben zu lassen wie von der Peitsche des Teufels. Erkenne, dass die Zeit dir nur dann Leid zufügen kann, wenn du es zulässt. Die Zeit ist nicht dein Feind. Deine Gedanken und Gefühle, die du ihr gegenüber hegst, sind es.

Mach dir auch bewusst, dass die Zeit einfach nur ein Konstrukt des Menschen ist. Sie ist eine Illusion, existiert nur in deinem Kopf. Sie mag dir Angst machen, denn sie erinnert dich auch an deine eigene Vergänglichkeit.

Die Zeit an sich ist aber weder negativ, noch positiv. Sie ist auch nicht etwas, was du hast oder nicht hast. Sie ist ständig um dich herum und doch nicht wirklich greifbar. Sie scheint manchmal sehr wichtig zu sein, manchmal völlig bedeutugslos. Es ist schwer, die Zeit zu definieren – solltest du dir also wirklich von etwas so Schwammigem, etwas so Flüchtigem wie der Zeit dein Leben diktieren lassen?

Ist es nicht viel besser, sich einfach dem Fluss des Lebens, dem Fluss der Zeit hinzugeben? Deine eigene Vergänglichkeit und die Vergänglichkeit jedes einzelnen Moments nicht nur zu akzeptieren, sondern auch die Schönheit hinter dieser Tatsache zu entdecken?

Dein Leben zu genießen – völlig unabhängig von der Zeit? Einfach ganz im Augenblick aufzugehen?

Kein Augenblick, den du erlebst, kommt jemals wieder. Du kannst dich daran erinnern, immer und immer wieder. Du kannst ihn verfluchen oder dich zurücksehnen. Es wird nichts ändern. Weil du nie wieder in ihm sein wirst. Du lebst nur in diesem Augenblick – oder gar nicht.

Die Zeit ist nicht beängstigend. Die Zeit ist nicht böse. Und erst recht ist die Zeit nicht das Maß aller Dinge.

Wenn dir das klar wird, wenn du die Wahrheit hinter diesen Worten erkennst, wirst du frei werden. Zeitlos. Du wirst Frieden mit der Zeit schließen. Und mit dir selbst. Denn plötzlich ist nicht mehr die Zeit dein Wegweiser, sondern deine Intuition. Deine Freude.

Du beginnst, zu vertrauen.

Und wirklich zu leben.

Hier und jetzt.


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